Was von den Black Wings Linz zu erwarten ist

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Der Countdown läuft! Die EBEL-Saison startet für den EHC Liwest Black Wings Linz mit einem Paukenschlag.

Zum Auftakt gastieren am Freitag (ab 19:15 Uhr im LAOLA1-LIVE-Ticker) die Vienna Capitals in Linz. Im Sommer ging es bei den Oberösterreichern für Black-Wings-Verhältnisse turbulent zu, die Vorbereitung verlief alles andere als optimal.

Manager Christian Perthaler legte sich zudem mit den Fans an, vermisst die Wertschätzung für die Arbeit rund um den Klub.

Bernd Freimüller analysiert in seiner Saison-Vorschau den BWL-Kader.

TOP! Das sollte klappen:

Michael Ouzas ist Michael Ouzas – mit all seinen über die Jahre bekannten Stärken und Schwächen. Aber erstmals investierten die Linzer Punkte und Geld in einen starken Backup-Goalie.

David Kickert sollte Ouzas mindestens entlasten können, dieser wiederum sollte dann in den Playoffs frisch genug sein. Auf dem Papier logischerweise stärker als die Lösungen der letzten Saisonen mit kaum eingesetzten Backups.

Coach Troy Ward hat sicher recht, dass die Mannschaft (auch schon vor seiner Zeit) zu wenig Speed aufwies, zumindest im Vergleich mit den anderen Spitzenteams.

In der Defensive wurde dieses Manko mit Aaron Brocklehurst und Kevin Kapstad sicher behoben, gegnerische Coaches wussten stets, dass Sebastien Piche und Marc-Andre Dorion gegen Tempo verwundbar waren.

Dan DaSilva und natürlich Brian Lebler sind zwei der gefährlichsten Sniper der Liga, Corey Locke und Neuzugang Dragan Umicevic sollten sie auch gebührend managen können.

Rick Schofield ist weiter ein unauffälliger, aber wichtiger Center, der im Lineup auf und ab spielen kann. Bracken Kearns ist mit 37 natürlich kein Speedster mehr, gilt aber als Musterprofi und dürfte auch noch einiges an Offensive in petto haben.

SCHAU MA MAL - Das kann in beide Richtungen gehen:

Daniel Woger, Valentin Leiler und Marco Brucker ersetzten die abgewanderten Fabio Hofer, Kevin Moderer und Patrik Spannring. In der Defensive stehen nun der in der Vorbereitung gute Moritz Matzka und Gerd Kragl für Erik Kirchschläger und den - wie sein Bruder Philipp - in die Pension geschickten Robert Lukas im Lineup.

Für Linzer Verhältnisse geradezu eine Rundumerneuerung. Aber ergibt das Ganze ein Upgrade oder gilt der Spruch "Alter Wein in neuen Schläuchen", wenn wieder zu viel an den beiden Top-Blöcken hängen bleibt?

Troy Ward kam letzte Saison mit vielen Vorschusslorbeeren ausgestattet nach Linz – zumindest seinem Ruf als Jugendförderer wurde er nie treu. Musste er letzte Saison noch mit einer fast völlig vorgegebenen Mannschaft leben, konnte er sich heuer bei der Kader-Planung mehr einbringen. Auch wenn das Saisonende vielleicht enttäuschend war – so viele Siege wie in der letzten Saison fuhr Linz nur im Meisterjahr 2012 ein.

Wie Rob Daum wird auch Ward die Black Wings wieder durch eine gute Regular Season coachen, die Playoffs werden über seine Zukunft entscheiden.

Die Lukas-Brüder als Vereins-Ikonen in Pension, dazu noch die Abgänge von Joel Broda, Fabio Hofer (eigentlich unersetzlich), Dorion und Piche - die Hierarchie auf und neben dem Eis muss sich erst finden. Auf dem ersten Blick würde ich nur Neuzugang Kearns Leader-Qualitäten zubilligen ...

ACHTUNG! Problem-Potenzial:

Linz war, wie angemerkt, immer ein High-Scoring Team – ich bilde mir aber ein, dass das Toreschießen heuer nicht mehr ganz so leicht von der Hand gehen könnte wie zuvor. Wirkt sich ein leichter Rückgang hier in der Tabellenplatzierung aus?

Kapstad, Brocklehurst, Kearns, Umicevic und Jordan Hickmott – alles gute Eishockey-Spieler, aber auch bei ihnen frage ich mich – stellen sie wirklich ein Upgrade dar?

Bei aller Frustration über Piche und seine Unkonzentriertheiten und überlangen Shifts – er war in vielen engen Partien der Dosenöffner im Powerplay. Diese Rolle übernahm letzte Saison schon teilweise Jon D'Aversa und das wird er auch heuer tun müssen. Troy Rutkowski muss sich an beiden Enden des Eises erheblich steigern, um in der EBEL aufzeigen zu können.

DIE PROGNOSE:

Es holperte in der Black-Wings-Vorbereitung, was bei den für dortige Verhältnisse geradezu revolutionären Rotationen des heurigen Sommers aber auch nicht weiter verwunderlich war.

Ich traue Linz wieder einen Top-4-Platz zu, doch stärker als in der Saison 2017/18 (die Über-Flops O'Brien und Naclerio einmal abgerechnet) schätze ich sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht ein...

Textquelle: © LAOLA1.at

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