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ÖEHV-Kader-Check: Wer springt noch auf den WM-Zug auf?

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller nimmt den Kader des österreichischen Eishockey-Nationalteams der Männer genauer unter der Lupe.

ÖEHV-Kader-Check: Wer springt noch auf den WM-Zug auf? Foto: © GEPA

Erstes von acht Länderspielen vor der WM heute gegen Lettland – der derzeitige Kader wird aber nur in Spurenelementen mit dem von Prag etwas zu tun haben. Wer hat sein Leiberl fix für die WM und wer hat noch Chancen?

Der 25-Mann-Kader für die WM wird sich erfahrungsgemäß aus drei Goalies, neun Defendern und 13 Forwards zusammensetzen. Da diese Anzahl aber nicht zu WM-Beginn am 10. Mai erreicht werden muss, kann sich Teamchef Roger Bader noch den einen oder anderen Spot für einen Überseelegionär in den Playoffs (Reinbacher, Nickl oder Kasper) offenlassen.

Tor

Fix: David Madlener, David Kickert

Mit guten Chancen: Thomas Höneckl

Außenseiter: Florian Vorauer, Max Zimmermann

Madlener und Kickert sind wohl gesetzt, sollten sich den Einser-Job untereinander ausmachen. Neben Kickert hat auch der 34-jährige Höneckl das Schild "Liga-Backup" umhängen, mittlerweile muss Bader aber froh sein, dass er sich zur Verfügung stellt. Im Reise-nach-Jerusalem-Spiel der Kadererstellung sagte nämlich zuerst Stefan Müller, dann Sebastian Wraneschitz ab.

Abwehr

Fix: Dominique Heinrich, Steven Strong, Clemens Unterweger, David Maier, Bernd Wolf, Kilian Zündel

Fix, aber mit Fragezeichen: David Reinbacher, Thimo Nickl

Mit guten Chancen: Dominic Hackl, Nico Brunner, Philipp Wimmer

Außenseiter: Ramon Schnetzer, Paul Stapelfeldt

Wenn alle Leute an Bord sind, hat Bader eine mobile Verteidigung zur Verfügung, die zwar nicht höchsten A-Ansprüchen genügt, aber doch WM-reif sein sollte.

Doch alles andere als ein Best-Case-Szenario sorgt schon für Kopfzerbrechen. Reinbacher könnte mit Laval das Pre-Playoff der AHL schaffen - dieses wäre zwar innerhalb einer Woche bis zum 28. April vorbei, aber ein Weiterkommen würde sein WM-Erscheinen wohl ausschließen.

Thimo Nickl befindet sich mit Wheeling in einem sehr engen Rennen um die ECHL-Playoffs, die erste Runde hier würde bis etwa 30. April dauern. Reinbacher alleine würde das Team auf ein wesentlich höheres Niveau heben, wäre vor allem im Powerplay gesetzt.

Wenn die beiden ausfallen, stehen gerade noch sechs Fixstarter zur Verfügung, Fragen etwa zu Heinrichs überaus mäßiger Saison in Wien verbieten sich sowieso. Bader muss auch hoffen, dass sich keiner der KAC-Cracks im Finale verletzt, Unterweger etwa sagte letztes Jahr ab.

Nico Brunner - bei der letzten WM dabei - ist schon seit langer Zeit verletzt, derzeit auch noch nicht im Camp. Philipp Wimmer spielt seit Saisonmitte in Salzburg nur in der AlpsHL, hat aber in den letzten Jahren bei Bader immer einen Stein im Brett gehabt.

Paul Stapelfeldt wäre ein Mann, der seine Rolle als Defensiv-Defender genau kennt, die Frage ist, wie seine Beine auf A-Niveau mithalten könnten. Eine ähnliche Rolle könnte Thomas Vallant einnehmen, der aber selbst bei Personalnot nie einberufen wurde. Ramon Schnetzer war immerhin schon öfters (wie jetzt) in Camps dabei, wäre aber auch ein WM-Debütant.

So unerquicklich die Auswahl bei Ausfällen aussehen könnte - immerhin besteht mit Stand heute noch Hoffnung auf alle Spitzenleute.  

Angriff

Fix: Marco Rossi, Lukas Haudum, Manuel Ganahl, Benjamin Nissner, Thomas Raffl, Peter Schneider, Lucas Thaler, Ali Wukovits, Benjamin Baumgartner, Paul Huber

Mit guten Chancen: Dominic Zwerger, Vinzenz Rohrer, Mario Huber, Simeon Schwinger, Henrik Neubauer, Nico Feldner

Außenseiter: Emil Romig, Felix Maxa, Lukas Kainz, Senna Peeters, Niki Kraus, Maximilian Rebernig

(Große) Fragezeichen: Marco Kasper (fix für erste Runde der AHL-Playoffs qualifiziert), Johannes Bischofberger, Michael Raffl

Fixausfälle: Oliver Achermann, Patrick Obrist, Raphael Herburger (wird Vater)

Zehn Mann sollten feststehen, solange die Wild bei Rossis Freigabe nicht in die Suppe spucken und er die restlichen NHL-Spiele unverletzt übersteht. Zum Aufgebot des Vorjahres käme Baumgartner dazu, der heuer schon zwei gute Turniere für das ÖEHV-Team absolvierte.

Zwerger war immer ein Fixstarter, aber angesichts seiner Leistungskurve der letzten Jahre - sowohl in der NL als auch im Team - muss die Frage gestellt werden, ob er nicht die Zeit dazu nutzen sollte, seinen Körper wieder einigermaßen auf Vordermann zu bringen. Mario Huber sollte auch gesetzt sein, auch wenn sein WM-Debüt im letzten Jahr erst im Alter von 26 Jahren erfolgte.

Schwinger wäre wie vor zwei Jahren ein Mann für den Wechsel zwischen Tribüne und vierter Linie, kann wie Neubauer wenigstens das Tempo mitgehen. Feldner würde mehr Offensive und Größe mitbringen, aber hinterlässt das beim A-Tempo irgendwelche Spuren?

Größere (offensive) Hoffnungen würde Bader sicher in Rohrer setzen, der heuer eine gute erste NL-Saison spielt. Er hinterließ aber heuer im Team noch keine Scorerspuren und könnte mit dem ZSC noch länger unabkömmlich sein. Peeters wäre ebenfalls eine kleine Offensivhoffnung, wiegt das aber seine Defensivschwächen auf A-Niveau auf?

Marco Kasper wird wohl in den Playoffs mit Grand Rapids bzw. Detroit länger beschäftigt sein, ein frühes Ausscheiden oder Nicht-Qualifikation beider Teams wäre hier die einzige Hoffnung. Michi Raffl war schon seit längerer Zeit nicht beim Team, mit einer Zusage darf nicht mehr gerechnet werden. Der heuer in der ICE überragende Johannes Bischofberger hat mit 29 Jahren acht Teamspiele in seiner Vita stehen, dafür aber ungefähr eine Unzahl an Absagen (heuer alleine dreimal).

Spieler wie Felix Maxa (als Center ein möglicher Ersatz für Achermann), Romig, Kainz oder Rebernig könnten bei Bedarf den Kader von unten auffetten.

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