Duell mit PSG als letzte Chance für Liverpool-Coach Slot?
Nach einer verkorksten Saison ist die Champions League für die "Reds" die einzige verbliebene Möglichkeit auf einen Titel. Als Gegner wartet aber der formstarke Titelverteidiger.
Paris St. Germain hat Liverpool 2025 auf dem Weg zum späteren Triumph in der Fußball-Champions-League im Achtelfinale bezwungen. Ein Jahr später bekommen die Engländer im Viertelfinale die Chance zur Revanche.
Das Hinspiel steigt am Mittwoch (21.00 Uhr) auf französischem Boden. Während die Gastgeber in der Ligue 1 auf Titelkurs sind, ist für die "Reds" die "Königsklasse" die letzte Chance auf einen Saisontitel.
Vieles spricht für PSG, das zuletzt sechsmal gegen englische Teams nicht verlor und dabei fünfmal als Sieger den Platz verließ. Im Achtelfinale wurde Chelsea mit 5:2 und 3:0 deutlich in die Schranken gewiesen.
Luft für Slot wird immer dünner
Vergangene Saison war nach Liverpool (4:1 im Elfmeterschießen nach 1:0 bzw. 0:1) auch Aston Villa und Arsenal in K.o.-Begegnungen bezwungen worden. Dass diese Serie gegen einen vom Top- zum Krisenclub mutierten Verein prolongiert werden kann, ist aufgrund der jüngsten Entwicklungen bei Liverpool am Papier zu erwarten.
Nach den schwachen Darbietungen in der Meisterschaft, in der Dominik Szoboszlai und Co. nach 31 Runden nur auf Platz fünf liegen, gab es mit einer 0:4-Niederlage im FA-Cup-Viertelfinale am Samstag bei Manchester City den nächsten herben Dämpfer (zum Spielbericht >>>).
Der vertraglich bis 2027 gebundene Trainer Arne Slot steht dadurch mehr als zuvor in der Kritik und kann sich wohl nur mit einem CL-Titel retten. "Slot schlafwandelt der Entlassung entgegen", schrieb die "Daily Mail" nach dem Cup-Aus.
Zusammenhalt und Chancenverwertung
Die Aussagen aus der Mannschaft sprechen auch nicht gerade für eine Weiterbeschäftigung des 47-Jährigen. "Was uns immer am meisten auszeichnete, war unser Zusammenhalt. Jetzt befinden wir uns in einer Übergangsphase und müssen diesen Zusammenhalt erst wiederfinden", sagte Kapitän Virgil van Dijk.
"Der Kampfgeist und die richtige Einstellung haben gefehlt", monierte Szoboszlai nach dem FA-Cup-Aus. "Um ehrlich zu sein, waren wir alle nicht so da, wie wir hätten sein können."
Die Folge war die 15. Pflichtspielniederlage in dieser Saison. "Wenn man eine Chance haben will, Paris zu schlagen, muss man, wenn man sich Chancen herausspielt, auch treffen und man darf auch nicht so leichte Gegentore kassieren", sagte Slot.
Über die ganze Saison gesehen sei die Anzahl der Tore im Vergleich zu den Chancen viel zu gering. "Wir müssen nach einer solchen Niederlage und so vielen Enttäuschungen, die wir in dieser Saison bereits hatten, eine Reaktion zeigen", forderte Liverpools Trainer.
PSG rechnet mit enger Partie
Sein Team könnte zum zweiten Mal nach 2007 (Barcelona im Achtelfinale) einen Titelverteidiger ausschalten. Dafür spricht auch, dass in vier der jüngsten fünf Saisonen für diesen jeweils in der Runde der letzten acht Endstation war. Nur Real Madrid erreichte 2023 als Titelverteidiger das Halbfinale.
PSG will diesem Beispiel nach vier Pflichtspielsiegen en suite folgen. "In so einem Spiel ist es nicht möglich, einen Favoriten zu nennen", betonte PSG-Coach Luis Enrique.
Die direkten Duelle in der vergangenen Saison seien auf einem "sehr, sehr hohen Level" gewesen. "Dieses Mal wird es nicht viel anders sein." Der Spanier hoffte auf mehr Ballbesitz als der Gegner.
"Zwei großartige Mannschaften, da kann alles passieren", sagte auch Mittelfeldspieler Vitinha. Nicht zu erwarten ist ein Unentschieden, die jüngsten 31 Auftritte von Liverpool in der CL endeten mit 22 Siegen und neun Niederlagen.
Schnelle Revanche-Chance für Atletico in Barcelona
Im zweiten Champions-League-Viertelfinale am Mittwoch treffen der FC Barcelona und Atletico Madrid schon zum fünften Mal in dieser Saison aufeinander. Die Katalanen setzten sich in der Liga mit 3:1 und erst am Samstag mit 2:1 durch. Im Cup stiegen die Madrilenen nach einem Hinspiel-4:0 trotz eines Rückspiel-0:3 auf.
In der "Königsklasse" behielt Barca im Viertelfinale gegen Atletico 2014 und 2016 die Oberhand. Barca-Coach Hansi Flick erwartete zwei "emotionale" Partien. "Wir müssen unser Spiel durchziehen. Wenn wir das nicht machen und keinen Druck ausüben, fällt es unseren Gegnern leicht, die Räume zu nutzen", meinte der Deutsche.
"Gemeinsames Angreifen und Verteidigen" solle zum Erfolg führen. Neunmal gab es für seine Truppe in Pflichtspielen zuletzt keine Niederlage, dabei schauten acht Siege heraus. Atletico hat demgegenüber einen Negativlauf, dreimal gab es für das Team von Trainer Diego Simeone in Bewerbsspielen keine Punkte.