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Transfermarkt-Experte erklärt: So entstehen die Marktwerte

Frankreich reist mit dem wertvollsten Kader der WM 2026 an, Katar bildet das Schlusslicht. Doch wie entstehen die Marktwerte auf Transfermarkt überhaupt?

Transfermarkt-Experte erklärt: So entstehen die Marktwerte Foto: © IMAGO / ABACAPRESS

Sie werden oft zitiert und dienen im Fußball als Orientierung: die Marktwerte auf Transfermarkt.

Katar hat mit 19,93 Millionen Euro laut der Onlineplattform den geringsten Kaderwert von allen WM-Nationen und wird daher am Papier als schwaches Team interpretiert. Demgegenüber steht Frankreich, das mit insgesamt 1,52 Milliarden Euro die wertvollste WM-Mannschaft vorweist.

Doch wie kommen diese Marktwerte zustande, wie verlässlich und vor allem wie vergleichbar sind sie?

Transfermarkt funktioniert ohne Algorithmus, dafür ist die Schwarmintelligenz ein wichtiger Faktor. Seine Mitglieder bewerten Spieler und diskutieren deren Werte. Die einzige Voraussetzung: ein registriertes Profil auf Transfermarkt.

Die Vorschläge und Argumente werden wiederum von meist langjährigen Mitgliedern - sogenannten Marktwert-Admins - gesammelt, bewertet und analysiert. Auf dieser Grundlage werden die Marktwerte in Absprache mit Transfermarkt-Mitarbeitern festgesetzt.

Kein Preis, sondern ein Erwartungswert

"Es ist nicht so, dass wir eins zu eins das umsetzen, was unbedingt der Schwarm will. Er bietet uns die erste Grundlage. Dann finden zum Beispiel in den europäischen Ländern noch mal interne Runden statt, wo dann die Marktwertverantwortlichen der verschiedenen Länder zusammenkommen und so auch ligenübergreifend diskutieren", sagte der Leiter des internationalen Bereichs bei Transfermarkt, Christian Schwarz, im APA-Gespräch.

Manipulation könne die Online-Plattform ausschließen, wenn ein Marktwert-Vorschlag ungewöhnlich hoch erscheint, dann würde das mit dem jeweiligen Marktwert-Verantwortlichen besprochen werden.

Ausschlaggebende Faktoren zur Bestimmung des Marktwertes sind das Alter in Kombination mit dem Potenzial, das ein Spieler bereits zeigt. Transfermarkt wolle dabei keinen Preis vorhersagen, sondern einen Erwartungswert, der daher nicht mit der tatsächlich gezahlten Ablösesumme gleichzusetzen ist.

Nach Transfers orientiert sich die Onlineplattform aber dennoch an den veröffentlichten Summen und passt - wenn nötig - den Marktwert auf seiner Website an. Am genauesten seien die Marktwerte für die europäischen Ligen. "Hier haben wir viel mehr Input aus der Community, aber auch viel mehr Leute im Team, mehr Kontakte zu Vereinen, Beratern usw.", sagte Schwarz.

Die Vergleichbarkeit der Marktwerte

Trotzdem betonte er auch die Genauigkeit in Ligen aus anderen Kontinenten. Im Hinblick auf die WM können laut dem Transfermarkt-Mitarbeiter die Marktwerte als grobe Einschätzung verwendet werden. "Grundsätzlich bietet es eine sehr gute Orientierung. Ein Blick auf die Marktwerte zeigt, dass Argentinien in der Gruppe J der Favorit und Jordanien der krasse Außenseiter ist. Algerien und Österreich sind auf dem Papier nicht so weit auseinander", sagte Schwarz.

Für genauere Vergleiche seien die Marktwerte zwischen den Nationen aber nicht belastbar. Die Ligen auf den verschiedenen Kontinenten funktionieren zu unterschiedlich. "Du kannst einen Stammspieler aus einer europäischen Liga nicht mit einem Stammspieler aus der jordanischen Liga vergleichen. Das ist eine andere Welt. Die Professionalität, das Medieninteresse usw. ist ganz anders", sagte Schwarz.

Nach den Marktwert-Berechnungen kommt Österreichs Gruppengegner Jordanien auf einen Marktwert von 20,30 Millionen Euro. Das ÖFB-Team wirkt dagegen mit seinen rund 245 Millionen Euro fast wie eine große Fußballnation.

In anderen Sphären schwebt Frankreich. Schon allein Kylian Mbappe oder Michael Olise weisen einen Wert von 180 Millionen bzw. 150 Millionen Euro auf und haben damit den vielfachen Wert der gesamten jordanischen Mannschaft.

Eine kuriose Verteilung des Marktwertes hat Norwegen. Insgesamt kommt die Mannschaft auf rund 590 Millionen Euro. Jedoch entfällt ein Großteil - 200 Millionen Euro - auf einen einzigen Spieler: Superstar Erling Haaland.

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