User Endzone: Der unfreiwilllige Touchdown

User Endzone: Der unfreiwilllige Touchdown Foto: © getty
 

Da sind wir wieder!

Auch nach Week 5 in der NFL gibt es viel zu besprechen. Gut also, dass es die "User Endzone" gibt - das NFL-Format von EUCH für EUCH.

Zwei User geben in verschiedenen Kategorien ihre Expertisen, Meinungen und Ansichten zum besten.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und gerne auch Anregungen, schließlich will auch dieses Format weiterentwickelt werden.

Die Hosts in Week 5: "MatB" und "Dominik1010".

USER DOMINIK1010

Seit einigen Jahren verfolge ich als stiller Beobachter die NFL-Formate von LAOLA1.at mit großer Begeisterung. Am Ende der letzten Saison erfolgte ein Aufruf von Peter, ob es User geben würde, die nicht nur passiv, sondern auch aktiv mitgestalten wollen. Dem Aufruf kam ich gerne nach und daraus resultiert heute meine Premiere als Autor der USER ENDZONE. Aber nun genug der Einleitung, starten wir los in die NFL-Week 5. Erster Halt: London!

Atlanta Falcons (2-3) – New York Jets (1-4) 27:20

Trotz zahlreicher anderer Begegnungen in Week 5, welche mit Sicherheit spektakulärer waren, entschied ich mich für das International Series Game zwischen den Falcons und den Jets als Game of the Week. Nach der coronabedingten Auszeit im letzten Jahr erlebten die Zuseher im ausverkauften Tottenham-Stadium einen Raketenstart der Falcons, welcher zwischenzeitlich zu einem 17:0-Vorsprung in der Mitte des 2. Quarters führte. Nach einem Field Goal im ersten Quarter durch Younghoe Koo folgte im nächsten Falcons-Drive (Zuvor erfolgte ein Three and Out Drive der Jets) der erste Saison-Touchdown von Tight End Kyle Pitts. Nach einem weiteren Three and Out der Jets bediente im Anschluss Matt Ryan seine andere Tight-End-Waffe Hayden Hurst mit einem 17 Yard Touchdown Pass.

Danach folgte eine weitere Premiere für die Falcons und ihnen gelang, in der Person von Yaylinn Hawkins, die erste Interception in dieser Spielzeit. Vermutlich dachten viele Zuseher, die Partie wäre zu diesem Zeitpunkt entschieden, doch es wurde nochmals spannend. Im dritten Viertel gelang Jets-Running-Back Ty Johnson der erste Touchdown für die Gang Green und knapp 7 Minuten vor Schluss stand es plötzlich nur noch 17:20, nachdem Jets-Rookie Michael Carter einen weiteren Touchdown erlaufen konnte. Doch anders wie im Jahre 2014, als die Falcons gegen die Detroit Lions einen 21:0-Vorsprung im Wembley-Stadium verspielten, behielten sie diesmal die Nerven. Die Mannen von Arthur Smith marschierten das Feld hinunter und Mike Davis vollendete den Drive mit einem Touchdown-Run. Den anschließenden 10 Punkte Vorsprung konnten die Jets zu Spielende nur noch mittels Field-Goal verkürzen. Kurioses am Rande: Bislang konnte noch nie ein Rookie QB einen Sieg bei der International Series feiern. Eine Serie, die auch Zach Wilson mit einer eher überschaubaren Leistung (192 Yards, 19/32, 1 Int) nicht brechen konnte.

Stichwort International Series! Die NFL gab am Samstagabend bekannt, dass am 12.10.2021 die drei Kandidaten für den Austragungsort eines Regular Season Spiels in Deutschland bekanntgegeben werden. Mein Tipp ins Blaue: München, Düsseldorf oder Berlin.

(Anmerkung: Diese Zeilen wurden vor der Bekanntgabe geschrieben, aber da der Tipp ziemlich gut war, lassen wir ihn im Original drinnen. Am Ende wurden es München, Düsseldorf und Frankfurt. Die NFL rückt Österreich jedenfalls immer näher, haha)

Houston Texans (22:25-Niederlage gegen die New England Patriots)

Vermutlich kommt es nicht oft vor, dass in der User Endzone eine Mannschaft zum persönlichen "Team of the Week" gekürt wurde, obwohl sie verloren hat. Nach der Schlappe letzte Woche gegen die Bills wartete mit Bill Belichick und seinen New England Patriots die nächste Hürde für die Mannen von Head Coach David Culley.

Eben jener Belichick, der vor Spielbeginn mit einem 23:6-Rekord gegen Rookie QBs aufzeigen konnte. Doch einer ließ sich davon nicht wirklich beeindrucken: Texans-Rookie-QB Davis Mills. Der frühere QB aus Stanford spielte eine nahezu fehlerfreie Partie und glänzte mit 3 Touchdown Pässen und insgesamt 312 erzielten Yards.

Doch schlussendlich reichte auch diese außergewöhnliche Leistung nicht für den Sieg der Texans. Maßgeblich dafür verantwortlich war Texans-Kicker Kai'imi Fairbairn, der an diesem Spieltag lediglich von Mason Crosby bzw. Evan McPherson, im negativen Sinne, überboten wurde. Zwei vergebene Extra-Points und ein vergebenes Field-Goal waren schlussendlich zu viel des Guten.

Trotz der Niederlage gegen die Pats, die von einem soliden Mac Jones (231 Yards, 23/30, 1 TD, 1 Int) angeführt wurden, sind die Texans für mich bis dato eine der positiven Überraschungen der Saison. Houstons Leistungen in sämtlichen Saisonspielen, ausgenommen die Klatsche gegen die Bills, waren besser als erwartet.

Tom Brady (QB – Tampa Bay Buccaneers - 30/41, 411 Yards, 5 TDs, QB Rating 144,4)

Nach zwei eher überschaubaren Leistungen gegen die LA Rams und die New England Patriots meldete sich der "GOAT" eindrucksvoll zurück.

Trotz der zuvor klar verteilten Favoritenrolle zwischen den Bucs und den Dolphins gab es Stimmen in NFL-Kreisen, die behaupteten, Brady könnte gegen die Mannschaft von Brian Flores Probleme bekommen. Unter der Woche kündigte Flores nämlich an, das Gametape der Patriots gegen die Buccaneers zu studieren, da sein ehemaliger Lehrmeister Bill Belichick einen fast perfekten Gameplan in Week 4 gegen Brady konstruierte.

Aber dieser Plan ging bei weitem nicht so auf, wie es sich Flores wohl vorgestellt hatte. Es hatte eher den Anschein, dass Brady sämtliche Schwachstellen im Defense-Konzept der Dolphins kennen würde.

Der Altmeister setzte seine gesamte Offense in Szene, insbesondere die beiden Wide Receiver Antonio Brown (7 Catches, 124 Yards, 2 Tds) sowie Mike Evans (6 Catches, 113 Yards, 2 Tds) bereiteten Xavien Howard und Co. schlaflose Nächte.

Saquon Barkley (Running Back der NY Giants)

Während die Cowboys aus Dallas den vierten Sieg in Serie feierten und den 1. Platz in der NFC East festigten, verloren die Giants nicht nur das Spiel, sondern auch zahlreiche Leistungsträger mit Verletzungen. Quarterback Daniel Jones erlitt eine Gehirnerschütterung, Kenny Golladay verletzte sich am Knie und auch bei Saquon Barkley schlug der Verletzungsteufel wieder zu.

Vielleicht klingt es für manche zu hart, den Running Back der Giants als "Loser of the Week" zu titulieren, doch es ist fast schon tragisch, wie diese Verletzungsanfälligkeit womöglich eine große Karriere verhindert. Der 24-jährige verpasste in den letzten zwei Spielzeiten 17 von 32 Spielen aufgrund von Verletzungen.

Im Spiel gegen die Cowboys knickte Barkley nach einem unabsichtlichen Kontakt mit einem Mitspieler mit dem linken Knöchel um und musste anschließend abtransportiert werden. Ersten Berichten zufolge erlitt der 2nd Overall Pick des 2018 Drafts nur eine Verstauchung, doch, wenn man die Lichtbilder des geschwollenen Knöchels betrachtet, kann man davon ausgehen, dass Barkley den Giants wieder einige Wochen nicht zur Verfügung stehen wird.

Für die New Yorker eine erhebliche Schwächung, auch wenn Barkley in dieser Saison noch nicht die Spritzigkeit vorweisen konnte, die ihn am College auszeichnete. Persönlich wünsche ich ihm, dass er in naher Zukunft endlich vom Verletzungsteufel verschont bleibt.


USER MATB

Bevor ich auf meine Sicht der Geschehnisse zu sprechen komme, möchten wir uns bei User Muehli17 für sein jahrelanges tatkräftiges Mitwirken bedanken. Muehli möchte zukünftig etwas kürzer treten und hat nicht mehr die Zeit aktiv mitzuwirken. Wir freuen uns über jeden Kommentar von ihm über seine 49ers und unsere Beiträge. Danke nochmals!

Los Angeles Chargers (4-1) - Cleveland Browns (3-2) 47:42

Ich konnte mich in dieser Kategorie gar nicht entscheiden bei der Vielzahl an Spitzenspielen. Fast 90 Punkte brachte das Aufeinandertreffen zwischen Browns und Chargers ein.

Die Führung wechselte dabei sieben Mal bis zum Endstand. Dabei sah es zur Halbzeit bzw. nach der Halbzeit noch gut für die Browns aus. 20:13 und mit dem ersten Drive in Quarter 3, einem Big Play Run von Nick Chubb über 52 Yards, zum Touchdown stand es 27:13.

Ganze 41 Punkte brachte das 4. Viertel mit sich. Kein Bewerbungsschreiben für beide Defenses. Am Ende vom Spiel hatten die Browns mit 531 Yards gegenüber 493 die Nase vorne. Während Justin Herbert 398 Passing-Yards mit 4 TDs auflegte, waren es bei den Browns Nick Chubb und Karim Hunt, die dem Spiel der Browns den Stempel aufdrückten. Zusammen kamen sie auf 232 Yards und 3 TDs.

Eben jene 3 Rushing TDs konnten die Chargers auch für sich verbuchen. Dies waren 2 TDs von Ekeler und einer von Justin Herbert.

Für beide Teams war dies ein Ausblick auf die restliche Saison, mit diesen Leistungen sollten beide in die Playoffs kommen und dort ist immer alles möglich.

Die Browns stehen bei 3-2. Für sie heißt es nun Mund abwischen, denn schon nächste Woche steht die nächste schwierige Begegnung gegen die noch unbesiegten Cardinals auf dem Plan. Für mich schon heute wieder ein Topspiel. Da auch Baker Mayfield mit 302 Yards für mich eigentlich keine Fehler machte.

Mehr beeindrucken mich aber im Moment die Chargers. Viele Experten zählten die Chargers die letzten Jahre immer wieder mal zu den Playoff-Kanditaten. Die Chargers selbst schafften es aber immer wieder, diese Vorschusslorbeeren nicht gerecht zu werden. So waren es immer die One-Score-Games, die sie verloren. 7-13 war hier die negative Bilanz. Heuer dürften sie den richtigen Hebel gefunden haben, stehen sie bisher bei 3-1 in dieser Bilanz. Einzig die Raiders konnten mit 14 Punkten Differenz geschlagen werden.

Besonders beeindruckend ist immer wieder die Art und Weise, wie es die Chargers schaffen, die Spiele im letzten Quarter zu drehen. Bisher eher die Schwäche der Chargers. Für mich ist Justin Herbert in die nächste Stufe der QB-Rangordnung aufgestiegen und gerade dabei, ein Elite-QB zu werden.

Stars of the Game:

Justin Herbert: 26/43 für 398 Yards und 4 TDs, 29 Rushing Yards, 1 TD

Mike Williams: 8 Receptions, 165 Yards 2 TDs

Baker Mayfield: 23/32 für 302 Yards und 2 TDs

Nick Chubb: 161 Rushing Yards, 1 TD


Worst of the Game:

Beide Defenses – schafften gemeinsam nur 1 Turnover und 3 Sacks.

Buffalo Bills (38:20 gegen die Kansas City Chiefs)

Wie habe ich mich auf dieses Spiel gefreut. Natürlich machte ich die Nacht zum Tag, um meine Bills in der „Höhle des Löwen“ zu sehen. Im dritten Spiel gegen den vermeintlichen Krösus in der AFC war es nun soweit und Allen konnte die Chiefs endlich besiegen.

Dieses Kunststück gelang den Bills im ausverkauften Arrowhead Stadion, eine der lautesten Arenen in der NFL. Doch die Zuschauer verstummten von Viertel zu Viertel zusehend.

Ich muss ehrlich sagen, ich rechnete nicht mit so einer eindrucksvollen Vorstellung der Bills. Wobei ihnen die Chiefs auch in die Karten spielten, lautete doch die Turnoverbilanz am Ende 4:0 für die Bills. Die Chiefs verstehen es heuer nicht diese Fehler abzustellen und die Defense gleicht einem Scherbenhaufen. Aber genug von den Chiefs, es geht ja hier um mein Team of the Week. Nur eines noch: Die Chiefs stehen bei 2-3 und sind Letzter in der AFC West. Wer hätte das vor der Saison so erwartet.

Aber zu den Bills: Dass die Offense imstande ist, solche Leistungen zu bringen, war keine Frage, dass wusste jeder. Nur gegen die Chiefs schafften sie es noch nicht. Für viele Bills-Fans, mich inklusive, ist die Niederlage im Championship-Game der Vorsaison noch sehr frisch. Nach einer 9:0-Führung war damals nichts mehr zu holen. Die Offense fand fast gar nicht mehr statt. Allen konnten mit dem laufenden Druck nichts anfangen.

In der Nacht von Sonntag auf Montag war das komplett anders, Allen dürfte auch hier noch etwas dazu gelernt haben. Weniger hektisch, als noch in Woche 1. Die O-Line hielt wesentlich besser und war es mal von Nöten, machte er die notwendigen Yards selbst zu Fuß. Am Ende standen 315 Passing Yards, 3 Passing TDs sowie 11 Läufe für 59 Yards und 1 TD zu Buche. Das Quarterback-Rating von 139,1 ist schon fast MVP verdächtig. Nach den ersten schlechten Wochen hat Allen wieder zu seiner Form gefunden. Die Offense ist die Beste in der NFL nach erzielten Punkten, ganze 172 konnte sie bisher erzielen.

Doch den Sieg machten nicht Allen und die Offense klar, sondern die Defense. Die letzten Jahre noch der schwächere Mannschaftsteil, steht sie im Moment der Offense um nichts nach. Mit 64 Gegenpunkten ist es auch hier die #1 in der NFL. Man hat die Lehren aus der vorigen Saison gezogen. In der Offseason wurde versucht, den (fehlenden) Pass Rush zu verbessern. Dies ist bisher ganz klar gelungen. Umso beeindruckender, da gegen die Chiefs eigentlich nicht auf das Blitzen gesetzt wurde. Die 4 Men Front schaffte es immer wieder Druck auf Mahomes zu entwickeln. 2 Interceptions und 1 Fumble waren die logische Folge. Rookie Greg Rousseau wird hier immer mehr zum Faktor.

Die Bills stehen auch in dieser Kategorie ganz vorne. Ganze 15 Turnovers konnten in den ersten 5 Spielen erzielt werden, +11 steht hier mit dem Abzug der eigenen.

So sind die Bills auch für mich ein heißer Anwärter auf den Super-Bowl-Einzug, doch Vorsicht die Saison ist noch lange. Einen kleinen Kritikpunkt gibt‘s von mir auch noch, das Laufspiel, welches in den letzten drei Spielen nicht so schlecht funktionierte, war in diesem Spiel fast nicht vorhanden. An diesem sollte noch gearbeitet werden.

Star of the Game:

Josh Allen: 15/26 für 315 Yards, 3 TDs, 59 Rushing Yards, 1 TD

Greg Rousseau: 4,5 Tackle, 1 Tackle for loss, 1 Sack, 1 Interception

Davante Adams (WR, Green Bay Packers, 11 Receptions, 206 Yards, 1 TD)

Das Spiel der Packers gegen die Bengals war in meiner engeren Auswahl für das Game of the Week. In diesem Spiel waren zwei WR, die sich ins Rampenlicht spielten. Auf Seiten der Bengals Rookie Jam‘Marr Chase, der bei 6 gefangenen Würfen 159 Yards und 1 TD erzielen konnte.

Ich entschied mich für die „Lebensversicherung“ der Packers. Davante Adams. 206 Yards und 1 TD waren wieder mal aller Ehren wert. Adams bringt Woche für Woche seine Leistungen. In dieser Form ist er einer der Besten, wenn nicht der Beste in der NFL.

Er sieht sich meist einer Doppeldeckung entgegen, doch Matt LaFleur und sein Coaching Staff schafften es immer wieder Adams zu verschieben, damit er Plays machen konnte. Den Rest besorgte Adams selbst.

Man darf gespannt sein, was die nächste Offseason in Wisconsin bringen wird. Das Thema Aaron Rodgers schwebt wie ein Damoklesschwert über den Packers. Dem nicht genug, läuft der Vertrag vom „einzigen brauchbaren“ WR, Davante Adams, aus. In den Medien spricht er schon drüber, nicht mit einem neuen Vertrag von den Packers zu rechnen, da er wie der beste WR der NFL bezahlt werden möchte.

Fast schafften es die Packers noch das Spiel herzuschenken und das bringt mich zur nächsten Kategorie.

NFL-Kicker

Keine leichten Zeiten für Kicker in der NFL. Ganze 24 Field Goals oder Extrapunkte konnten alleine am Sonntag nicht verwertet werden. Nicht alle darf man hier in einen Topf schmeißen, doch einigen versagten sehr wohl die Nerven.

Am Schlimmsten war es beim bereits angesprochenen Spiel Packers gegen Bengals. Ganze 5 Field Goals und 1 Extrapunkt verschossen hier die Kicker. Um es am Ende doch mit einem Field Goal zu Gunsten der Packers zu gewinnen.

Ein weiteres Beispiel, Dominiks Team of the Week, wäre wirklich ein Gewinner, wenn Ka‘imi Fairbairn das Field Goal aus 56 Yards verwertete, eine Overtime hätte es aber schon sein müssen, hätte er die 2 seiner 3 Extrapunkte verwandelt.

In der momentanen engen NFL kann ein sicherer Kicker den Unterschied ausmachen.

Jon Gruden

Ich konnte mich bei den Loser of the Week nicht ganz entscheiden. Salz in die Wunden aller und insbesondere Neos Wunden möchte ich nicht streuen. Doch wen ich hier noch "vor den Vorhang" heben möchte ist Jon Gruden, der als Coach in Las Vegas zurückgetreten ist.

Die Raiders sind mit 3-0 gestartet, stehen nun bei 3-2. Die Niederlage gegen die bereits starken angesprochenen Chargers kann vorkommen, doch gegen solche Bears darf man nicht verlieren, wenn man in die Playoffs kommen möchte. Vor allem die Art und Weise macht mir etwas Angst.

Ganze 9 Punkte brachten die Raiders zustande. Bereits wie im Vorjahr gibt's bei den Raiders Ups and Downs. Von Gruden erwartet man mehr in Las Vegas.

Viel schlimmer als die Niederlage sind die Rassismusvorwürfe gegen Jon Gruden. Eine E-Mail vor 10 Jahren fliegt ihm nun um die Ohren. Er schrieb dem damaligen NFLPA-Boss und heutigem Washington Football Team Präsidenten DeMaurice Smith. In der Mail stand u.a. Smith hätte "Lippen so groß wie Michelin Reifen". Warum man nun 10 Jahre später damit an die Öffentlichkeit geht, bleibt ein Geheimnis, die Raiders distanzierten sich sofort von Grudens Äußerung.

Er selbst zog die Konsequenzen.

PETER ALTMANN:

SENF DER WOCHE:

1.) "Es liegt mir echt fern, mich Woche für Woche über die Detroit Lions lustig zu machen, aber…"

Richtig, das ist der Einstiegssatz der vergangenen Woche. Es liegt mir auch tatsächlich fern, denn lustig ist das alles nimma. Wieder eine Niederlage, nach der man sich nur an den Kopf greifen kann, wenngleich ich Sympathien dafür empfinde, dass Minnesota-Kicker Greg Joseph sein Missgeschick aus dem Arizona-Spiel wettmachen konnte.

Dennoch, armer „Neo“. Unser leidgeprüfter Lions-Fan hat mir noch am Sonntag ein Video über den Gefühlszustand bzw. das körperliche Leiden von Detroit-Fans zukommen lassen, auf dessen Veröffentlichung hier verzichten möchte, obwohl es zugegeben amüsant ist. Aber die dargebotenen Szenen sind schmerzhaft, nix für Kinder und schon gar nicht zur Nachahmung empfohlen.

So schmerzhaft wurde es für Lions-Fans halt auch, weil man letztlich zu früh gescort hat.

2.) Was mich nahtlos zu einer wirklich amüsanten Szene bringt. Denn das ist den Chargers ja eigentlich auch passiert. Unfreiwillig. Denn Austin Ekeler wusste, dass er aus Zeit-Management-Gründen gegen seine Instinkte handeln und NICHT in die Endzone laufen sollte. Blöderweise wussten das auch die Browns-Defender, die ihn hineinschubsten, damit sie noch mit genügend Zeit an den Ball kommen würden. Anders als die Vikings haben sie die verblieben Zeit halt nicht zum Sieg genutzt.

Falls ihr es nicht gesehen hat – das ist wohl einer der unfreiwilligsten siegbringenden Touchdowns der NFL-Geschichte:

3.) Brandon Staley meinte nach dem Spiel, dass die Chargers nicht mit dem Browns-Schachzug eines „Eigen-Touchdowns“ gerechnet hätten.

Ansonsten rechnet der gute Herr aber scheinbar sehr viel und sehr richtig. Denn es ist höchste Zeit, dass wir uns intensiver mit dem Head Coach der Los Angeles Chargers auseinander setzen. Nennen wir sein Playcalling bei diesem Monster-Spiel gegen Cleveland mal mutig und aggressiv.

Nein, eigentlich ging er teilweise vor wie jemand bei „Madden“ am niedrigsten Level auf der Jagd nach völlig illusorischen Rekorden (also wie ich früher). Er spielte vierte Versuche in Situationen aus, in denen das mehr als selten ist. Mathematiker werfen NFL-Coaches generell gerne vor, zu feig und konservativ zu sein. Was das Ausspielen von vierten Versuchen betrifft, gibt es generell einen Wandel.

Aber so aggressiv wie Staley ist einzigartig. Niemand spielt ohne Not mitten im Spiel einen 4th and 2 an der eigenen 24 aus. Zwei Mal ließ er längere vierte Versuche (einmal 7, einmal 8 Yards) in aussichtsreicher Field-Goal-Position ausspielen, anstatt die drei Punkte mitzunehmen.

Am Ende hat sich dieses Touchdown-Denken ausgezahlt, wenngleich der letzte davon unfreiwillig war. Mal sehen, ob das ein ligaweiter Trend wird (Das Versagen vieler Kicker würde es hergeben).

Ein US-Kolumnist hat völlig treffend festgestellt, dass es ihm langsam die jahrelange Geschäftsgrundlage entzieht, wenn die Chargers smart agieren. Hehe, dem kann man sich anschließen. Es ist kein Geheimnis, dass ich kein Fan des Umzugs von San Diego nach L.A. war, so sehr ich die Stadt L.A. auch mag. Denn niemand in Los Angeles hat auch nur annähernd auf die Chargers gewartet.

Aktuell scheint es, als wüssten die Chargers ihre einzige Chance in der Millionen-Metropole zu nutzen: Stars und Sieger zu kreieren, ist nirgendwo wichtiger als in Hollywood und Umgebung. Justin Herbert scheint ein Sieger zu sein und ist am besten Weg zum Superstar.

4.) Was für ein Monday Night Game!! Da würde ich doch glatt gerne eine Einschätzung von einem Ravens-Fan lesen!

5.) Sind wir bei Giants gegen Cowboys Zeugen des endgültigen Durchbruchs des New Yorker Rookie-Receivers Kadarius Toney geworden? Vermutlich. Er sollte sich nur in Erinnerug rufen, dass er hauptberuflich Footballer und nicht Boxer ist. In dieser Szene habe ich mir Sekundenbruchteile davor schon gedacht, er wird doch nicht… Doch, er hat…:

6.) Die Seattle Seahawks ohne Russell Wilson werden in den kommenden Wochen sehr ungewohnt. Ich bin echt gespannt, ob und wie man sein Fehlen auch nur ansatzweise kaschieren kann. Geno Smith wurde einst viel zu früh ins kalte Wasser geworfen. Mal sehen, was er in den vergangenen Jahren abseits des Rampenlichts gelernt hat.

7.) In der letztwöchigen Umfrage nach dem derzeit schlechtesten NFL-Team hatten 47 Prozent von euch die Houston Texans vorne (zugegeben auch ich). Hmmm, vielleicht sollten wir das noch mal überdenken (siehe oben). Wie David Culley – ein routinierter Coach, aber mit 66 erstmals Head Coach – die schwierige Situation angeht, finde ich generell nicht verkehrt. Aber ich nehme an, der Saisonverlauf bleibt wechselhaft.

Die Umfrage in dieser Woche bezieht sich auf den AFC-Dominator der vergangenen beiden Jahre. War es das bereits für die Kansas City Chiefs oder rappeln sie sich doch noch zum nächsten Super-Bowl-Lauf auf?




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