User Endzone: Heiß, heißer, Los Angeles Rams

User Endzone: Heiß, heißer, Los Angeles Rams Foto: © getty
 

Da sind wir wieder!

Auch nach Week 3 in der NFL gibt es viel zu besprechen. Gut also, dass es die "User Endzone" gibt - das NFL-Format von EUCH für EUCH.

Zwei User geben in verschiedenen Kategorien ihre Expertisen, Meinungen und Ansichten zum besten.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und gerne auch Anregungen, schließlich will auch dieses Format weiterentwickelt werden.

Die Hosts in Week 3: "TheLuky" und "kloisg".

USER KLOISG

Kansas City Chiefs (1-2) - Los Angeles Chargers (2-1) 24:30

Eines vorweg: Das Duell Mahomes (26) gegen Herbert (23) könnte uns das nächste Jahrzehnt versüßen. Nun aber zum Sonntag. Die Chiefs können meist von sich behaupten, als Favoriten in ein Spiel zu gehen, so auch diese Mal. Was ganz sicher nicht geplant war: Drei Turnovers in den ersten drei Drives und ein 3:14-Pausenrückstand. Zurückzuführen ist der Pausenstand auf eine bärenstarke Defense der Chargers und einen sicheren Justin Herbert. Nach der Pause und einer scheinbar gelungenen Ansprache drehten die Chiefs auf und scorten Touchdowns in den drei nächsten Drives. Los Angeles hatte nur einen entgegen zu setzen. Zwischenstand 21:24 Chiefs und etwas weniger als sieben Minuten auf der Uhr. Auf ein Field Goal zum Ausgleich folgte die für mich spielentscheidende Szene: 2:00 auf der Uhr und 3&8, Mahomes geht tief und findet …. niemanden. Im Gegenteil der Ball wird intercepted. Der anschließende TD-Drive liest sich entspannter als er es war: 1:10 Minuten, 8 Plays und ein TD-Catch von M.Williams. Das Problem an der Sache: Eine 4th-Down Conversion, mehrere Flags und 0:32 Sekunden und ein Time-out für Mahomes. Vor allem die letzten zwei möchte man beim Stand von 30-24 nicht sehen.

Um gleich Spannung raus zu nehmen, es war knapp, in die Endzone kamen die Chiefs aber nicht mehr. Sieg Chargers. Vermutlich nicht der letzte in dieser Saison.

PS: Andy Reid wurde nach dem Spiel mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht, konnte dieses aber wenig später bereits wieder verlassen.

Arizona Cardinals (31:19 gegen Jacksonville Jaguars)

Kyler Murray kann laufen. Kyler Murray kann werfen. Kyler Murray scheint ein Franchise QB zu sein. Ok, die Statistik ist ausbaufähig, aber die wichtigste Statistik ist 3-0. Arizona hat es geschafft, um Murray einen Vielzahl an, zwar nicht mehr ganz jungen aber trotzdem noch guten NFL-Profis zu versammeln. Namen wie J.J. Watt, A.J. Green, DeAndre Hopkins, James Conner oder Chandler Jones sprechen für sich. Natürlich ist das 3-0 auch eine wenig dem Spielplan geschuldet, aber mit den LA Rams kommt diesen Sonntag ein echter Gradmesser gefolgt vom nächsten Division Game gegen die 49ers. Apropos Division: Das könnte auch das größte Problem im Hinblick auf die Playoffs werden, denn zu den beiden erst zuvor Genannten gesellt sich auch noch Seattle.

Josh Allen (BB - Buffalo Bills - 358 Yds, 4 TDs/0 INT, 1 Rushing TD)

MVP, MVP, MVP. Ok, dafür ist es wohl noch ein wenig zu früh. Aber Allen macht dort weiter, wo er letztes Jahr aufgehört hat. Er spielt spektakulär und macht nur wenige Fehler. Außerdem weiß er, wie man sich zu Fuß Zeit kauft. Gepaart mit einer weiterhin sehr guten und tiefen Buffalo-Mannschaft, könnten es die anderen AFC East-Teams sehr schwer haben.

New England Patriots (13:28 gegen New Orleans Saints)

Schon klar, zwei Niederlagen sind kein großes Problem. Was allerdings ein Problem werden könnte, ist wie die Niederlage zustande gekommen ist. Drei INTs, ein blocked Punt, viele Drops. Komplett uncharakteristisch für Teams von Bill Belichick. Mac Jones spielt brav, nicht mehr und nicht weniger. Die Bälle fange müssen schon seine Receiver. Was die Sache aber so interessant macht, ist das kommende Spiel: Das Wiedersehen mit Tom Brady zuhause in Foxborough. Ein positives Momentum sieht anders aus. Ok, das hat Tampa auch nicht.


USER THELUKY:

Las Vegas Raiders (3-0) - Miami Dolphins (1-2) 31:28

In dieser Rubrik hat es am Wochenende genügend Spiele gegeben, die man wählen hätte können, da aber Chargers vs. Chiefs bereits von meinem Kollegen ausgewählt wurde und Green Bay Packers vs. San Francisco 49ers bereits eine ausführliche Matchbeschreibung auf LAOLA1 bekommen hat, habe ich mich für ein Spiel entschieden, das ebenfalls viel Spannung geboten hat.

19 Jahre ist es mittlerweile her, dass die Raiders zum letzten Mal mit 3-0 in eine Saison gestartet sind – 2021 ist es nun wieder so weit, auch wenn zwei Siege davon in der Overtime erzielt wurden.
Die Dolphins, bei denen Tua Tagovailoa weiter verletzt ist und auf IR-List gesetzt wurde, erwischten mit Jacoby Brissett den besseren Start. Nach einem Pick-Six von Carr spielten die Raiders zwar mutig ein 4th and ONE – an dieser Stelle ein kleiner Seitenhieb in Richtung Giants, die an der 39-Yard Linie lieber Punten als auf Sieg zu gehen – aus, dies ging leider schief und somit stellte Malcom Brown auf 14-0.
Die Raiders kamen danach ihrerseits nach starkem Punt mit einem Safety aufs Scoreboard und verkürzten im nächsten Drive per Field Goal auf 5-14, nur um anschließend mit weiteren 20 unbeantworteten Punkten klar in Führung zu gehen. Doch dem nicht genug gaben sich die Dolphins noch nicht geschlagen und kamen mit auslaufender Uhr & 4th and Goal durch Brissett der in diesem Play seine läuferischen Fähigkeiten unter Beweis stellte und mit anschließend Two-Point-Conversion zum Ausgleich.

Die Entscheidung in der Overtime fiel schließlich nach dem zweiten verwandelten Field Goal durch Kicker Daniel Carlson.

Derek Carr steht nun nach 3 Spielen bei 1203 Yards und reiht sich somit historisch gesehen in die Riege von einem gewissen Tom Brady, Ryan Fitzpatrick und Kurt Warner ein.

Los Angeles Rams (34:24 gegen die Tampa Bay Buccaneers)

Wer sollte Tom Brady in seinem x-ten Frühling mit diesem Team, welches die Tampa Bay Buccaneers aufboten, schlagen?! Richtig, eines der momentan heißesten Teams der Liga – die Los Angeles Rams!

MacVay und Co. investierten viel, um Stafford von den Lions loszueisen, um mit neuem QB einen erneuten Angriff auf die Super Bowl zu starten und bis jetzt sollte sich dies auch auszahlen. Die Rams mussten dafür aber in der Nummer 1 Defense des letzten Jahres einige Abgänge verkraften, aber gerade diese Defense, auch mit neuem Defensive Coordinator Raheem Morris, spielt in dieser Saison um nichts schlechter als letztes Jahr. Und genau das ist das, was dem Team in dieser schwierigen Divison eine hohe Baseline gibt und für alle weiteren Gegner gefährlich macht.

Sollte sich hier die Offense rund um Stafford, der zwar wieder 4 Touchdowns auflegte, aber trotzdem noch nicht das ganze Potenzial dieser Unit abruft, weiter steigern, ist dieses Team der Los Angeles Rams ein ganzer heißer Tipp auf den Triumph der Vince Lombardi Trophy im Februar.

Justin Tucker (Kicker - Baltimore Ravens - 4/5 FG, Longest 66 YARD!!!!, 1/1 XP)

Kicker werden in der NFL viel zu wenig gelobt, viel zu oft stehen sie auf der negativen Seite der Berichterstattung (Greg Joseph von den Vikings kann ein Lied davon singen – er verwertete diesmal beim Überraschungssieg der Vikings übrigens alle Field Goals und Extrapunkte).

Deshalb soll diesmal der Player of the Week – Award an einen Kicker gehen. Nein, nicht an irgendeinen Kicker sondern an den G.O.A.T – Kicker Justin Tucker.

Bereits seit vielen vielen Jahren ist er einer der zuverlässigsten Kicker der Liga – alleine 49 Field Goals im vierten Viertel sprechen Bände – und hält somit die Ravens immer wieder im Spiel oder bringt sie auf die Siegerstraße. Dieses Mal war es ein Field Goal aus 66 (in Zahlen: Sechs- und sechzig) Yards (REKORD in der NFL!!), das den Ravens bei auslaufender Uhr den Sieg brachte. Man stelle sich vor, der Kick ist um ein paar Yard zu kurz und der Returner trägt den Ball zurück in die Endzone und man kassiert so einen Touchdown – soll ja anscheinend vorkommen :D – aber nicht bei Tucker, denn sein Ball sprang vom Querbalken zur Freude der Ravens ins Netz dahinter.

Chicago Bears (6:26 vs. Cleveland Browns)

Zugegebenermaßen gibt es leichtere Gegner als dieses Browns Team, das zum erweiterten Kreis der Titelanwärter zählt. Aber warum dann gerade die Bears als Loser of the Week?

Um dies zu beantworten, sollte man ein wenig weiter ausholen, denn vor ein paar Jahren wurden Monster-Verträge vergeben, weil man dachte, man befindet sich in einem Titelfenster. Nick Foles wurde als Heilsbringer geholt, nur um anschließend doch wieder Trubisky starten zu lassen, welchen man danach aber doch wieder vom Hof jagte, nur um in der diesjährigen Offseason mit Justin Fields ein QB-Talent zu draften und als Starting QB Andy Dalton unter Vertrag zu nehmen.

Nach der Pre-Saison und ersten Auftritten wurde der Ruf schnell nach einem frühen Wechsel auf der QB-Position laut – dieser wurde dann auch aufgrund der Verletzung von Dalton fällig.
Was macht man mit einem Talent, das viele Qualitäten als Läufer mitbringt? Richtig man lässt ihn möglichst viel passen, passt das System seinem Rookie-QB so wenig wie möglich an und sieht dabei zu, wie Myles Garrett und Jadeveon Clowney ihn möglichst oft zu Boden bringen.

Auch so kann man ein Talent relativ schnell verheizen. Es brennt lichterloh in Chicago, nur ob Head Coach Matt Nagy dieses Feuer wieder löschen darf bzw. kann, bleibt abzuwarten – ändern sollte sich bei den Bears aber schleunigst einiges.

PETER ALTMANN:

SENF DER WOCHE:

1.) Ja eh, es gab generell viel Gesprächsstoff, aber ich bin immer noch hin und weg von diesem zufälligen Kicker-Fernduell um das längste Field Goal der Geschichte.

Erst scheitert Rekord-Inhaber Matt Prater spektakulär an der Verbesserung seines Rekordes (siehe Tweet unten), dann kommt mit Justin Tucker der wohl beste Kicker aller Zeiten und pfloinkt und goatet sich zum Rekord (siehe Tweet und Würdigung oben).

Wirklich doppelt schade für Prater, aber ich finde es durchaus würdig und passend, dass sich Tucker diesen Rekord mit 66 Yards umhängen darf. Wie lange wird sich weisen. Das längste Field Goal der Geschichte ist ein Rekord, der nämlich eher selten gebrochen wird, entsprechend werden wir noch öfter von Week 3 der Sasion 2021 hören.

Prater stellte die bisherige Bestmarke von 64 Yards 2013 auf. Ein 63-Yarder gelang erstmals 1970. Damals war Toni Fritsch noch nicht in der NFL.

Der Vollständigkeit halber möchte ich schon bemerken, wie Leid mir die Detroit Lions und mit ihnen unser "Neo" in dieser Situation taten. Das war auch ganz ohne die Delay-of-Game-Sache richtig, richtig brutal. Aber irgendwie macht mich dieses Spiel noch zuversichtlicher, dass der Rebuild unter Dan Campbell funktionieren kann.

2.) Aaron Rodgers mit mehr als 3,78954 Sekunden Zeit auf der Uhr den Ball zu geben, ist ungeschickt. Das sollte gerade Rodgers' Herzensteam aus San Francisco eigentlich wissen. Den vermeintlich siegbringenden Touchdown sollte man in Zukunft besser timen.

Aber eine der Erkenntnisse dieser Partie ist wohl: Die anfänglichen Sorgen bezüglich Rodgers in dieser Saison waren wohl unbegründet. Ob keine Lust, schlechte Laune oder die allerletzte Rechnung des Offseason-Dramas - was auch immer da in Week 1 gegen New Orleans los war, es scheint behoben. Gemeinsam mit Aaron Jones und Davante Adams wird Rodgers auch in dieser Saison für Angst und Schrecken unter gegnerischen Defenses sorgen.

Und vielleicht schaut sich der hauptverantwortliche Übungsleiter ja noch bei anderen Teams ab, dass man in entscheidenden Situationen seinen Superstars vertraut (liebe Grüße nach Baltimore!), dann geht ja gach Richtung Titel doch noch was.

3.) Wenn wir in Sachen alternde Quarterbacks eine Station weiter zu den Pittsburgh Steelers wandern, darf man sich inzwischen sehr wohl Sorgen machen. Nach dem - im Nachhinein immer überraschenderen - Auftaktsieg bei den Buffalo Bills sind die Steelers ordentlich außer Tritt geraten und das eher biedere Spiel von Ben Roethlisberger trägt natürlich dazu bei. Gerade gegen die Bengals war das natürlich viel zu mut- und kraftlos.

Wenn man einen QB kurz vorm 40er hat, sind - zumindest in einer Tom-Brady-losen Welt - gewisse Limits ganz normal. Die kann man jedoch schon auch ausgleichen. Daran scheitern die Steelers derzeit komplett. Dies beinhaltet, nur als Beispiel, dass RB-Jungstar Najee Harris zwar als Passempfänger durchaus aufzeigt, in seinem Kernjob als Rusher bislang jedoch vieles schuldig bleibt.

Kurz vor der Pension alles "Big Ben" umzuhängen, wird nicht klappen. Das ist aber in der Tat nicht böse gemeint, schließlich war es in der Spätphase bei Peyton Manning ja nicht anders. Der gewann beim Abtritt aber noch mal Edelmetall in Form der Lombardi-Trophy. Wie gesagt: Man kann das schon auch ausgleichen... Vielleicht schon beim Oldie-Kräftemessen mit Aaron Rodgers nächste Woche.

4.) So, und irgendwie bleibt mir nichts anderes übrig, als den Alte-Säcke-Hattrick komplett zu machen. Nächste Woche ist da irgendwas, was relativ geil ist und nicht nur die Augen der Football-Welt auf sich ziehen wird.

Richtig, mit Los Angeles Rams gegen Arizona Cardinals kommt es zum Showdown der beiden unbesiegten NFC-West-Teams. Letzte Woche wollten wir von euch in der Umfrage wissen, wie ihr die Kräfteverhältnisse in dieser Monster-Division einordnet. Mit 45 Prozent setzt knapp jeder Zweite von euch auf die Rams. Die Cardinals folgen mit 23 Prozent, dahinter die Seattle Seahawks mit 20 Prozent und die San Francisco 49ers mit 12 Prozent.

Und ja, dieses Duell wird natürlich megaüberdrübersowasvongrandios, aber war nicht das, das ich meinte. Mit dem alten Sack war natürlich Tom Brady gemeint und seine Heimkehr nach Foxboro als Gegner der New England Patriots (ums mal so trocken wie möglich aufzuschreiben).

Ich mein, ganz ehrlich, schon Brett Favre GEGEN die Packers war früher - wie formuliert man das? - speziell. Aber Brady GEGEN New England und noch dazu auswärts @Patriots? Da fehlen mir ein wenig die Worte - und bekanntlich bin ich wirklich nicht unbedingt ein Brady-Fanboy, sondern eher jemand, der seine Verdienste im Laufe der Jahre zu respektieren und schätzen lernte. Rein titeltechnisch geht er inzwischen natürlich schon als G.O.A.T durch :-) Und generell bin ich nicht unfroh, wenn ältere Menschen als ich noch sportlich aktiv sind, hahaha.

Zwei Dinge, die ich jetzt nicht mache: Auch wenn AFC/NFC-Duelle bekanntlich nicht so oft vorkommen, traue ich mich erstens nicht zu sagen, dass es ein einmaliger Showdown zwischen Brady und Patriots bleibt - da sind Herrschaften am Werk, denen ich inzwischen alles zutraue.

Zweitens habe ich in den vergangenen zwei Jahrzehnten gelernt, dass ich aus Prinzip nicht mehr gegen Bill Belichick wette. Logisch, auch ich sehe die Tompa Bay Bradys natürlich als Favorit. Aber wer weiß, was sich diese Patriots wieder einfallen lassen.

Auch wenn es vermutlich ein recht klares Umfrage-Ergebnis wird, möchte ich gerade deswegen den Siegertipp dieser Partie auch zu unserer Umfrage machen. Tom oder Bill? In der Brady Bowl" kann es nur einen geben:




Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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