Endstand
1:1
0:0 , 1:1
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Ingolitsch: "Jeder kommt hierher und parkt den Mannschaftsbus"

Sturm Graz kommt zum vierten Mal in Folge nicht über ein Remis hinaus und verliert damit auch die Tabellenführung. Zufriedenheit sieht in Graz-Liebenau anders aus.

Ingolitsch: "Jeder kommt hierher und parkt den Mannschaftsbus" Foto: © GEPA

Meistergruppen-Spiel Nummer sieben, Remis Nummer fünf!

Auch im vorletzten Heimspiel der Saison kommt der amtierende Meister SK Sturm Graz in der Merkur Arena gegen die Wiener Austria nur zu einem späten 1:1-Remis (Spielbericht >>>).

Nach den Punkteteilungen gegen Hartberg und zwei Mal LASK ist es das vierte Remis in Serie. Weil zudem der Titelrivale aus der Stahlstadt einen furiosen Sieg bei Hartberg feierte, wandert die Tabellenführung nach Linz.

Enttäuschte Grazer nach Remis

Fabio Ingolitsch war nach Schlusspfiff alles andere als zufrieden, hob aber auch die lange Ungeschlagen-Serie hervor.

"Für uns ist es ein sehr enttäuschender Nachmittag, weil wir uns mehr vorgenommen haben. Wir wollten voll auf Sieg spielen und unbedingt auf die Siegerstraße zurückkehren. Zehn ungeschlagene Spiele in Folge wirken sehr cool, fühlen sich momentan aber nicht so cool an", so der Cheftrainer.

Torschütze Paul Koller sah das ähnlich: "Jetzt stehe ich wieder da und wir haben zuhause wieder nur ein X. Das ist zu wenig, wir brauchen Siege und das ist uns heute nicht gelungen."

Die Krux, Chancen zu kreieren

Wie so oft in dieser Saison haperte es im Spiel nach vorne. Vor allem im letzten Drittel fehlten oft die zündenden Ideen oder man scheiterte an der starken violetten Defensive bzw. an Keeper Samuel Sahin-Radlinger.

"Wir sind zwar weiterhin schwer zu schlagen. Aber wir haben Probleme, uns vorne in der Offensive durchzusetzen, uns in der Box Momente zu verschaffen, die zu Toren führen. So musst du es zumindest hinkriegen, die Null zu halten. Aber auch das haben wir heuer nicht so oft geschafft", wurde Ingolitsch deutlich.

Den Gegentreffer kassierten die "Blackies" nach einer Standardsituation. Tin Plavotic stieg in den zweiten Rang und köpfte über die Grazer Abwehr hinweg ins lange Eck (54.).

Es ist sehr, sehr schwer. Jeder Gegner kommt hierher, rührt den Beton an und stellt den Mannschaftsbus hintenrein. Und das zu bespielen, ist das Schwierigste auf der Welt.

Fabio Ingolitsch

Die Austria und der tiefe Block

Danach konzentrierte sich die Austria auf eine stabile Defensive, verteidigte konsequent und ließ Sturm kommen. Ein ums andere Mal verzweifelten die Hausherren am tiefen Block der Veilchen.

Das sah auch Ingolitsch so: "Ich möchte es nochmal dazu sagen: Es ist sehr, sehr schwer. Jeder Gegner kommt hierher, rührt den Beton an und stellt den Mannschaftsbus hintenrein. Und das zu bespielen, ist das Schwierigste auf der Welt."

Am Ende benötigten die Grazer ebenfalls eine Standardsituation, um nicht noch als Verlierer vom Platz zu gehen. Paul Koller drückte eine Kopfball-Verlängerung von Gizo Mamageishvili über die Linie (85.).

"Drei Punkte wären wichtiger gewesen"

Mit welchem Körperteil der Innenverteidiger ihn gemacht hat, wusste er danach nicht mehr: "Ich habe keine Ahnung. Als der Schiedsrichter den Treffer nochmal gecheckt hat, musste ich kurz zittern, ob nicht doch eine Hand dabei war. Im Endeffekt schön, dass ich ein Tor gemacht habe, aber die drei Punkte wären wichtiger gewesen."

Am Ende stand ein Punkt, der den Grazern nicht weiterhilft. Die Tabellenführung ist futsch, das Rennen um die Meisterschaft spitzt sich weiter zu. Kommende Woche geht es in die Mozartstadt.

Bis dahin will Ingolitsch auch die Probleme im letzten Drittel in den Griff bekommen: "Wir müssen jetzt mit den Waffen kämpfen, die uns zur Verfügung stehen. Wir werden uns wieder intensiv zusammensetzen und vielleicht müssen wir neue Ideen, Anordnungen oder Strukturen finden, um noch zwingender zu werden."

Die Zeit dafür ist in jedem Fall knapp.

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