Herzogs spezielle Erinnerungen an Marseille

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Für Andreas Herzog ist es eine Rückkehr ins Stade Velodrome.

Der ehemalige Profi und TV-Experte, der am Donnerstag ab 20:15 auf "Sky Sport Austria" beim Halbfinal-Hinspiel der UEFA Europa League zwischen Olympique Marseille und dem FC Salzburg zu sehen ist, hat selbst schon einmal in Marseille gespielt.

Mit Werder Bremen verlor der heute 49-Jährige das Rückspiel in der 2. Runde des UEFA-Cups, dem Vorgänger-Wettbewerb der Europa League, mit 2:3 und schied aus.

Die Partie blieb für den Wiener aber aus mehreren Gründen unvergessen. Über diese sowie den Salzburger Erfolgslauf hat Herzog mit LAOLA1 gesprochen.

Herzogs direkt verwandelte Ecke

Der frühere Linksfuß hat am 3. November 1998 ein ganz besonderes Tor vor damals 50.000 Zuschauern im Stade Velodrome erzielt - nämlich eine direkt verwandelte Ecke.

"Als Linksfuß habe ich oft versucht den Ball mit Schnitt so gut wie möglich vor das Tor zu bringen. Andy Köpke (OM-Goalie, Anm.) war ein super Torhüter, hatte aber nicht die extreme Größe. Ich habe mir gedacht, ich schneide ihn schön vor das Tor und dann ist der Ball direkt reingegangen", erinnert sich Herzog.

Doch die Freude über seine Treffer, der damalige Werder-Regisseur traf auch im Hinspiel, blieb aufgrund des Ausscheidens getrübt.

"Wir haben im Hinspiel 1:1 gespielt und im Rückspiel 2:3 verloren, deswegen hat das Tor leider keine große Relevanz gehabt. Aber es war natürlich ein internationales Tor gegen einen guten Gegner, das war zumindest für mich persönlich eine Befriedigung."

Den Frust bekam die Kabine zu spüren

Doch nicht nur das blieb Herzog in Erinnerung. Der damalige Torhüter Frank Rost hinterließ nämlich in der für die WM 1998 frisch renovierten Gäste-Kabine seine Spuren.

"Felix Magath hat uns eine Woche vorher übernommen und die Mannschaft umgedreht, weil wir in der Meisterschaft schlecht waren. Einige Stammspieler mussten auf die Bank, unter anderem Frank Rost, der Einser-Torhüter, und in seinem Frust hat die Kabine dran glauben müssen. Wie wir zum Aufwärmen gegangen sind, hat er einen Tormann-Ausschuss in der frisch renovierten Kabine abgegeben. Der Ball ist von einer Wand zur anderen gewandert und plötzlich ist alles abgebröckelt", lacht Herzog.

Mittlerweile wurde das Stade Velodrome für die EM 2016 neuerlich adaptiert und bekam auch ein spektakuläres Dach. Salzburg darf sich am Donnerstag (21:05 Uhr, LIVE im LAOLA1-Ticker) auf eine besondere Atmosphäre vor rund 65.000 Zuschauern freuen.

"Es war damals schon ein super Flair, aber das Stadion ist ja noch viel schöner geworden. Marseille hat heißblütige Fans und es wird eine coole Aufgabe für die Salzburger hier zu bestehen. Das wird schon ein richtiger Hexenkessel und Olympique weiß auch, dass sie im Hinspiel was vorlegen müssen. Das Rückspiel zu Hause zu haben, ist manchmal ein wenig einfacher."

Marseille-Stil kommt Salzburg mehr entgegen

Salzburg hatte in der K.o.-Phase durchgehend Heimrecht im zweiten Spiel, was sicherlich kein Nachteil ist, wie auch das 4:1 gegen Lazio Rom zeigte.

Nun trifft die Mannschaft von Marco Rose abermals auf einen offensiven Gegner, der aber wiederum anders spielt wie Lazio Rom. In der ewigen Stadt verlor Salzburg das einzige seiner 18 Europacup-Spiele in dieser Saison mit 2:4.

"Ich denke, dass der offensive Spielstil Marseilles Salzburg besser entgegen kommt als jener von Lazio Rom. Das ist meine Hoffnung, dass Salzburg defensiv gut stehen kann, die Bälle gewinnt und blitzschnell umschaltet", sagt Herzog vor dem Spiel gegen den aktuell Vierten der Ligue 1, der in zwei Bewerben um einen Fix-Platz in der UEFA Champions League kämpft.

Herzog schwärmt von Salzburg

Die Franzosen, die im Sommer über 60 Millionen Euro in Transfers investierten, konnten sich während der Saison kontinuierlich steigern, das gilt aber laut Herzog auch für Salzburg.

"Man sieht, dass die Mannschaft extrem gewachsen und gereift ist. Vielleicht haben sie nicht die extremen Individualisten wie Sadio Mane oder Naby Keita früher, aber ein besseres Salzburger Team hat es nicht gegeben. Auch von der Physis und der mentalen Stärke. Andi Ulmer und Stefan Lainer sprinten beispielsweise beim Stand von 5:1 gegen die Admira immer noch über 50 Meter und auch das ist ein Grund, warum sie so erfolgreich sind", schwärmt Österreichs Rekord-Teamspieler.

In den vergangenen Wochen ist ihm auch der physische Aspekt vermehrt ins Auge gestochen: "Im Vergleich mit den Top-Klubs aus Spanien, Deutschland oder Italien machen die Salzburger von ihrer körperlichen Überlegenheit Gebrauch und laufen speziell nach der Pause alle nieder. Man muss auch das Alter dieser Spieler bedenken und wie sie dennoch auftreten, das ist schon besonders." Womöglich nimmt Herzog noch weitere spezielle Erinnerungen aus Marseille mit.

Textquelle: © LAOLA1.at

Xaver Schlager: Red Bull Salzburg ist nicht nur Fußball

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare