Wir sind danach in eine Schockstarre verfallen und haben uns nicht mehr davon erholt.
Diese erstickte die DEB-Auswahl allerdings im Keim, NHL-Stürmer Lukas Reichel erzielte nur 65 Sekunden später den Ausgleich. Es sollte in der Nachbetrachtung der Knackpunkt der Partie sein.
"Wir sind danach in eine Schockstarre verfallen und haben uns nicht mehr davon erholt. Das darf auf so einem Niveau nicht passieren", erklärte Torschütze Wallner.
"Normalerweise beflügelt so ein Tor"
Zur Matchhälfte bekam Deutschland Oberwasser, bedingt durch individuelle Fehler Österreichs. Die ÖEHV-Truppe stand vom Gegner zu weit weg, war vermehrt am Reagieren statt Agieren. Nach dem Führungstor klappte offensiv fast gar nichts mehr.
Paul Stapelfeldt sprach von einem "eigenartigen" Gefühl. "Normalerweise beflügelt so ein Tor, stattdessen hat er einen kleinen Dämpfer hinterlassen. Wir haben gar nicht mehr zu unserem Spiel gefunden, das uns auszeichnet."
Und nach dem 2:1 von Joshua Samanski war das Momentum endgültig gekippt, wenngleich der knappe Rückstand mit etwas Glück und Kampfgeist in die zweite Drittelpause gerettet werden konnte.
"Gute Ansprache" brachte Energie
In den Schlussabschnitt ist die rot-weiß-rote Mannschaft gut reingekommen. "Wir hatten eine gute Ansprache, dass wir uns zusammenreißen und alles geben", verriet Paul Huber.
Als Deutschland kurz vor Ablauf einer Strafe gegen Vinzenz Rohrer auf 3:1 erhöhte, David Maier wenige Minuten später den Puck unglücklich ins eigene Tor beförderte, war die Messe praktisch gelesen.
Daran änderte Rohrers toller Abschluss zum 2:4 recht wenig.
Strafen besiegeln Niederlage
Denn das Nationalteam handelte sich mehrere Strafen ein, Kapitän Schneider musste wegen eines Vergehens mit dem hohen Stock überhaupt vier Minuten in die Kühlbox.
"Es war nicht absichtlich, aber das muss ich vermeiden", sagte der Angreifer zu seinem Foul an DEB-Verteidiger Eric Mik. Thimo Nickl musste 13 Sekunden später wegen Spielverzögerung ebenfalls raus, bei doppelter Überzahl schnürte Reichel den Tripelpack.
Alexander Ehl machte Österreich mit dem 6:2 ins verwaiste Tor endgültig den Garaus. "Es schmerzt", sagte Dominic Zwerger. Huber nahm sich selbst und seine Teamkollegen in die Pflicht: "Viele haben heute nicht ihr bestes Spiel gehabt, da wäre mehr möglich gewesen."
Absolute Top-Nationen warten
Die Hoffnung auf das Viertelfinale lebt noch, mit Finnland und den USA warten jedoch zwei absolute Top-Nationen zum Abschluss der Gruppenphase.
Die ÖEHV-Cracks klammerten sich an den letzten Strohhalm. "Wir haben schon gezeigt, dass wir gut spielen können. Natürlich kommen starke Gegner, sie können gegen uns aber auch Punkte liegenlassen", betonte Huber.
Die Finnen haben ihre ersten fünf Spiele allesamt gewonnen, zuletzt Lettland mit 7:1 deklassiert und die USA 6:2 bezwungen.
Entscheidungsspiel gegen die USA?
Der Titelverteidiger strauchelt dagegen, es bahnt sich ein Entscheidungsspiel am Dienstagnachmittag um einen der ausständigen Viertelfinal-Plätze an.
Dort würde dann sogar ein Sieg nach Overtime bzw. Shootout genügen, damit sowohl der Olympiasieger als auch Deutschland hinter Österreich bleiben.
Der weitere verbliebene Konkurrent um einen Platz im Viertelfinale ist Lettland, das nur mehr Ungarn und Großbritannien vor der Brust hat.