Endstand
2:0
0:0 , 2:0
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Nach der Vizemeisterschaft: Die Pläne des SK Sturm Graz

Fabio Ingolitsch zieht nach seinem ersten Halbjahr als Sturm-Coach Bilanz. Im Sommer stehen erneut einige Kaderveränderungen an.

Nach der Vizemeisterschaft: Die Pläne des SK Sturm Graz Foto: © GEPA

Zwei Punkte fehlten dem SK Sturm Graz am Ende der Saison 2025/26 auf den dritten Meistertitel en suite.

Im letzten Spiel der Saison gelang gegen den SK Rapid zwar ein 2:0-Heimsieg, dieser reichte aufgrund des klaren Sieges des LASK bei der Wiener Austria trotzdem nicht zum Titel.

Die "Blackies" beendeten die Meistergruppe zwar ungeschlagen, holten gleichzeitig aber auch nur vier Siege. Seit dem Amtsantritt von Fabio Ingolitsch im Jänner gewann der Klub bewerbsübergreifend acht von 18 Pflichtspielen.

Niederlagen gab es nur in der Europa League gegen Feyenoord, im Cup-Viertelfinale in Altach und in der Liga bei der WSG Tirol.

Positive Bilanz

Der 34-Jährige zog nach dem letzten Saisonspiel eine positive Bilanz über sein erstes halbes Jahr: "Es war sehr intensiv. Deswegen bin ich stolz auf alle Beteiligten, wie wir den gemeinsamen Weg gegangen sind und wie wir uns entwickelt haben. Als ich angefangen habe, war ich fast fassungslos, was für eine deprimierte Stimmung geherrscht hat."

Viel Lob hatte er für seine Spieler übrig: "Dass wir das jetzt in diese Richtung bekommen haben, war alles andere als selbstverständlich. Hut ab vor den Jungs, auch vor den neuen Jungs, welchen Impact sie gehabt haben und wie sie sich zusammengerafft haben."

Defensive hui, Offensive pfui

Sturm hat sich in der Rückrunde vor allem defensiv verbessert. Mit 35 Gegentreffern beendete man die Saison mit der besten Defensive der Liga. Auf Platz zwei: Ingolitschs Ex-Klub SCR Altach mit 39 Gegentoren.

"Jetzt können wir wieder gegen jeden in Österreich bestehen und um die Meisterschaft kämpfen. Und da bin ich ehrlich: Im Jänner hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass wir in der letzten Runde noch um den Titel spielen werden. Deswegen müssen wir die Kirche im Dorf lassen", so der Chefcoach.

Das Spiel nach vorne hingegen bleibt weiterhin die Achillesferse. Vor allem im letzten Drittel fehlten oft die zündenden Ideen. Gleichzeitig muss man auch an der eigenen Chancenverwertung arbeiten.

Kein Stürmer erzielte mehr als fünf Tore in dieser Saison: Seedy Jatta (vier Ligatore), Belmin Beganovic, Leon Grgic, Maurice Malone (alle drei Ligatore). Lebensversicherung war einmal mehr Otar Kiteisvhili (15 Ligatore), der sich auch erstmals die Torjägerkrone schnappte.

Veränderungen stehen an

Veränderungen stehen an
Otar Kiteishvili war einmal mehr der überragende Sturm-Spieler der Saison.
Foto: ©GEPA

Wo Sportchef Michael Parensen und Co. die Hebel ansetzen müssen, ist ersichtlich. Wenig verwunderlich wird es im Sommer wieder zu Kaderveränderungen kommen.

Nach dem 2:0-Heimsieg gegen Rapid wanderte der Fokus von "Enttäuschung über die verpasste Meisterschaft" schnell in Richtung der emotionalen Verabschiedung von Kapitän Stefan Hierländer.

Neben dem 35-jährigen Routinier wurden auch die Leihspieler Jusuf Gazibegovic und Rory Wilson, sowie Matteo Bignetti offiziell verabschiedet. Bei Jeyland Mitchell (Leihende) und Dimitri Lavalee (Vertrag läuft aus) gibt es aktuell noch Gespräche.

Als erster Sommer-Neuzugang fixiert werden wird Torhüter Ammar Helac, den Ingolitsch noch aus gemeinsamen Zeiten bei Altach kennt. Gerüchte rankten sich zuletzt auch um Transfers von Jürgen Heil, Simon Seidl und Boris Matic.

All das sind Spieler, die auch zu den Aussagen von Ingolitsch auf der Pressekonferenz passen: "Es ist als österreichischer Verein nicht einfach, Spieler zu finden, die direkt einen Impact auf die Mannschaft haben. Das liegt daran, weil die budgetären Möglichkeiten so nicht mehr da sind."

Wir wollten schon im Winter einen anderen Stürmertypen. Das haben wir leider nicht geschafft, aber wir haben das Ziel nicht aus den Augen verloren.

Fabio Ingolitsch über Transfers.

Großes Transferziel

Oberstes Transferziel ist aber weiterhin die Verpflichtung eines großgewachsenen Stürmers. "Wir wollten schon im Winter einen anderen Stürmertypen. Das haben wir leider nicht geschafft, aber wir haben das Ziel nicht aus den Augen verloren", bestätigte Ingolitsch.

Durch die Vizemeisterschaft steigt der SK Sturm in der kommenden Saison in der zweiten Qualirunde für die UEFA Champions League ein. Da man als Zweiter über den Ligaweg kommen muss, sind große Gegner nicht zu vermeiden. Wer wo im Europacup einsteigt >>>

Nichtsdestotrotz bleibt das Ziel klar: Qualifikation für eine Ligaphase. Dafür soll dann auch der Kader ausgelegt werden.

Quantität im Fokus

"Ziel ist es, dass wir uns ausgewogen aufstellen und jede Position doppelt besetzt haben. Wir haben drei Chancen, uns für die internationalen Bewerbe zu qualifizieren, und dann wartet im Herbst hoffentlich ein Mammutprogramm, wo wir die Breite benötigen werden", so der Trainer.

Damit soll auch verhindert werden, dass man in der Liga aufgrund der Doppelbelastung wichtige Punkte liegen lässt: "Diese Frische ist uns im Herbst auch abhandengekommen. Das ist sicher auch ein Grund, warum wir am Ende vielleicht zwei, drei Punkte zu wenig hatten."

Trainingsstart für die "Blackies" ist der 15. Juni. Das erste Pflichtspiel findet dann in der CL-Quali am 21. oder 22. Juli statt.

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