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"Fehlkonstruktion" - Hoffen auf Verbesserung bei Olympia-Schanze

Nach der Generalprobe wurde von einer "Fehlkonstruktion" gesprochen, nun wurde die Schanze verändert. So beurteilen die Springer die aktuelle Lage.

"Fehlkonstruktion" - Hoffen auf Verbesserung bei Olympia-Schanze Foto: © GEPA

Eine wirklich misslungene Generalprobe fand im September 2025 auf den Olympia-Schanzen in Predazzo statt.

Im Sommer-Grand-Prix kamen mit Eva Pinkelnig (Kreuzband-, Innen- und Außenmeniskusriss, Knorpelschaden), Alexandria Loutitt (Kreuzbandriss) und der Kombiniererin Haruka Kasai (Kreuzbandriss) im September drei Athletinnen schwer zu Sturz. Sie alle verpassen die Olympischen Spiele.

Viel Kritik für Verantwortliche

Danach hagelte es für alle Beteiligten viel Kritik. Eva Pinkelnig erklärte gegenüber dem "ORF", dass sie sich fühle, als wären sie "als Versuchskaninchen missbraucht" worden. FIS-Renndirektor Sandro Pertile bezeichnete die Schanze als "Fehlkonstruktion".

Nach dem Bewerb wurde gehandelt und Änderungen an der Schanze vorgenommen, um ein solches Szenario bei Olympia zu vermeiden.

Veränderung beim Absprungwinkel

Nach den schweren Verletzungen bei den Damen wurde sowohl auf der Normalschanze, als auch auf der Großschanze der Winkel des Schanzentisches verändert. Dieser sei jetzt um ein halbes Grad nach oben korrigiert.

Auch die Schanzengröße wurde verändert. Diese beträgt auf der Normalschanze nicht mehr 109, sondern jetzt 107 Meter, und auch auf der danebenliegenden statt 143 nur noch 141 Meter.

Dennoch ist laut einer der betroffenen Athletinnen Pinkelnig nicht nur die Schanze selbst, sondern auch "die Kombination aus dem Schanzenprofil, den Windverhältnissen und dem Material, das wir springen mussten" das Problem gewesen, wie sie gegenüber LAOLA1 berichtet.

ÖSV-Team kennt veränderte Schanze noch nicht

Weder die österreichischen Skispringer noch die Skispringerinnen haben die Testmöglichkeit vor Weihnachten bei den italienischen Meisterschaften wahrgenommen, wie sie gegenüber LAOLA1 erklären.

Dennoch haben sie sich einige Infos von Stützpunktkollegen geholt. Nur das deutsche Team, das die Möglichkeit wahrgenommen hat, war laut Jan Hörls scherzhafter Aussage wohl nicht so interessiert, Informationen weiterzugeben.

"Ich habe ein Video gesehen und mit Kollegen geredet, die bei den italienischen Meisterschaften mitgesprungen sind und sie war sehr gut beisammen. Von der Flugkurve hat sich nicht viel geändert, aber ich glaube, sie ist super präpariert. Wir können uns auf den Wettkampf freuen", meint der Team-Olympiasieger von 2022.

Auch Daniel Tschofenig tätigt eine ähnliche Aussage: "Ich habe von den Italienern gehört, dass es genau gleich geht. Die FIS hat gesagt, es ist anders, ich weiß jetzt nicht, was man davon glauben kann. Ich bin mir sicher, dass es im Winter nochmal anders ist als im Sommer. Ich bin mir sicher, sie haben sie besser gemacht", betont der 23-Jährige.

Diethart: mentale Faktoren werden kaum eine Rolle spielen

Ob es auch mental schwierig für die Athletinnen ist, auf jener Schanze zu performen, auf der zuletzt drei Kolleginnen schwer gestürzt sind, will Frauen-Trainer Thomas Diethart nicht bestätigen. "Sie werden es, wenn sie hinkommen, noch in Gedanken haben, aber wenn sie rauffahren und den ersten Sprung machen, wird das Thema erledigt sein", erklärt er.

Des Weiteren sei auch er sich sicher, dass es besser zu springen geht als noch im Sommer. "Ich habe von ein paar Springern gehört, dass die Flugkurve schon anders geworden ist. Es spielt dann auch der Schnee eine Rolle, weil sie es doch noch ein bisschen anpassen können."

Auch Pinkelnig ist sich sicher, dass der Wettkampf besser verlaufen wird als jener im Sommer. Im Winter sei es auch mit dem Schnee anderes zu springen. Weiters meint sie, dass alle Athletinnen mit den vorangegangenen Stürzen auf ihre Weise klarkommen werden.

Der erste Wettkampf wird zeigen, inwieweit es Veränderungen gab und wie das ÖSV-Team mit der angepassten Schanze zurechtkommt.

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