Marseille trotzt den vielen Ablenkungen

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Mit rund einer Stunde Verspätung hielt Olympique Marseille vor dem Halbfinal-Rückspiel der UEFA Europa League in Salzburg seine obligatorische Pressekonferenz ab.

Doch der Vierte der Ligue 1, der am Donnerstag (21:05 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) erstmals seit 2004 und in sein fünftes Europacup-Finale einziehen will, lässt sich von den vielen aktuellen Ablenkungen nicht beeindrucken und gibt sich fokussiert.

Die eigenen Fans verabschiedeten am Mittwoch noch ihre Mannschaft vor dem Showdown in Österreich frenetisch. Tags zuvor gab es eine überraschende Doping-Kontrolle bei Olympique.

Ein Enthüllungs-Buch eines Schiedsrichters, in dem Trainer Rudi Garcia vorkommt, lässt den Franzosen indes kalt. Das Sportliche steht im Fokus, also Salzburg.

Weiter Respekt vor Salzburg

Marseille lässt sich vor einem der wichtigsten Spiele in der jüngeren Vereinsgeschichte nicht ablenken. Vor Salzburg haben die Franzosen auch nach dem 2:0-Hinspiel-Sieg weiterhin Respekt.

"Wenn ich an das Spiel denke, habe ich großen Respekt und Achtung vor Salzburg. Keiner unserer Spieler denkt an etwas Größeres, denn wir müssen jetzt umso konzentrierter sein", sagt Adil Rami, der mit dem FC Sevilla schon einmal diesen Bewerb gewinnen konnte.

Auch Garcia zeigt sich sportlich höchst konzentriert. "Wir führen 2:0, das ist ein großer Vorteil. Wir sind auch hergekommen, um Tore zu schießen, aber das schließt nicht aus, dass wir auch sehr gut verteidigen müssen. Wir sind sehr motiviert."

Frenetischer Abschied

Das sind auch die Fans, die ihrem Team zu Mittag beim Trainingszentrum einen ganz speziellen Abgang bereiteten (siehe Tweet).

Garcia: "Es ist wichtig für uns, dass die Fans hinter uns stehen und uns diesen Extra-Push geben. Das war eine Zusatz-Motivation und wir wollen sie nicht enttäuschen."

Rami war es aber fast zu viel: "Es war herzerwärmend, aber ich habe schon ans Spiel gedacht und die Musik in meinen Kopfhörern lauter gestellt, um mich zu konzentrieren. Unsere Fans sind bekannt, dass sie hinter dem Team stehen. Das darf uns aber nicht hindern, ruhig und konzentriert zu bleiben."

Auch eine Doping-Kontrolle der französischen Anti-Doping-Agentur am Dienstag soll daran nichts ändern. Garcia zeigte sich allerdings genervt darüber, weil es sich dabei nicht nur um einen simplen Urintest handelte, sondern gleich fünf Spielern (Steve Mandanda, Adil Rami, Jordan Amavi, Florian Thauvin, Dimitri Payet) auch Blut abgenommen wurde.

Überraschende Doping-Probe und Enthüllungs-Buch

"Es war doch etwas komisch, wenn einer alleine herkommt und sein Schein auch noch abgelaufen war", erzählt Garcia, der das Timing, 48 Stunden vor dem Halbfinal-Rückspiel, überraschend fand.

Dass demnächst ein Enthüllungs-Buch eines Schiedsrichters, in dem Garcia vorkommen soll, veröffentlicht wird, findet der OM-Trainer auch nicht gerade nicht zum Schreien, bleibt aber gelassen. "Ich bin für eine offene Debatte, aber nicht wenn jemand anonym ein Buch schreibt."

Rami, der in der Liga nach Vorfällen in der Partie gegen Lyon ab sofort drei Spiele gesperrt ist und damit kein Liga-Spiel mehr hat, richtet den Blick abermals auf die großen sportlichen Ziele: "Es wäre schon ein riesiger Traum, mit Marseille den Bewerb zu gewinnen, aber dafür ist es viel zu früh. Wir sind aber schon ungeduldig, hier zu spielen. Wir haben eine riesige Lust."

So auch die 2000 Fans, die Marseille nach Salzburg begleiteten. 800 sind auch am Donnerstag bei einem Fan-Marsch Richtung Stadion dabei.

Textquelle: © LAOLA1.at

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