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ÖFB-Nachwuchsleiter Prödl: "Technik ist Trumpf"

Beim ÖFB beschäftigt man sich intensiv mit der Frage, wie der Spielstil der Zukunft ausschauen und worauf es bei der Nachwuchsausbildung ankommen soll.

ÖFB-Nachwuchsleiter Prödl: "Technik ist Trumpf" Foto: © IMAGO / Ulmer / Teamfoto

Die Verantwortlichen des ÖFB befinden sich nach der Weltmeisterschaft noch inmitten einer umfassenden Analyse.

Eine Erkenntnis hat man bereits gewonnen. "Es war bei der WM ersichtlich, dass sich technisch versierte Mannschaften im Ballbesitz durchgesetzt haben", sagte Sebastian Prödl, Leiter der ÖFB-Nachwuchsteams, im Interview mit dem "ORF".

In den vergangenen Jahren zeichnete sich das ÖFB-Team vor allem durch Intensität, Pressing und Körperlichkeit aus. Nach der WM kamen Stimmen auf, die dafür plädierten, auch andere Aspekte verstärkt in den Fokus zu rücken.

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So fragte Andreas Herzog kürzlich: "Arbeiten wir so weiter oder brauchen wir schon mal ein paar Kicker drinnen, wo es nicht um die Größe und die Wucht geht, sondern die Spielintelligenz an oberster Stelle steht?"

"Entwicklung, die uns die Augen öffnet"

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der ÖFB jedenfalls.

Am Rande des Perspektivspielerlehrgangs sagte ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel über Österreichs Abschneiden bei der WM: "Wir sind mittendrin in der Analyse. Fakt ist, dass wir vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft alle Spieler auf einem Toplevel hatten, die zusammen anders Fußball gespielt haben als jetzt. Da gibt es Gründe, die bei jedem individuell zu suchen sind. Da werden wir in den nächsten Wochen noch darüber grübeln."

Prödl strich nochmals hervor: "Was man gesehen hat bei der Weltmeisterschaft: Technik ist Trumpf. Die Spanier haben sich durchgesetzt, sie waren das gesamte Turnier im technischen Vorteil."

Der ehemalige Teamverteidiger weiters: "Das ist schon auch eine Entwicklung, die uns die Augen öffnet, in dem, wie wir Talente begutachten werden. Es ist das Motto vom Perspektivspielerlehrgang. Dass man sich wieder zurückerinnert fühlt, dort wo das Fußballspielen begonnen hat, auf der Straße, im Garten oder bei der Wäscheleine."

Auch Akademien und Vereine gefordert

Vom intensiven Spiel gegen den Ball wolle man aber nicht zwingend abrücken. Es sei ein Alleinstellungsmerkmal, "das uns die letzten Jahre mit der A-Nationalmannschaft begleitet und auch die Menschen begeistert hat", so Schöttel.

Prödl: "Es heißt, beide Welten zu vereinen, das wird die Zukunft sein, sowohl im Nachwuchs- als auch im Profibereich. Das geht über alle Mannschaften hinweg. Aber wir dürfen nicht den Fehler machen, im Nachwuchs vor allem - und das ist meine Aufgabe auch gemeinsam mit den Teamchefs -, die Technik in den Hintergrund geraten zu lassen."

"Dafür gilt es aber, dass wir das als Gemeinschaftsakt machen", nimmt Prödl auch die Vereine und Akademien in die Pflicht.

Beide, Schöttel und Prödl, heben zugleich hervor, dass in der Vergangenheit im Nachwuchsbereich schon einige Maßnahmen gesetzt wurden, um wieder mehr Kreativität zuzulassen.

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