Denn niemand kann ernsthaft daran glauben, dass von den übrigen Gruppenteilnehmern (Lettland, Deutschland, Finnland, USA, Schweiz) jemand absteigt.
Gerade Österreich hat aber in den letzten Jahren bewiesen, dass sie auch gegen Topnationen Punkte holen können. Ob das heuer mit dem verkürzten Aufgebot im Angriff auch gilt? Frühe Siege wären da ein gutes Ruhekissen, spätere Punkte erfreuliche Zugaben.
In einer Best-of-Seven-Serie wäre Österreich auch heuer gegen beide Teams klarer Favorit, nur das gilt halt bei einer WM nicht. Ein Spiel entscheidet und da hat Österreich gerade gegen Großbritannien keine guten Erinnerungen aus dem Jahr 2024: Gegen die bis dahin punktelosen und bereits abgestiegenen Briten hätten drei Punkte noch die Chance auf den Viertelfinaleinzug erhalten, bei der 2:4-Niederlage stand die Bader-Truppe aber völlig neben sich.
Das letzte Spiel gegen Ungarn war nicht wenig nervenzerrüttend, fand allerdings ein Happy-End: Durch das 4:3 im Shootout stieß Österreich die Magyaren 2023 punktegleich in die B-Gruppe.
Großbritannien
Im letzten Jahr gelang der Wiederaufstieg (gemeinsam mit Italien) – lediglich zwei Dreipunkter in fünf Spielen reichten sogar zum souveränen ersten Platz.
Heuer präsentiert sich das Team als eine Mischung von einigen Routiniers und Teamneulingen. Gleich sechs Spieler, stehen im Alterssegment 35+, obwohl langjährige Stützen wie Ben O' Connor oder Ben Lake nicht mehr zur Verfügung stehen. Schmerzhaftester Ausfall: Defender Ben Ruopp, der in Ingolstadt heuer sogar nicht vermutete Offensivbeiträge einstreute.
Im Tor soll Mat Robson die neue Nr. 1 vor dem Ex-Grazer Ben Bowns sein – nach Jahren in der DEL, Polen und Frankreich ist der gebürtige Kanadier erstmals spielberechtigt.
Nate Halbert ist einer von zwei Cracks, die heuer nicht in der EIHL oder der NIHL gespielt haben. Der Ljubljana-Defender wird wohl mit dem 39-jährigen Mark Richardson das Top-Verteidiger-Duo bilden.
Der zweite Legionär ist auch der Star des Teams: Liam Kirk erzielte für DEL-Meister Eisbären Berlin heuer unglaubliche 41 Tore. Robert Dowd (37) hat ebenfalls Offensivspotential wie Josh Waller, der als bester Skater des Teams gilt.
Coach Peter Russell dürfte mit seiner Trainertätigkeit in Deutschland (Augsburg, Ravensburg, Bad Nauheim) abgeschlossen haben, coacht nächste Saison in der Planstadt Milton Keynes in der zweitklassigen NIHL.
Sie werden wie immer mit der Piratenflagge neben dem Union Jack antreten – unrasiert, mit dem Säbel im Mund, körperlich stark und mit große Hingabe zum Schüsseblocken.
Österreich sollte von Beginn an eine bessere Pace als die Briten anschlagen können, diese allerdings werden wie immer mit der Piratenflagge neben dem Union Jack antreten – unrasiert, mit dem Säbel im Mund, körperlich stark und mit große Hingabe zum Schüsseblocken. Die Fähigkeit, Gegner zu frustrieren, werden sie auch diesmal mitbringen, flinke Beine und viel Cycling könnten das aber ausschalten.
Die Vorbereitung der Briten ist mit der Österreichs nicht zu vergleichen: Knapp drei Wochen statt fünf, nur vier Testspiele und die alle gegen Mitaufsteiger Italien (zwei Siege). Kirk war noch mit den Meisterschaftsfeierlichkeiten in Berlin beschäftigt, absolvierte kein einziges dieser Spiele.
Ungarn
Das Gegenstück zu den Briten in der Vorbereitung – zehn Testspiele in vier Wochen waren sogar eines mehr als Österreich, an einem Tag boten sie gleich zwei verschiedene Teams auf. Am Mittwoch stieg noch der letzte Test – wie zuletzt immer gegen Kanada in Budapest. Bis jetzt gelang nur ein Sieg und der gegen Polen in der Overtime.
Gegen Kanada noch nicht dabei: Vilmos Gallo, der zeitgleich im letzten europäischen Ligaspiel der Saison mit KooKoo um den finnischen Titel spielt. Bei gutem körperlichen Zustand wäre der Winger sicher eine große Waffe für das Team von Headcoach Gergely Majoross, aber auch nach diesem langen Playoff-Run?
Im Angriff haben die Magyaren mit Janos Hari, Csanad Erdely, Balazs Sebök und College-Crack Kristof Papp noch einige gefährliche Leute, Center Kristof Szongoth kämpft als 2008er noch um eine Außenseiterchance beim Entry Draft.
In der Abwehr sieht es wesentlich dünner aus, die Auswahl besteht aus ICE-Cracks aus Fehervar und Ferencvaros sowie einigen Erste-Liga-Cracks. Zsombor Garat kennt aus seiner Tätigkeit in Nottingham die britischen Cracks bestens.
Im Tor sollten sich Adam Vay (mit Chomutov lange im Abstiegskampf der zweiten tschechischen Liga) und Bence Balizs abwechseln, wobei Vay an guten Tagen durchaus glänzen kann.
Wie gegen die Briten gilt für das ÖEHV-Team auch knapp 28 Stunden später gegen die Ungarn: Die Beine sollten besser sein, allerdings wären auch hier zu viel Risiko im Spiel nach vorne und überflüssige Strafen leicht tödlich.
Als Viertelfinal-Teilnehmer der letzten WM geht das Team von Roger Bader natürlich als Favorit in diese beiden Spiele. Das resultatsmäßig zu bestätigen, könnte aber schwerer als erwartet werden...