Wie viele Salzburger werden im Sommer gehen?

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In 150 Ländern wurde das Halbfinal-Rückspiel in der UEFA Europa League zwischen Salzburg und Marseille am Donnerstagabend übertragen.

Damit waren auch Millionen Menschen via TV dabei, als der erst 20-jährige Amadou Haidara ein Sensations-Solo auspackte und am Ende sechs (!) Marseille-Kicker vor dem 1:0 ganz alt aussehen ließ.

"Das Herz freut sich sehr, wenn man sieht, wie 'Doudou' da durchgeht. Es war eine herausragende Szene, eine von vielen an diesem Abend", schwärmt Salzburg-Sportchef Christoph Freund.

So eine Aktion wird über kurz oder lang aber auch die Kasse klingeln lassen, schließlich sind auch zahlreiche Scouts von Top-Teams Begleiter dieser europäischen Reise im Frühjahr gewesen.

Bleibt die Frage: Wieviele Salzburger werden im Sommer gehen?

Noch keine offiziellen Angebote

"Ich möchte nicht über einzelne Spieler oder Zahlen sprechen, es geht darum, am ersten Tag der Vorbereitung eine richtig gute Mannschaft am Platz zu haben", beantwortet Freund diese Frage nicht.

Aber gibt es offizielle Angebote? "Nein, gibt es nicht", sagt der Sportchef - und das immerhin Anfang Mai.

Sie werden früher oder später eintrudeln, vor allem wenn binnen der nächsten Tage alle Entscheidungen in der Meisterschaft und im Cup gefallen sind.

"Es werden Anfragen auf uns zukommen. Bis jetzt haben wir das auch in Absprache mit Spielern und Beratern gut handeln können, um das so weit wie möglich von den Jungs wegzuhalten, um sich auf diese Spiele konzentrieren zu können."

Die Illusion, alle zu halten und dann die Champions League anzugreifen, wird eine bleiben. Der Salzburger Weg sieht vor, Transfererlöse zu erzielen und den nächsten Spielern die Einsatzzeit zu geben.

Viele Wechsel-Kandidaten

Die Wechsel-Kandidaten liegen auch auf der Hand und werden trotz Top-Saisonen nicht Alexander Walke (34) oder Andreas Ulmer (32) heißen.

Diadie Samassekou ist mit 22 Jahren und zwei Top-Saisonen in Salzburg reif für den Sprung in eine Top-Liga, Valon Berisha (25), der als einer der ersten 2012 zu "Salzburg neu" kam, sollte den Absprung in diesem Sommer schaffen.

Stefan Lainer (25), Duje Caleta-Car (21), Haidara (20), Xaver Schlager (20) sowie auch Munas Dabbur (25/mehr im Herbst als im Frühjahr) und Hee-Chan Hwang (22/zuletzt weniger) haben sich in die Auslage gespielt.

Acht Stammspieler abzugeben wäre sogar für Salzburger Verhältnisse viel, auch wenn die nächsten Stammspieler (u.a. Hannes Wolf, Marin Pongracic, Enock Mwepu) bereits im Kader sind oder dort anklopfen (Romano Schmid, Dominik Szoboszlai, Luca Meisl).

Das Gute an der Salzburger Situation: Alle genannten Spieler haben über den Sommer hinaus Vertrag in Salzburg und damit der Klub das letzte Wort.

Auch der Trainer coachte sich in die Auslage

Der eine oder andere könnte zudem einsehen, dass ihm zumindest noch eine weitere halbe Saison in Salzburg mit einer internationalen Gruppenphase gut tun könnte - wie Amadou Haidara, der erst rund ein Jahr bei den Profis regelmäßig spielt.

Sein malischer Landsmann und bester Kumpel im Team, Diadie Samassekou, hat es vorgemacht. Marco Rose über seinen Schützling Haidara: "Ich denke, dass er ein wichtiger Bestandteil unseres Teams ist. Er ist charakterlich top, im Training versprüht er gute Laune und identifiziert sich mit allem hier. Er hat großes Potenzial, ist aber noch entwicklungsfähig."

Der Trainer selbst hat sich freilich auch in die Auslage gecoacht, unter anderem in seiner Heimat Deutschland, wo er in Dortmund auf und abseits des Platzes zu beeindrucken wusste. Der 41-Jährige weiß auch, wem er den Aufstieg in die gefragte Coaching-Riege in den letzten bald fünf Jahren zu verdanken hat.

"Ich bin im Hier und Jetzt, wenn es Gesprächsbedarf gibt, dann ist Salzburg mein erster Ansprechpartner und werde alles mit meinem Verein besprechen", so Rose, dessen Vertrag 2019 endet.

Es geht auch um den Fußball von übermorgen

Im Hintergrund muss wiederum schon an übermorgen gedacht werden, geht es um die Verpflichtug neuer Talente.

Rose über das Scouting: "Wir haben gesehen, welche Jungs wir weltweit dazubekommen. Da machen wir gute Arbeit, da musst du dran, gierig und hungrig bleiben und die Talente suchen und finden. Du darfst nicht nachlassen, weil der Markt extrem ist. Die Scouting-Abteilungen sind sehr gut aufgestellt, dort haben wir aber sicher einen guten Platz."

Die Jahre 2017 und 2018 haben dafür gesorgt, dass Salzburg als Ausbildungsverein mehr wahrgenommen wird.

Freund: "Sicher nehmen viele wahr, dass sich hier eine gute Plattform befindet, Spieler sich entwickeln können und Einsatzzeit bekommen, auch auf internationalem Niveau. Wenn man so weit kommt, dann bekommt man natürlich noch mehr Aufmerksamkeit. Auch mit dem Sieg in der Youth League haben wir da schon ein Ausrufezeichen gesetzt. Das ist schön, dass wir das noch toppen konnten, hilft uns auch bei der Überzeugungsarbeit bei Talenten. Da matchen wir uns mit den Großen."

Nach Nyon klappte es nicht mit Lyon, aber auch wenn in diesem Sommer viele Stammspieler gehen sollten, ist Salzburg um die nahe Zukunft nicht bange.

Textquelle: © LAOLA1.at

Europa League: Salzburgs Botschaft an Fußball-Österreich

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