Darum war Dornbirn nur ICE-Mittelmaß

Darum war Dornbirn nur ICE-Mittelmaß Foto: © GEPA
 

Nach zwei schwachen Saisonen meldeten sich die Dornbirn Bulldogs zurück: Einzug in die Playoffs der bet-at-home ICE Hockey League und dort die Roten Bullen aus Salzburg mit zwei Siegen auch geärgert.

Zum erstmaligen Halbfinal-Einzug hat es aber selbst mit Bozens Meister-Coach Kai Suikkanen an der Bande nicht gereicht, weil er neben einer guten Top-Linie auch zu viele Schwachstellen im Team hatte.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller wagt auch für den DEC einen Saison-Rückblick:

Die Bulldogs ließen seit Liga-Zugehörigkeit immer eine Playoff-Saison einer ohne Endrunden-Teilnahme folgen, die wirklich desaströse Spielzeit 2019/20 beendete diese Serie. Immerhin brachte ihnen diese Saison Coach Kai Suikkanen ein, der natürlich auch in die heurigen Planungen eingebunden war.

Zehn neue Cracks standen schon zu Saisonbeginn im Kader, dem ungewissen AHL-Start verdankten die Bulldogs die Leihgaben des Oilers-Farmteams Bakersfield. Allerdings zog sich Cooper Marody (derzeit Scoring-Leader der AHL) gleich im ersten Spiel eine Gehirnerschütterung zu und stand danach nicht mehr zur Verfügung. Defender Yanis Kaldis und Center/Winger Devin Brosseau erwiesen sich nach einer kurzen Anlaufzeit als Stützen und schafften den nahtlosen Übergang vom College- zum Profi-Eishockey.

Auch der Saisonbeginn der Bulldogs war noch etwas uneben, vor allem aufgrund eines Mangels an Offensive. Mit der Verpflichtung von Andrew Yogan im Oktober wurde das dann sukzessive besser. Defender Matt MacKenzie erwies sich wenig überraschend als ein ICE-Topmann und bildete das Top-Pairing mit Kaldis. Henrik Nilsson und Jesper Kokkila (wie Forward Anton Straka ein U24-Legionär) waren ebenfalls solide, dazu kam noch der fast pragmatisierte Oliver Magnan und Ramon Schnetzer.

Im Angriff bildete Yogan mit dem ligaweit unterschätzten Center William Rapuzzi ein Top-Pärchen, dem zuerst Nikita Jevpalovs oft zur Seite stand, den mit über die Saison gesehen eher Rätsel aufgab ("Looks like a player but is he?"). Straka war vor allem ein großer Körper, Daniel Woger und der nimmermüde Emil Romig waren neben den etablierten Stefan Häussle und Kevin Macierzynski schon die nächsten Offensivwaffen, Simeon Schwinger (immer mit flinken Beinen) absolvierte seine bisher beste Saison.

Fehlende Verletzungen als Unterstützung

Im Laufe der Saison spielte sich die Bulldogs auf den Warentrenner-Platz 7 hin, der spätestens nach einer unglücklichen 0:2-Niederlage in Salzburg auch feststand. Mit den Top-Teams konnten sie nicht mithalten, agierten aber stabiler und kompakter als die Mannschaft hinter ihnen.

Ein großes Trumpf-Ass, vor allem im Vergleich zur Vorsaison: Verletzungen blieben (lange Zeit) fast völlig aus.

Personalwechsel standen aber trotzdem an: Kaldis und Brosseau kehrten in die AHL zurück, für sie kamen Defender Saki Salmela und Anthony Luciani, dessen Team in Znojmo heuer nur fünf Spiele absolvieren durfte. Luciani durfte dann gleich in die Top-Linie mit Yogan und Rapuzzi aufrücken, wertete dort vor allem das Powerplay von der linken Halfwall aus auf. Den seit Marodys Abgang letzten offenen Legionärsplatz nahm dann noch der Lette Vitalijs Pavlovs ein, der aber keine großen Wellen schlagen sollte.

Die Guten bald weg, die Schlechten sollten nicht bleiben

Warum reichte es für Dornbirn in Viertelfinale gegen Salzburg trotz einer 2:0-Serienführung nicht für den erstmaligen Einzug unter die Top-4?

Außerhalb der Top-Linie fand sich sukzessive zu wenig Offensive, der Ausfall von Romig schmerzte. Der größte Schwachpunkt der ganzen Saison sollte sich aber auch in den Playoffs nicht ändern: Goalie Oskar Östlund agierte immens immobil und oft so tief in seinem Kasten, dass er sich auch noch ein Zubrot als Torrichter verdienen hätte können. Wenn dein Legionärstorhüter zum Schluss der Saison hinter Thomas Höneckl gereiht ist, reicht das einfach nicht für höhere Weihen.

Der 61-jährige Suikkanen, dessen Eishockey-Pension allerdings schon am Horizont zu sehen ist, bleibt den Bulldogs noch eine Saison erhalten, wie immer zeichnet sich das alljährliche Dilemma ab: Die Spieler, die man halten könnte, sollten kein Thema sein (Östlund, Pavlovs, Straka). Die, die Manager Alex Kutzer wohl liebend gerne festzurren würde (Romig, MacKenzie, Yogan, Rapuzzi, Luciani), werden zumindest andere Angebote abklopfen oder sind schon weg.

Was für alle Teams bzw. Ligen gilt, könnte im frugalen Dornbirn die Personalauswahl noch weiter als sonst nach hinten schieben: Welche Preise gelten denn derzeit: Prä-, Post- oder Während-Corona?

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