Internationale Presse vernichtet Ferrari

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Die ersten beiden Rennen in der Formel-1-Saison 2020 sind schon wieder Geschichte.

Der große Sieger in Spielberg war einmal mehr Mercedes - auf einen Erfolg von Valtteri Bottas beim Gran Prix von Österreich folgte ein Triumph von Lewis Hamilton am vergangenen Sonntag beim GP der Steiermark.

Alles andere als erfreulich verlief das Österreich-Doppel für Ferrari. Nach einem überraschenden Podium von Charles Leclerc im ersten Rennen folgte im zweiten den Supergau für den hinterherhinkenden Traditionsrennstall, als Leclerc Vettel in der ersten Runde abschoss und beide Fahrer folglich aus dem Rennen flogen.

Dementsprechend hart gehen die internationalen Medien mit der Scuderia ins Gericht.

DEUTSCHLAND:

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Es ist ein Trauerspiel für Sebastian Vettel: Sein Rennwagen gleicht derzeit eher einer Karikatur dessen, was die Welt als Mythos Ferrari verehrt. Seine Beziehung zum Team ist geprägt vom Wissen, dass sie in ein paar Monaten endet - und das keinesfalls 'im Guten' oder 'im beiderseitigen Einvernehmen', wie es so gern heißt. Zudem ist die Zukunft des Dreiunddreißigjährigen in der Formel 1 nach wie vor ungeklärt."

"Bild-Zeitung": "Dieser Rennstall ist der HSV des Motorsports. Während die Hamburger seit Jahren im Fußball ein bedauerliches Bild abgeben, schafft Ferrari das zuverlässig in der Formel 1. Mit einem neuen Tiefpunkt für Sebastian Vettel (33) und Charles Leclerc (22) im zweiten Saison-Rennen gestern in Österreich. Ferrari Tutti Schrotti! Nach einem schwachen Qualifying (nur Platz 10 für Vettel und 11 für Leclerc) sollte es im Rennen besser werden - das Team hatte ein Aerodynamik-Upgrade für diese Strecke vorgezogen, im Rennen sollten wichtige Daten erhoben werden, um die wackelige Balance des roten Renners aus dem ersten Rennen doch noch zu verbessern. Das klappte genau zwei Kurven lang."

"Süddeutsche Zeitung": "Auf der Innenseite von Kurve drei, in der nicht einmal Platz für ein Ferrero Küsschen gewesen wäre, versuchte sich Leclerc an Vettel vorbei zu quetschen. Leclercs Ferrari touchierte die Randsteine, sein Heck stieg hoch, so hoch, dass sein linker Hinterreifen Vettels Heckflügel aus der Verankerung riss - dessen rechte Seite nun für eine Weile traurig über den Asphalt rumpelte."

"Stuttgarter Zeitung": "Der Große Preis der Steiermark hatte gerade erst begonnen, da sorgten die Rotkäppchen Charles Leclerc und Sebastian Vettel für beste Unterhaltung. Jetzt fahren sie sich auch noch gegenseitig in die Autos - als wäre die momentan erkennbare Unterlegenheit ihrer Rennwagen nicht schon Strafe genug."

GROSSBRITANNIEN:

Daily Mail": "Lewis Hamilton kick-startete seine Titelverteidigung und gewann den Großen Preis der Steiermark spielend. Das Rennen kontrollierte er vom Start bis ins Ziel. Hamilton feierte seinen Sieg, indem er im Kampf gegen den Rassismus auf dem Podium die Faust reckte."

"The Sun": "Lewis Hamilton schipperte zum Sieg beim Großen Preis der Steiermark, indem er von der Pole Position bis zur Zielfahne in den österreichischen Bergen führte. Der regierende Weltmeister war eine Klasse für sich, als er seine sensationelle Darbietung im Qualifying in seinen ersten Rennsieg der Saison verwandelte."

"The Guardian": "Hamilton gewinnt den steirischen Grand Prix und Ferrari implodiert. Er verwandelt seine Pole Position in seinen ersten Sieg seit dem Neustart nach einer Kollision zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc."

ITALIEN:

"La Gazzetta dello Sport": "Rückkehrer von einem fehlerhaften WM-Auftakt, der ihn das Podium gekostet hatte, ist der sechsfache Weltmeister beim zweiten Rennen auf derselben Piste nach Art eines Kannibalen in die Arena hinabgestiegen. Unter dem Regen hat er die Rivalen gedemütigt, im Rennen hat er keinerlei Zugeständnisse gemacht."

"Tuttosport": "Ferrari-Desaster beim Großen Preis der Steiermark. Eine Berührung zwischen Charles Leclerc und Sebastian Vettel zum Auftakt des Rennens verdammt beide Piloten zum Rückzug, zum Abschluss eines rabenschwarzen Wochenendes."

"Corriere dello Sport": "Krise im Hause Ferrari. Schwarzes Wochenende für die Scuderia von Maranello. Mit den beiden Ferrari gleich zu Beginn außer Gefecht, holt sich Weltmeister Lewis Hamilton, aus der Pole Position gestartet und die ganze Zeit in Führung, einen leichten Sieg."

SPANIEN:

"Marca": "Ein zweites Rennen auf derselben Strecke nur sieben Tage später hat auf dem Papier schon die Möglichkeit von Überraschungen ausgeschlossen, und so ist es auch gekommen. Auf einen außerordentlichen Großen Preis von Österreich folgte ein nerviger Großer Preis der Steiermark, bei dem Lewis Hamilton im Spaziergang von der ersten Runde bis zur Zielfahne fuhr. Es ist der 85. Sieg Hamiltons, dem nur noch sechs zu den 91 Michael Schumachers fehlen."

"As": "Hamilton verweist alle auf die Plätze. Aus der Pole Position brachte Lewis Hamilton das Desaster der vergangenen Woche in Ordnung und gewann den Großen Preis der Steiermark ohne Widerstand vor seinem Kameraden Valtteri Bottas."

FRANKREICH:

"L'Equipe": "Die Ferrari von Leclerc und Vettel sind am Sonntag schon in der ersten Runde ausgeschieden und versenken die Scuderia in einem Tunnel, dessen Ausgang Tag für Tag in weiterer Ferne liegt. Für Hamilton existierte Ferrari schon nicht mehr, oder höchstens, um sich darüber lustig zu machen."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

Ex-DFB-Teamspieler Patrick Helmes wird Co-Trainer bei der Admira

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare