Freimüllers ICE-Check: Bratislava Capitals

Freimüllers ICE-Check: Bratislava Capitals Foto: © GEPA
 

Am Freitag, den 17. September, startet die ICE Hockey League in eine neue Ära.

Nach der Liga-Aufstockung gehen nun 14 Teams in der überregionalen Liga auf Puck- und Punkte-Jagd. LAOLA1-Scout Bernd Freimüller nimmt alle Teams unter die Lupe. Heute im Check: Bratislava Capitals.

Was hat sich bei den Slowaken getan? Wo liegen die Stärken und Schwächen? Und was darf man von den Hauptstädtern erwarten? Die Antworten:

Das war im Sommer los

Im Vergleich zur letzten Saison wurden fast alle Legionärspositionen neu belegt, lediglich Brett Carson (kam im Vorjahr sehr spät) blieb oder durfte bleiben. Ryan Culkin (Znojmo) und Mitch Hults (TPS Turku) werden wohl am meisten abgehen.

Auch von den Einheimischen fielen sechs Leute weg, die ersetzt werden mussten. In anderen Worten: 16 neue Namen, davon zehn Legionäre.

Im Gegensatz zur letzten Saison, als das Niveau der ICE völlig unterschätzt und dann im Laufe der Saison ein Ausländer nach dem anderen nachverpflichtet wurde, versuchte Manager Dusan Pasek wenigstens, gleich zu Saisonbeginn einen vollen Roster zu stellen. Bezeichnend: Von der Mannschaft, die die letzte Saison begann, blieben mit Backup-Goalie Samuel Baros, Defender Martin Chovan und den Angreifern David Buc, Roman Faith und Dennis Hudec genau fünf Mann über. Eine in der Liga beispiellose Rotation.

Stärken und Schwächen des Kaders

Connor LaCovee ist der neue Einser-Goalie, nach einem typischen AHL/ECHL-Dasein lernte er die Slowakei schon durch ein kurzes Gastspiel bei Dukla Trencin kennen. Er hinterließ in der Vorbereitung einen guten Eindruck.

Neben Chovan stehen in der Defensive vier Legionäre sowie nur noch Nullpunkter – kein Wunder, rauften die Capitals doch die ganze letzte Saison mit der Punkteobergrenze. Sam Jardine und der Ex-Innsbrucker Luc Snuggerud sollten sich am ehesten offensiv einbringen können, Snuggerud dürfte sich von seinen Gehirnerschütterungen in den letzten Jahren erholt haben, aber das letzte Mal absolvierte er 2017/18 so etwas wie eine ganze Saison.

Im Angriff finden sich erst zwölf Namen, der eine oder andere Slowake muss hier noch dazustoßen. Da Leute wie Buc, Hudec, eigentlich auch der neugekommene David Bondra (ein sehr guter Skater und PK-Guy) wenig Offensive versprechen, muss man auf entsprechende Produktion der Legionäre hoffen. Erwarte aber weitere Kaderrochaden im Laufe der Saison.

Interessante Personalien

Was gegen Ende der letzten Saison Sergey Kostitsyn war, ist heuer Nikolai Zherdev: Ein einstmals großer Name mit NHL-Erfahrung, der zuletzt fast durchgehend am Altenteil war (neun Spiele in den letzten drei Saisonen!). Kann so ein Experiment gutgehen? Selbst in seinen besten Zeiten hatte Zherdev den Ruf eines sehr launenhaften Einzelgängers. Die Tatsache, dass er einst als vierter Spieler gedraftet wurde, ist zwar eine Story, die Journalisten gerne hervorheben, könnte aber genauso gut auf Steintafeln gemeisselt sein: Das war nämlich 2003!

Es ist immer gefährlich, auf Grund der Testspiele Einzelperformances für die Saison prognostizieren zu wollen. Sommereishockey bleibt Sommereishockey. Doch Marc-Olivier Roy hinterließ einen sehr starken Eindruck, scheint Offensive mit guten Händen kreieren zu können. Der Schwede Tor Immo (ein Name wie ein Bond-Bösewicht!) bestätigte seinen Ruf aus der Allsvenskan als glänzender PP-Playmaker von der rechten Halfwall.

Ausblick

Die Capitals könnten wieder ein Work in Progress sein und sich personell während der Saison stark verändern. So naiv wie in der letzten Spielzeit agierte man im Sommer allerdings nicht. Coach Peter Draisaitl erwies sich in der Vorsaison als pragmatischer Mann, sein Team könnte sich auf den Pre-Playoff-Plätzen wiederfinden, ohne dafür die Hand ins Feuer zu legen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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