Der Schock über die Vorkommnisse in Kansas City war am Tag danach laut Kalajdzic schon ein wenig abgelegt. "Aber es ist schon noch surreal, was passiert ist. Es war sicher denkwürdig."
Bei den Emotionen überwog gegenüber der Freude vielmehr die Erleichterung. "Ich habe das Gefühl gehabt, dass wir eher durchgeschnauft haben, dass wir nicht die Koffer packen müssen", verriet der Zwei-Meter-Stürmer. "Wir sind froh, dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind. Jetzt sind wir wirklich noch da."
Gegen Spanien das "Märchen weiterschreiben"
Nun wartet Spanien, für Kalajdzic einer der Topfavoriten des Turniers. "Wenn du bei der WM irgendetwas reißen möchtest, musst du auch solche Gegner schlagen", meinte Österreichs Retter. "Wir nehmen diese Emotion mit und versuchen, sie in Kraft und Energie umzuwandeln und den Spaniern das Leben so schwer wie möglich zu machen."
"Wir werden hingehen, nicht um zuzuschauen, sondern um weiterzukommen."
Im Spiel gegen den Ball sei die ÖFB-Auswahl auf Topniveau. Dazu käme der Wille, den man gegen die Algerier bewiesen habe. "Was Charakter und mentale Stärke angeht, sind wir sehr weit oben."
Man wolle im Turnier nun so weit wie möglich kommen. "Wir werden hingehen, nicht um zuzuschauen, sondern um weiterzukommen", betonte Kalajdzic. "Wir wollen weiterhin unser Märchen schreiben und dieses Abenteuer weiter erleben." Für ihn persönlich sei es schön, nach all den Verletzungen wieder das Gefühl zu haben, ein wesentlicher Teil der Mannschaft zu sein.
Wie es mit ihm nach der WM weitergeht, weiß der Angreifer noch nicht. Seine Leihe beim LASK ist zu Ende, sein Vertrag bei Premier-League-Absteiger Wolverhampton Wanderers läuft noch ein Jahr. Kalajdzic: "Es hat sich nichts geändert, für mich geht es um das Hier und Jetzt. Das Hier und Jetzt ist am allerschönsten."