Ausgeglichene ÖFB-Bilanz im EC-Halbfinale

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Am Donnerstag (21:05 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) bestreitet mit Salzburg zum neunten Mal ein österreichischer Verein ein Europacup-Halbfinale.

Acht Mal war ein ÖFB-Klub in einer Runde der letzten Vier in einem der drei großen Bewerbe seit 1955 vertreten - und die rot-weiß-rote Bilanz ist ausgeglichen.

Vier Mal gelang es einem heimischen Verein ins Finale aufzusteigen, vier Mal scheiterten die ÖFB-Klubs in der Vorschlussrunde.

Österreichs aktueller Meister kann gegen Olympique Marseille die Bilanz positiv gestalten und als erster österreichischer Klub seit 22 Jahren wieder in ein Europacup-Finale einziehen.

Zudem steht in dieser Saison noch ein UEFA-Rekord auf dem Spiel. LAOLA1 hat die wichtigsten Statistiken vor dem ersten Halbfinale:

ÖFB-Bilanz in Europacup-Halbfinali seit 1955:

Saison Bewerb Verein Gegner Hinspiel Rückspiel
1960/61 Europacup der Landesmeister Rapid Benfica (POR) 0:3 (a) 1:1 (h)
1977/78 Europacup der Cupsieger Austria Dinamo Moskau (USR) 1:2 (a) 2:1 5:4 n.E. (h)
1978/79 Europacup der Landesmeister Austria Malmö FF (SWE) 0:0 (h) 0:1 (a)
1982/83 Europacup der Cupsieger Austria Real (ESP) 2:2 (h) 1:3 (a)
1984/85 Europacup der Cupsieger Rapid Dinamo Moskau (USR) 3:1 (h) 1:1 (a)
1986/87 UEFA Cup FC Tirol IFK Göteborg (SWE) 1:4 (a) 0:1 (h)
1993/94 UEFA Cup Austria Salzburg Karlsruhe (GER) 0:0 (h) 1:1 (a)
1995/96 Europacup der Cupsieger Rapid Feyenoord (NED) 1:1 (a) 3:0 (h)

  • Zwei Mal hat es ein ÖFB-Klub gar in ein Halbfinale des Europacups der Landesmeister, dem Vorgänger-Bewerb der heutigen UEFA Champions League, geschafft. 1960/61 schied Rapid nach einem 0:3 auswärts gegen Benfica Lissabon und einem 1:1 zu Hause aus. Das Heimspiel musste in der 88. Minute wegen Zuschauerausschreitungen abgebrochen werden, das Ergebnis wurde aber beglaubigt. Damals waren nur 28 Mannschaften am Start, Rapid setzte sich in drei Runden zuvor gegen Besiktas, Chemnitz und IFK Malmö durch. Die Wiener Austria zog im selben Bewerb 1979 gegen einen alten Salzburger Bekannten den Kürzeren: Malmö FF. Zuvo schalteten die Veilchen Dresden, Lilleström und Vllaznia Shkodra (ALB) aus.
  • Der mit der Saison 1998/99 eingestellte Europacup der Cupsieger, der letzte Sieger war übrigens Lazio Rom, war jener Bewerb, in dem Österreich gleich vier Mal im Halbfinale vertreten war - und drei Mal ins Endspiel vorstieß. Sowohl die Austria 1978 als auch Rapid 1985 schalteten im Halbfinale jeweils Dinamo Moskau aus, die Finali gingen verloren (0:4 gegen Anderlecht bzw. 1:3 gegen Everton). Vor 22 Jahren fertigten Carsten "Turban" Jancker und Rapid Feyenoord mit 3:0 ab (siehe Video) und schafften es ins Endspiel, ehe es in Brüssel ein 0:1 gegen Paris St. Germain setzte. Einzig die Wiener Austria musste sich 1983 Real Madrid im Halbfinale geschlagen geben.

  • Im UEFA Cup, dem Vorgänger-Wettbewerb der UEFA Europa League, bahnte sich der FC Tirol 1986/87 seinen Weg und scheiterte erst im Halbfinale an IFK Göteborg - dort aber klar mit dem Gesamtscore von 1:5. Austria Salzburg überstand 1993/94 mit Heimo Pfeifenberger und dem Vater von Stefan Lainer, Leo, das Halbfinale gegen Karlsruhe. Nach einem 0:0 in Wien (Salzburg wich damals ins weitaus größere Stadion aus) reichte ein 1:1 beim KSC, der heutige Nachwuchs-Teamchef Hermann Stadler erzielte die Führung (siehe Video unten). Im Finale, das damals noch in Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde, unterlag die Mannschaft von Trainer Otto Baric Inter Mailand jeweils mit 0:1.

  • Seit 2009 gibt es die UEFA Europa League, die Salzburg seit geraumer Zeit zu "seinem" Bewerb erklärt hat. Kein Wunder, hat Salzburg zum vierten Mal in dieser Saison die Gruppenphase ohne Niederlage überstanden (Rekord). Nur ein Gegentor im Herbst ist ebenfalls Bestmarke. Salzburg spielt am Donnerstag sein 59. Europa-League-Spiel, nur Villarreal (62) und Bilbao (61) haben mehr. Mit 30 Siegen liegt man nur noch hinter Villarreal (33), und lediglich die "Gelben U-Boote" und Bilbao haben mehr Treffer erzielt als die 94 von Salzburg. Während die Champions League dem Meister bislang verwehrt blieb, könnte Salzburg in "seiner" Europa League den großen Coup landen - und ausgerechnet mit einem Fixplatz in der Gruppenphase der "Königsklasse" belohnt werden.

Salzburg befindet sich auf Rekord-Kurs

Am Donnerstag absolviert Salzburg sein 19. Spiel in dieser Europacup-Saison und ist damit auf Rekord-Kurs. Denn mit dem Halbfinal-Rückspiel stellen die Österreicher bereits die Bestmarke für die meisten Spiele in einer Europacup-Spielzeit ein - diese hat Bordeaux, das 1995/96 im UEFA-Cup-Finale dem FC Bayern (mit Andreas Herzog im Kader) unterlag, aufgestellt.

Die Franzosen absolvierten damals acht Partien im UEFA Intertoto Cup und zwölf Spiele im UEFA Cup. Basel brachte es 2012/13 auf die gleiche Anzahl an Einsätzen, von der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League bis zum Halbfinale der UEFA Europa League.

Sollte Salzburg das Halbfinale überstehen, wäre die 21. Partie am 16. Mai in Lyon neuer UEFA-Rekord. Dafür muss Salzburg aber zunächst Marseille endgültig aus dem Bewerb kicken. Die Franzosen haben einen ausgeglichene Bilanz gegen österreichische Klubs (2 Siege, 2 Remis, 2 Niederlagen). Zu Hause (1S, 2U) kassierte Marseille noch kein Gegentor von einem ÖFB-Klub.

Salzburgs Bilanz gegen französische Klubs ist wiederum positiv (3 Siege, 1 Remis, 2 Niederlagen, Auswärtsbilanz: 1 Sieg, 1 Unentschieden, 1 Niederlage). In den letzten beiden Partien in Frankreich gab es kein Gegentor. In der Gruppenphase 2016/17 hatte man beim 2:0 in Nizza die Serie von 19 ungeschlagenen Spielen in Folge begonnen, es war "Hwang night to remember".

Nur gegen Salzburg gewann OM zu Hause nicht

Im Herbst wurde OM in der Gruppenphase mit 1:0 besiegt, auswärts ein 0:0 geholt. Das reichte Marseille, das nun das zweite Mal auf einen ÖFB-Klub in einer K.o.-Runde trifft (CL-Quali 03/04, FAK, 1:0 Gesamt), zum Aufstieg und Salzburg stand damals ohnehin schon als Gruppensieger fest. Es war das einzige Europacup-Heimspiel von OM, das in dieser Saison nicht gewonnen werden konnte.

Gegen Konyaspor (1:0), Guimaraes (2:1), Braga (3:0), Bilbao (3:1) und Leipzig (5:2) feierte die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia jeweils Siege. Für Marseille ist es auch das erste Halbfinale in der Europa League, in den Spielzeiten 1998/99 und 2003/04 erreichten die Südfranzosen jeweils das Finale im UEFA Cup und unterlagen beide Male (0:3 gegen Parma bzw. 0:2 gegen Valencia).

Auch im Europapokal der Landesmeister setzte es eine Final-Niederlage: Roter Stern Belgrad gewann 1991 in Bari mit 5:3 n.E. (0:0 n.V.). Die erste Ausgabe der UEFA Champions League konnte Marseille, das an fünf Europacup-Halbfinali mitwirkte (Heim-Bilanz: 3 S, 1U, 1N), 1992/93 gewinnen - Basile Boli erzielte 1993 in München das Goldtor gegen Milan im Endspiel. Halbfinale gab es übrigens damals keines, nach der Gruppenphase (A und B) wurde gleich das Endspiel ausgetragen.

Salzburg ist der letzte nationale Meister, der in diesem Bewerb mitmischt - und der einzige Halbfinalist, der noch keinen großen UEFA-Titel gewinnen konnte. Möglicherweise ändert sich das in dieser Saison, in der aber niemand damit rechnete.

Salzburgs Weg ins Europa-League-Halbfinale:

Bewerb Runde Gegner Ergebnis
UCL Q2 Hibernians (MLT) 3:0 (a)
UCL Q2 Hibernians (MLT) 3:0 (h)
UCL Q3 Rijeka (CRO) 1:1 (h)
UCL Q3 Rijeka (CRO) 0:0 (a)
UEL PO Viitorul (ROU) 3:1 (a)
UEL PO Viitorul (ROU) 4:0 (h)
UEL GPH1 Vitoria (POR) 1:1 (a)
UEL GPH2 Marseille (FRA) 1:0 (h)
UEL GPH3 Konyaspor (TUR) 2:0 (a)
UEL GPH4 Konyaspor (TUR) 0:0 (h)
UEL GPH5 Vitoria (POR) 3:0 (h)
UEL GPH6 Marseille (FRA) 0:0 (a)
UEL 1/16 Sociedad (ESP) 2:2 (a)
UEL 1/16 Sociedad (ESP) 2:1 (h)
UEL 1/8 Dortmund (GER) 2:1 (a)
UEL 1/8 Dortmund (GER) 0:0 (h)
UEL 1/4 Lazio (ITA) 2:4 (a)
UEL 1/4 Lazio (ITA) 4:1 (h)
UEL 1/2 Marseille (FRA) ? (a)
UEL 1/2 Marseille (FRA) ? (h)

Textquelle: © LAOLA1.at

Salzburg schaut sich auf der Außenverteidiger-Position um

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