Das werden die Vienna Capitals 2018/19 zeigen

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Noch wenige Stunden trennen uns von der EBEL-Saison 2018/19 (ab 18:45 Uhr im LIVE-Ticker)!

(Fast) alles neu in Wien: Nach zwei Jahren unter Serge Aubin, in denen man die Liga eigentlich durchgehend nominierte, muss mit Dave Cameron ein neuer Coach die Stricke in die Hand nehmen. Der bringt allerdings NHL-Erfahrung in die Hauptstadt, wo er seine ersten Europa-Erfahrungen sammeln wird, mit. Haben die Caps den einen oder anderen schmerzhaften Abgang auf dem Eis kompensieren können?

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller nimmt in seiner Saison-Vorschau die Vienna Capitals unter die Lupe:

TOP! - Das sollte klappen:

Wie alle (vermutlichen) Spitzenteams verfügen auch die Capitals über genügend Kadertiefe, um leichtere oder wenige Verletzungen aufzufangen. Acht Defender und 14 Stürmer mit Liga-Erfahrung sollten in der Breite eigentlich genügen.

In der CHL überzeugten vor allem die einheimischen Kräfte. Vor allem Peter Schneider könnte, wenn er gegenüber der letzten Saison noch einmal zulegt, trotz seiner 27 Jahre noch eine Karriere in einer besseren Liga vor sich haben. Es wäre von Raffi Rotter viel verlangt, gleich wie im Vorjahr zu scoren, seine neu entdeckte Torpräsenz und Abschlussstärke hielt sich aber auch über den Sommer. Und Dominic Hackl, Benjamin Nissner und Ali Wukovits (zuletzt in Unterzahl gesetzt) dürften unter Neo-Coach Dave Cameron größeres Vertrauen als unter seinem Vorgänger genießen.

Mit J.P. Lamoureux steht weiter ein (der?) EBEL-Topgoalie im Wiener Kasten. Mat Clark sollte vor ihm auch einiges wegräumen, sodass die Gegentreffer-Quote nicht kategorisch nach oben schnellen sollte.

Riley Holzapfel, Taylor Vause, Jamie Arniel und Chris DeSousa – eine derartige Center-Achse weist kein anderes EBEL-Team auf. Auch wenn natürlich drei davon neben Wukovits genügen und Arniel und DeSousa zuletzt auf den Flügel mussten - zu viele gute Center kann ein Team eigentlich nie haben.

SCHAU MA MAL - Das kann in beide Richtungen gehen:

Neo-Coach Dave Cameron trat als Nachfolger von Meistertrainer Serge Aubin ein schweres Erbe an, aufgrund seiner NHL-Erfahrung rollte man ihm aber den roten Teppich aus. Vereinsmitarbeiter, die Mannschaft und Cameron loteten in den letzten Wochen noch aus, was sie voneinander erwarten konnten, zum CHL-Ende dürfte man aber einen gemeinsamen Nenner gefunden haben. Es bleibt aber interessant, wie sehr er seine jahrelangen Gewohnheiten auf die EBEL umlegen kann.

Ein Spieler wie Jamie Arniel war in den letzten Jahren der Go-to-Guy in Dornbirn mit großer Eiszeit in allen Situationen. Wie sehr gelingt ihm die Umstellung a) vom Center auf den Flügel und b) einer von vielen guten Angreifern zu sein. Ähnliches gilt für Chris DeSousa, der aber auch in Bozen erst nach knapp einem Monat so richtig durchstartete.

ACHTUNG - Problem-Potenzial:

Mit Ryan McKiernan und Jamie Fraser gingen zwei absolute Top-Verteidiger, mit Aaron Brocklehurst und Kyle Klubertanz zwei weitere Legionäre. Mit Kurt Davis, Marc-Andre Dorion, Alex Wall und Mat Clark kamen gleich vier neue Leute, von denen in der CHL nur die in der Liga wohlbekannten Dorion und Clark überzeugen konnten. Davis, der sich in keiner guten körperlichen Verfassung präsentierte, muss mehr Offensive einbringen, Wall überhaupt erst Stärken nachweisen. Die Abgänge von McKiernan und Fraser waren schwer zu ersetzen, noch hapert es an guten Pässen aus der Defensive.

Auf der Goalieposition stehen die Caps genauso da wie vor einer Saison. Lamoureux und seine Klasse sind unbestritten, seine Fähigkeit viel zu spielen ebenso. Seine Backups Matthias Tschrepitsch und Max Zimmermann agieren immer noch auf Augenhöhe, wenn es darum geht, den nicht spielenden Backup zu geben – an Einsätze in der CHL war nicht zu denken. Bei einer Verletzung von Lamoureux wird wohl wieder ein Import kommen, was aber in der Pick Round und in den Playoffs keine Option mehr wäre. Da hilft nur ein Rosenkranz und die Hoffnung, dass Lamoureux gesund bleibt und nicht wie letzte Saison gegen Bozen patzt.

Die Caps nahmen in der CHL viel zu viele Strafen, was bei der engeren Regelauslegung in der EBEL ein noch größeres Problem darstellen könnte. Ich glaube aber, dass das nicht zum Trend wird.

DIE PROGNOSE:

Die Caps sollten wieder zum EBEL-Spitzenfeld gehören, zu tief ist der Kader besetzt und das auch größtenteils mit liga-erprobten Cracks. Wie in der Ära Aubin, die auch etwa ein bis zwei Monate Anlauf brauchte, wird man nach einem Monat sehen, wohin die Reise unter Dave Cameron geht.

Textquelle: © LAOLA1.at

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