Nach dem Seitenwechsel machte Deutschland dort weiter, wo es vor der Pause aufgehört hatte. Bereits in der 47. Minute erhöhte Jamal Musiala, ehe der bei Bayern gehandelte WM-Debütant Nathaniel Brown auf sich aufmerksam machte.
Nach sehenswerter Vorarbeit des eingewechselten Deniz Undav verwandelte der Linksverteidiger einen Volley zum 5:1. Sein erstes Tor bei einer Weltmeisterschaft und zugleich sein erstes Länderspieltor überhaupt.
"Es freut mich, in meinem ersten WM-Spiel zu treffen. Meine Familie ist da", freute sich Brown nach der Partie. Der Frankfurter wird eng mit einem Wechsel zum FC Bayern in Verbindung gebracht.
Gegentor als Makel
Die Erleichterung nach dem klaren Erfolg war entsprechend groß. "Ein Auftaktsieg ist immer sehr wichtig", betonte Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Für Deutschland war es der erste Sieg zum Start einer Weltmeisterschaft seit 2014, als die DFB-Elf Portugal mit 4:0 bezwang.
Ein kleiner Wermutstropfen blieb allerdings: Mit dem Treffer von Comenencia setzt sich eine Serie fort, die seit dem WM-Finale 2014 besteht. Seither hat Deutschland in keinem WM-Spiel mehr zu Null gespielt.
Dennoch verschafft der deutliche Auftakterfolg der Mannschaft eine vielversprechende Ausgangsposition im Kampf um den Einzug in die K.-o.-Phase. Nach den Gruppenphasen-Aus 2018 und 2022 sicher eine Erleichterung.
"Nicht Brasilien im Halbfinale, aber ein guter Start"
Manuel Neuer hob nach dem Spiel vor allem den Zusammenhalt innerhalb des Teams hervor, unabhängig von der Höhe des Erfolgs:
"Man sieht die Geschlossenheit in der Mannschaft. Es war jetzt nicht Brasilien im Halbfinale, es war Curaçao im ersten Spiel. Aber man muss immer einen guten Start haben."
Über den Teamgeist innerhalb der Mannschaft sagte der Kapitän zudem: "Alle ziehen am selben Strang. Hier wird jeder mitgenommen, gerade weil wir alle einander brauchen."
Curaçao trotz des Ergebnisses stärker als gedacht
Trotz eines am Ende deutlichen Ergebnisses verkaufte sich der von Dick Advocaat trainierte WM-Neuling teuer. Davon war auch Nagelsmann beeindruckt:
"Sie haben heute Raute gespielt, das haben sie zuvor noch nie gespielt. Das muss man sich als Neuling erst mal trauen. Sie waren eine Mannschaft, die deutlich besser war, als viele erwartet haben", lobte der Bundestrainer den couragierten Auftritt der Curaçaoer.