Österreich
AUT
Deutschland
GER
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Leon Wallner
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Vinzenz Rohrer
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Lukas Reichel
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Joshua Samanski
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Lukas Reichel
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Manuel Wiederer
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Lukas Reichel
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Alexander Ehl
Schade! Österreich unterliegt Deutschland deutlich
Nach einem verheißungsvollen Start samt Führung bricht der rasche Ausgleich dem ÖEHV-Team das Genick. Am Ende kommt auch noch Pech und eigenes Unvermögen dazu.
Österreich muss bei der Eishockey-WM 2026 in Zürich die zweite Niederlage der laufenden Gruppenphase hinnehmen.
Im Derby gegen Deutschland verliert die Auswahl von Teamchef Roger Bader trotz einer zwischenzeitlichen 1:0-Führung mit 2:6 und verpasst damit die vielleicht beste Chance, das Viertelfinal-Ticket zu lösen.
Soll es mit dem neuerlichen Sprung unter die Top 8 noch klappen, sind aus den verbleibenden Partien gegen Finnland (Sonntag, 20:20 Uhr im LIVE-Ticker >>>) und Titelverteidiger USA (Dienstag, 16:20 Uhr im LIVE-Ticker >>>) drei Punkte notwendig.
Engagierter Start ins Spiel
Im Vergleich zur 0:9-Klatsche gegen die Schweiz rücken Vinzenz Rohrer und Dominic Zwerger wieder ins Lineup, im Tor vertraut Teamchef Roger Bader auf Atte Tolvanen.
Das Spiel ist gleich mit einer physischen Note versehen, NHL-Star Moritz Seider setzt mit einem harten, aber fairen Check gegen Zwerger die erste Duftmarke. Die Revanche folgt von Lucas Thaler.
Chancentechnisch legt Österreich vor, Maximilian Rebernig fährt mit etwas Platz auf NHL-Goalie Philipp Grubauer zu, findet im Deutschen aber seinen Meister. Die "Bader Boys" treten mit viel Energie und hoher Intensität auf, gefühlt will man Deutschland "auffressen".
Tolvanen wird von Lukas Reichel - einem weiteren deutschen NHL-Spieler - in der siebenten Spielminute erstmals gefordert (7.).
Mehrere Top-Chancen vergeben
Im ersten Powerplay der Partie findet Zwerger per Schlagschuss eine Großchance vor, setzt den Versuch neben das Tor. Schneider bringt den Rebound ebenfalls nicht im Tor unter (10.).
Kurz darauf hat Joshua Samanski - der vierte NHL-Crack im deutschen Kader - Platz und will nochmal querlegen, aber Gregor Biber stört seinen Gegenspieler an der zweiten Stange gut und verhindert den Abschluss ins halbleere Tor (13.).
In der Schlussphase des ersten Drittels bieten sich gleich mehrere Top-Möglichkeiten auf die Führung. Benjamin Nissner scheitert nach herrlicher Vorarbeit von Peter Schneider am stark reagierenden Grubauer (16.).
Mit einem Geniestrich wird Schneider von Zwerger vor dem Tor bedient, der Salzburg-Stürmer bringt jedoch nicht den nötigen Druck auf die Schaufel. In derselben Situation spielt Schneider auf Biber, der den Puck aus guter Position über die Latte setzt (beide 19.).
ÖEHV-Führung hält nur 65 Sekunden
Zu Beginn des zweiten Drittels ist es aber soweit, und wieder macht die vierte Linie auf sich aufmerksam: Tim Harnisch überläuft zuerst Leon Hüttl, dann auch noch Leon Gawanke und hat das Auge für Leon Wallner, der das Zuspiel ins kurze Kreuzeck abfälscht - 1:0 (23.).
Doch die Führung hält nur 65 Sekunden: Samanski hebt das Icing infolge eines langen Passes in die Spitze auf, spielt sofort zurück auf Reichel, der Tolvanen mit einem präzisen Abschluss ins rechte Kreuzeck keine Abwehrchance lässt (24.).
Der rasche Ausgleich gibt der DEB-Auswahl sichtlich Auftrieb, wobei Thimo Nickl, Nissner (beide 26.) und Rebernig (27.) weitere nennenswerte Möglichkeiten vorfinden.
Deutschland dreht das Spiel
Zur "Halbzeit" übernimmt Deutschland endgültig das Kommando, auch weil Österreich nicht mehr in die Zweikämpfe kommt und vom Gegenspieler zu weit weg steht.
Die Folge ist die erstmalige Führung der WM-Silbernen von 2023. Nach einer schönen Kombination hat Samanski nur mehr das halbleere Tor vor sich und hebt den Puck unhaltbar unter die Latte (34.).
In der Offensive findet die ÖEHV-Auswahl zu diesem Zeitpunkt - und für den weiteren Drittelverlauf - gar nicht mehr statt.
Pleiten, Pech und Pannen
Die Bader-Truppe ist gefordert, eine Reaktion zu zeigen - und zeigt diese zuerst auch. Rebernig hat direkt eine gute Möglichkeit, verzweifelt neuerlich an Grubauer (42.). Zuvor zeigt Tolvanen eine starke Tat bei einem Schlagschuss von Kai Wissmann (41.).
Nach dem guten Start ins Schlussdrittel muss Vinzenz Rohrer für zwei Minuten in die Strafbox, das rächt sich. Infolge eines langen Wechsels sind die Beine schwer, Reichel hat Zeit und platziert die Scheibe von links ins lange Eck (46./PP).
Der Gegentreffer zieht dem ÖEHV-Team noch nicht den Stecker - Zwergers Versuch wird vor dem Tor geblockt, der Abpraller von Schneider bleibt vor der Linie hängen (48.).
Dann kommt auch noch Pech dazu: Manuel Wiederer spielt die Scheibe vor den Torraum, dort will David Maier eigentlich nur Maximilian Kastner decken - bugsiert das Spielgerät jedoch ins eigene Tor (49.).
Kurz Hoffnung geschöpft - und selbst wieder genommen
Nach der vermeintlichen Vorentscheidung schöpft Rot-Weiß-Rot kurzzeitig neue Hoffnung: Rohrer stürmt mit hohem Tempo in die offensive Zone und überrascht Grubauer mit einem ansatzlosen Prachtschuss ins kurze Kreuzeck - 2:4 (49.).
Danach schwächt sich das Team jedoch selbst. Erst muss Schneider infolge eines hohen Stocks in der offensiven Zone für gleich vier Minuten in die Kühlbox, nur 13 Sekunden später wird Nickl nach einer Spielverzögerung auf die Strafbank geschickt (51.).
Deutschland spielt 1:47 Minuten in doppelter Überzahl, dort trifft Michaelis zuerst nur die Stange. Wenige Augenblicke später schnürt Reichel den Triplepack und besorgt die endgültige Entscheidung (52./PP2).
Risiko wird nicht belohnt
Die weitere Unterzahl verläuft ohne Gegentor, rund fünfeinhalb Minuten vor dem Spielende nimmt Bader eine Auszeit und beordert Tolvanen für einen sechsten Feldspieler auf die Bank.
Das Risiko geht jedoch nicht auf - es dauert nur 17 Sekunden, bis Alexander Ehl per Empty-Netter den Todesstoß setzt (55./EN).
Viertelfinal-Ticket noch selbst in der Hand
Die gute Nachricht: Österreich hat das Viertelfinal-Ticket weiter selbst in der Hand.
Dafür braucht es in den Spielen gegen Finnland und die USA ein Husarenstück. Allerdings würde im voraussichtlichen "Grande Finale" gegen den Titelverteidiger ein Sieg nach Overtime bzw. Shootout genügen, damit die Gruppe A unter den besten vier Teams abgeschlossen wird.
Deutschland springt mit dem zweiten 6:2-Sieg in Folge auf den vierten Platz, hat aber nur mehr das Spiel gegen Großbritannien (Montag, 20:20 Uhr) ausständig. Die DEB-Auswahl braucht für den Viertelfinal-Aufstieg jedoch Schützenhilfe.