Deutschland Deutschland GER
Curacao Curacao CUR
Endstand
7:1
3:1 , 4:0
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DFB-Sieg und Erinnerungen an 2014: Ein Makel bleibt dennoch

Es ist der erste Auftaktsieg sowie der erste 7:1-Erfolg seit 2014 der DFB-Elf. Was Nagelsmann, Neuer und Co. zum gelungenen Start sagen.

Der deutsche WM-Auftakt wird zu einem Kantersieg, der Erinnerungen an das legendäre Halbfinale von Belo Horizonte wachruft.

Wie 2014 gegen Brasilien: Deutschland deklassiert Curaçao

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem 7:1 gegen WM-Neuling Curaçao in das Turnier gestartet. Das ist der höchste Sieg seit jenem 7:1 gegen Brasilien 2014.

Blitzstart, dann der überraschende Ausgleich

Felix Nmecha brachte die DFB-Elf früh planmäßig in Führung, ehe Curaçao durch Livano Comenencia überraschend zum 1:1 ausglich. Für einen kurzen Moment war die deutsche Selbstverständlichkeit verschwunden. Auch Nagelsmann registrierte die Verunsicherung:

"Wir waren schon so ein wenig in Schock, das hat man gesehen", erklärte der Bundestrainer nach der Partie bei "MagentaTV".

Ein Distanzschuss von Livano Comenencia rutschte dabei unglücklich durch die Beine von Joshua Kimmich und wurde so zum ersten WM-Tor in der Geschichte der Inselnation.

Für Manuel Neuer, der bei seiner fünften WM zum ältesten DFB-Spieler wurde, war der Treffer kaum zu verhindern: "Am Ende war es ein abgefälschter Schuss, da war es schwer für mich, darauf noch zu reagieren“, erklärte der Torhüter nach dem Spiel.

Doppelschlag vor der Pause bringt die Wende

Tatsächlich antwortete Deutschland eindrucksvoll. Nico Schlotterbeck stellte mit seinem Kopfballtor die Weichen wieder auf Sieg, ehe Kai Havertz kurz vor der Pause per Elfmeter auf 3:1 erhöhte.

Sein erster von zwei Treffern an diesem Abend. "Ich mag es, Elfmeter zu schießen. Wenn sie drinnen sind, ist es immer ein gutes Gefühl", sagte Havertz später und ordnete den Erfolg auch über den Punktgewinn hinaus ein: "Es wird viel Selbstbewusstsein geben. Es zeigt, dass wir ein Team sind, dass wir noch näher zusammenrücken."

Dass der kurze Wackler nach dem Ausgleich am Ende sogar von Vorteil gewesen sein könnte, deutete später Nathaniel Brown an: "Das eine Tor war unnötig. Das gehört dazu. Vielleicht hat es uns auch gutgetan, damit wir aufwachen."

Brown krönt sein Debüt

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Nathaniel Brown hat sich im Nationalteam festgespielt
Foto: ©IMAGO / Eibner

Nach dem Seitenwechsel machte Deutschland dort weiter, wo es vor der Pause aufgehört hatte. Bereits in der 47. Minute erhöhte Jamal Musiala, ehe der bei Bayern gehandelte WM-Debütant Nathaniel Brown auf sich aufmerksam machte.

Nach sehenswerter Vorarbeit des eingewechselten Deniz Undav verwandelte der Linksverteidiger einen Volley zum 5:1. Sein erstes Tor bei einer Weltmeisterschaft und zugleich sein erstes Länderspieltor überhaupt.

"Es freut mich, in meinem ersten WM-Spiel zu treffen. Meine Familie ist da", freute sich Brown nach der Partie. Der Frankfurter wird eng mit einem Wechsel zum FC Bayern in Verbindung gebracht.

Gegentor als Makel

Die Erleichterung nach dem klaren Erfolg war entsprechend groß. "Ein Auftaktsieg ist immer sehr wichtig", betonte Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Für Deutschland war es der erste Sieg zum Start einer Weltmeisterschaft seit 2014, als die DFB-Elf Portugal mit 4:0 bezwang.

Ein kleiner Wermutstropfen blieb allerdings: Mit dem Treffer von Comenencia setzt sich eine Serie fort, die seit dem WM-Finale 2014 besteht. Seither hat Deutschland in keinem WM-Spiel mehr zu Null gespielt.

Dennoch verschafft der deutliche Auftakterfolg der Mannschaft eine vielversprechende Ausgangsposition im Kampf um den Einzug in die K.-o.-Phase. Nach den Gruppenphasen-Aus 2018 und 2022 sicher eine Erleichterung.

"Nicht Brasilien im Halbfinale, aber ein guter Start"

Manuel Neuer hob nach dem Spiel vor allem den Zusammenhalt innerhalb des Teams hervor, unabhängig von der Höhe des Erfolgs:

"Man sieht die Geschlossenheit in der Mannschaft. Es war jetzt nicht Brasilien im Halbfinale, es war Curaçao im ersten Spiel. Aber man muss immer einen guten Start haben."

Über den Teamgeist innerhalb der Mannschaft sagte der Kapitän zudem: "Alle ziehen am selben Strang. Hier wird jeder mitgenommen, gerade weil wir alle einander brauchen."

Curaçao trotz des Ergebnisses stärker als gedacht

Trotz eines am Ende deutlichen Ergebnisses verkaufte sich der von Dick Advocaat trainierte WM-Neuling teuer. Davon war auch Nagelsmann beeindruckt:

"Sie haben heute Raute gespielt, das haben sie zuvor noch nie gespielt. Das muss man sich als Neuling erst mal trauen. Sie waren eine Mannschaft, die deutlich besser war, als viele erwartet haben", lobte der Bundestrainer den couragierten Auftritt der Curaçaoer.

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