Endstand
1:0
0:0 , 1:0
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Bauchfleck abgeschüttelt: "Hat eine Menge Charakter gebraucht"

Eine harte Woche endet für Rapid doch im Stimmungshoch. Geträumt wird nicht, aber das Momentum wird mitgenommen, so die Hoffnung.

Bauchfleck abgeschüttelt: "Hat eine Menge Charakter gebraucht" Foto: © GEPA

Die gesamte Saison der ADMIRAL Bundesliga ist für den SK Rapid schon ein Auf und Ab, das komprimierte sich in der nun beendeten Woche auf ein paar Tage.

War der Punkt aus zwei Spielen gegen Hartberg noch ein Rückschlag, steht nun der dritte Sieg aus vier Spielen gegen Red Bull Salzburg zu Buche. So erfolgreich war Rapid in einer Spielzeit überhaupt noch nie, seit der Kontrahent unter den Flügeln des Bullen steht.

Dass das ein drittes Mal gelingt, war auch deswegen nicht unbedingt zu erwarten, da nur drei Tage zwischen der Enttäuschung und der nächsten Aufgabe lagen.

"Das ist, was ich am Fußball hasse: Am Mittwoch hätte ich am liebsten einen anderen Sport gecoacht, und heute liebe ich es wieder, das im Fußball zu tun. Du musst dir eben antrainieren, schnellstmöglich von den Emotionen loszukommen", war der 92 Stunden zuvor noch gezeichnet scheinende Johannes Hoff Thorup wieder lebendig, aber eben analytisch kühl.

"Es braucht eine Menge Charakter, den Mittwochabend aus dem System zu bekommen und sich einfach auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren", lobte er seine Spieler.

Zwei Teams neutralisieren sich

Dabei sah es dann lange gar nicht nach diesem erneuten Erfolg über Salzburg aus. Es war eine taktisch geprägte Partie auf Augenhöhe, lange auch ohne Großchancen. Ein klassisches 0:0.

Ehe Ercan Kara kam und in der 88. Minute die selbst beschriebenen schönsten Minuten seiner Karriere einleitete.

"Es war von Anfang an kein leichtes Spiel. Es ist schwer gewesen, ins letzte Drittel zu kommen und gefährlich zu werden", monierte Matthias Seidl nach dem Spiel gegen seine Bundeslandsmänner.

"Am Ende haben wir das Tor erzwungen, und das gehört auch einmal dazu."

Bist a Däne, bist a Mensch

Am Ende waren es zwei Joker, die die Entscheidung brachten: Torschütze Kara und Assistgeber Yusuf Demir, der seinen ersten Scorer seit der Rückkehr einsteckte.

"Dieser Sieg heute ist ein großer für uns, denn er erzeugt viel Positivität, viel Momentum für die letzten drei Spiele."

so die Hoffnung von Johannes Hoff Thorup

Warum es die Wechsel für den Sieg brauchte? "Weil ich ein Mensch bin", antwortete Hoff Thorup: "Manchmal mache ich Fehler, und es sind nicht immer die Pläne, die wir vor dem Spiel machen. Manchmal sind die richtigen jene während des Spiels."

So oder so, nach 90 Minuten war es einmal mehr der richtige Plan gegen Salzburg.

Träume sind Schäume

Und weil die Tabelle wieder näher zusammengerückt ist, ist auf einmal mathematisch alles wieder drin. Da wiegen die verlorenen Zähler gegen Hartberg paradoxerweise noch schwerer. Nicht mehr zu ändern.

"Wichtig war heute nur, welche Performance wir auf den Platz bringen", durften derlei Gedanken bei Seidl nicht lange haften.

Wie das Träumen generell keine Ansage innerhalb der Mannschaft ist, das gehört auf die Ränge. Für diese Einstellung braucht es wohl gar keinen kühlen Dänen auf der Trainerbank: "Die Tabelle hat auch schonmal schlecht ausgeschaut", erinnerte Seidl, dass ein Titel in der Gesamtabrechnung dieser Saison kein erwartbarer Ausgang wäre. Auch, wenn es drei Spiele vor Ende nur ebenso viele Punkte Rückstand sind.

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Im Hoch ins Saisonfinale

So wird mit der nächsten Aufgabe viel entschieden: Auswärts beim LASK. Aktuell wohl die schwerste Reise in der Bundesliga. Dafür gibt es nun acht Tage Vorbereitungszeit auf die verschobene Partie - und einen Gegner, der dazwischen ein Finale im UNIQA ÖFB-Cup bestreiten wird.

Welche Schwerpunkte nach der heftigen Woche gesetzt werden, wusste Hoff Thorup am Sonntagabend noch gar nicht. Dass der Rückblick auf das letzte Duell mit den Linzern einfließen wird, liegt aber auf der Hand.

Er war sich aber sicher: "Dieser Sieg heute ist ein großer für uns, denn er erzeugt viel Positivität, viel Momentum für die letzten drei Spiele."

Was dann am Ende dabei herausschaut, kann jetzt noch niemand prophezeien. Dafür ist diese Meistergruppe mit ihrer Ausgangslage viel zu verrückt.

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