Salzburg: Im dritten Jahr unter Poss zum Titel?

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Noch weniger als 24 Stunden trennen uns von der EBEL-Saison 2018/19 (Freitag, ab 18:45 Uhr im LIVE-Ticker)!

Der EC Red Bull Salzburg scheiterte im vergangenen Jahr als Favorit denkbar knapp am Titel: Erst im alles entscheidenden siebten Spiel, noch dazu vor eigenem Publikum, musste man dem HC Bozen den Vortritt lassen. Die ganz großen Umbrüche hat man sich - außer im Bereich des Tors - gespart, weswegen sicher wieder mit den Bullen zu rechnen sein wird.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller nimmt in seiner Saison-Vorschau zu RB Salzburg Stellung:

TOP! - Das sollte klappen:

Nach der Niederlage im siebten Finale gegen Bozen waren zwar Veränderungen im Kader, aber keine Überreaktionen angesagt: Zwei neue Goalies und drei neue Legionäre – das Team sollte daher ohne großen Lernprozess in die Liga einsteigen. Eisläuferisch sind die Roten Bullen ohnehin immer top und an einem Mangel an Skills sind sie auch noch nie gescheitert.

Acht vollwertige Defender, mindestens 14 Stürmer, Akademie-Nachrücker wie Christof Wappis oder Lukas Schreier noch gar nicht eingerechnet: Verletzungen – die in Salzburg in den letzten Jahren gehäuft aufgetreten sind – werde aufgrund der Kadertiefe gelassener hingenommen als anderswo. Einzig so gehäuft und in einer Schlüsselphase wie im Halbfinale vor zwei Jahren gegen den KAC könnten diese nicht ganz so einfach aufgefangen werden.

Die offensive, mit viel Puckbesitz und Cycling ausgeübte Spielweise gehört seit jeher zur DNA der Roten Bullen. Im Finale macht sich Bozen aber mit unzähligen Odd-Man-Rushes die mangelnde Absicherung zunutze. Chris VandeVelde soll als körperlich starker Center im Zweifelsfall eher nach hinten absichern, Dustin Gazley seinen ausgezeichneten Speed ebenfalls in beide Richtungen verwenden. Dazu kam mit Brent Regner in der Defensive noch ein absoluter Klassemann dazu. Keiner von ihnen wird ein Topscorer werden, sie sollten aber dem stets nach vorne gerichteten Spielstil mehr Absicherung und Struktur vermitteln.

SCHAU MA MAL - Kann in beide Richtungen gehen:

Mit Steve Michalek und Lukas Herzog (jeweils 25) tritt ein jüngeres Goalie-Duo die Nachfolge von Bernhard Starkbaum und Luka Gracnar an. Kann vor allem Michalek die Torhüterposition, die über die Jahre selten mit den anderen Mannschaftsteilen mithalten konnte, stabilisieren?

Kann Matthias Trattnig, der in seine wohl letzte Saison geht, zwischen immer häufiger auftretenden Verletzungen beweisen, dass er mit 39 für das Team auch wertvoll sein kann, indem er seinen Part trocken und physisch herunterspielt, ohne früheren Offensivzeiten nachzujagen? In der CHL tat er dies...

VORSICHT! - Problem-Potenzial:

Bei absoluter Verletzungsfreiheit – was in Salzburg aber so gut wie nie vorkommt – stehen acht Defender und 14 Stürmer zur Verfügung. Selbst wenn Coach Greg Poss mit acht Verteidigern spielt (was letzte Saison ab und zu vorkam), müssen vollwertige Spieler auf die Tribüne, was ein gewisses Reizklima ergeben kann.

Auch wenn das Team defensiv kompakter auftreten soll – auch in der CHL kam eine Mannschaft wie Cardiff zu viel zu vielen Chancen, was etwa im Gegensatz zu einem Defense-first-Team wie Bozen wieder zu Problemen führen kann.

Nach dem Abgang von Matt Generous, der aber ohnehin durch Gehirnerschütterungen gehandicapt war, steht kein absoluter Fighter zur Verfügung, im Vergleich mit Bozen ist das Team nicht so physisch. Im Grunddurchgang sicher kein Problem, wie sieht es aber bei lockerer Regelauslegung in den Playoffs aus?

DIE PROGNOSE:

Die Testphase gelang den Roten Bullen heuer wesentlich besser als im Vorjahr, als ein daraus resultierender schlechter Saisonbeginn zu einer Unruhe führte, die sich erst im Laufe der Saison wieder legte. Die Roten Bullen sollten ohne Zweifel wieder zur absoluten Ligaspitze gehören, müssen in den Playoffs aber beweisen, dass sie nicht mehr so leicht ausgekontert werden können...

Textquelle: © LAOLA1.at

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