Salzburgs Botschaft an Fußball-Österreich

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Am Tag nach dem Ausscheiden aus dem Halbfinale in der UEFA Europa League gegen Olympique Marseille überwiegt bei Salzburg der Stolz auf eine außergewöhnliche Europacup-Saison.

Nach 20 Spielen scheiterte der heimische Meister knapp am fünften Europacup-Finale mit österreichischer Beteiligung, der Kopf blieb ob der Leistung aber auch deswegen oben.

Xaver Schlager: "Mental geht es mir nicht so schlecht. Natürlich war es ein harter Schlag gestern, aber man muss nach vorne schauen, wir können stolz sein auf unsere Leistung. Besser man scheidet so aus, als man wäre chancenlos gewesen."

Salzburg kam sensationell bis ins Halbfinale, an das vor der Saison freilich keiner gedacht hätte. So macht Salzburg auch anderen österreichischen Teams Mut.

"Harte Arbeit zahlt sich aus"

"Wir können nur beeinflussen, was wir hier machen, aber wir haben aufgezeigt und vorgezeigt, was möglich ist, wenn man an sich glaubt, mit viel Selbstvertrauen und Mut in die Matches geht. Ich bin einfach überzeugt, dass der österreichische Fußball nicht so schlecht ist und viele Klubs einen guten Job machen", schildert Sportchef Christoph Freund.

"Jetzt haben wir eine große Chance mit fünf Vereinen in der kommenden Europacup-Saison. Viele Vereine sind auf einem guten Weg, auch mit dem LASK, der sich sehr gut entwickelt. Wir sollten einfach schauen, dass wir alle so viele Punkte wie möglich sammeln und versuchen, in die Gruppenphase zu kommen. Das hilft uns im Ranking, damit wir auch bleiben können, wo wir jetzt sind. Das steigert die Attraktivität der Liga."

Neben Salzburg sind auch Sturm, der LASK und Rapid bereits fix qualifiziert. Salzburg hat freilich andere Mittel, doch auch Tugenden wie Arbeitsmoral, Mentalität und Teamgeist führten die Mannschaft von Marco Rose in diese europäischen Sphären.

Freund: "Es war eine Vorbildwirkung, was man erreichen kann, wenn man mit viel Leidenschaft und Selbstvertrauen an die Sache herangeht und sich nicht kleiner macht, als man ist, sondern daran glaubt, dass vieles möglich ist."

Schlager sieht es ähnlich: "Es passiert alles so schnell, man denkt nicht so viel nach, hat das nicht so realisiert, dass wir so weit gekommen sind. Wenn mir das jemand vor der Saison gesagt hätte, hätte ich gesagt: Träum' weiter! Es ist cool zu merken, dass man mit solchen Top-Klubs mitspielen kann, merkt, dass sich die harte Arbeit auszahlt."

Weiterhin kein Champions-League-Muss

Spiele wie gegen Dortmund, Lazio oder Marseille zeigen, dass sich Fußball-Österreich keineswegs verstecken muss.

"In den Nachwuchsteams merken wir, dass wir mit anderen Nationen locker mithalten können und da oft auch gut spielen. Dann stellt man sich die Frage, warum läuft es bei den Profis nicht auch so? Aber die anderen Länder sehen auch, dass wir hier gut gearbeitet haben. Die Wertschätzung ist schön, dass die Leute sehen, in Österreich wird auch gut gearbeitet. Das finde ich super", freut sich Schlager, der wieder von 300 Fans aus St. Valentin angefeuert wurde ("Immer recht nett").

Salzburg und Europa League, das passt sehr gut, die Champions League wird trotz Halbfinal-Teilnahme weiterhin nicht mehr als Ziel proklamiert.

Freund: "Wir sprechen jetzt nicht über die Champions League, es geht um den Prozess, wie entwickeln wir uns in der Mannschaft, wie entwickeln wir uns weiter und die Dinge kommen dann. Das ist auch jetzt so gekommen, weil wir sehr gut gearbeitet haben und Dinge ineinander gegriffen haben. So werden wir es auch weiter halten."

Die Europa League scheint für die entwicklungsfähige Salzburger Mannschaft die richtige Bühne zu sein.

"Der Bewerb passt einfach sehr gut zu uns, weil wir in diesem in den vergangenen zehn Jahren oft gespielt haben und richtig gute Leistungen geboten haben. Wir haben vier Mal die Gruppe gewonnen und sind nun noch viel weiter gekommen, das ist eine richtig gute Plattform für uns."

Vor allem in dieser Saison, die erst im Halbfinale endete. Mit den Köpfen weit oben.


Textquelle: © LAOLA1.at

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