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Die Bausteine des Pustertal-Märchens

Die "Wölfe" duellieren sich mit den Graz99ers um den Meistertitel. Bernd Freimüller beleuchtet die einzelnen Spieler:

Die Bausteine des Pustertal-Märchens Foto: © GEPA

Der HC Pustertal steht nach fünf Spielen gegen Olimpija Ljubljana erstmals im Finale der win2day ICE Hockey League.

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Ein detaillierter Blick auf ein Team, das bis jetzt ohne jegliche Ausfälle durch die Playoffs kam:

Tor:

Eddie Pasquale (35, CAN)

Schlüssel zum Erfolg, in engen Phasen mit starken Paraden und Stabilität. Verkauft Saves mit starker, nach vorne gerichteter Fanghand sehr gut. Gute Balance zwischen Aggressivität und technischem Können. Schüsse auf Oberkörper bleiben dort kleben, wenig Rebounds. Muss zu Seitwärtsbewegung gezwungen werden, kann dann flach bezwungen werden.

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Jakob Rabanser (25, ITA)

Selten verwendeter Backup, letzter Einsatz noch vor der Olympia-Pause. Riesengroß (2,05 Meter), braucht Zeit, um in den Butterfly zu kommen und sich daraus wieder zu erheben.

Abwehr (nach Paaren)

Adam Almquist (SWE, 35)

Nachverpflichtung im November, zu Beginn völlig ohne Energie und Saft. Spielte sich zuletzt aber nach oben, alterniert mit Greg DiTomaso im 2. PP-Unit zwischen Halfwall und Point. Brauchbare Beinarbeit, überschaubares Spiel mit der Scheibe, keinerlei physische Komponente.

Jonathan Blum (USA, 37, shoots right)

Verteidiger Nr. 1 im Team, darf aber im PK verschnaufen. Smart, guter Puckverteiler, seit Jahren trotz durchschnittlichem Schuss im PP eine Waffe. Verteidigt nicht mit Muskeln, sondern Stock und Stellungsspiel.

Markus Lauridsen (DEN, 35)

Routinier mit unzähligen WM-Auftritten. Beine für die DEL nicht mehr gut genug, für die ICE reicht es. Körperlich stark, aber mit wenigen Strafen, gut entlang der Bande, kann gegnerische Plays abdrehen. Ab und zu noch mit Schüssen durch den Verkehr. Einer der vielen HCP-Defendern mit Stärken im "Boxing Out", hält für Pasquale die Sicht frei.

Greg DiTomaso (ITA, 30, SR)

Aus der AlpsHL gekommen, spielte sich bald ins PP. Guter Schuss, im PP meist an der linken Halfwall gesetzt, auch bei 5-5 mit einigen Offensivbeiträgen. Defensiv mitunter auf der Suche nach seinen Aufgaben.

Austin Osmanski (USA, 27)

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Austin Osmanski packt Nicolai Meyer am "Krawattl".
Foto: ©GEPA

Hat sich seit seinem Engagment im Sommer 2024 stark gesteigert, jetzt vor allem für die Physis und als Beschützer zuständig. Kann auch ab und zu unnötige Strafen nehmen, bringt Gegner aber über den Nahkampf zum Nachdenken. Sehr limitierte Puckskills, im fünften Spiel aber mit einem wichtigen Treffer aus Nahdistanz. Der einzige Stammverteidiger unter 30.

Luca Zanatta (ITA, 34)

Immer noch ein Faktor, hat im Gegensatz zur Vorsaison seine Rolle im PP verloren. Ab und zu noch offensive Beiträge. Weniger fehleranfällig als Daniel Glira.

Daniel Glira (ITA, 32)

Siebter Defender, war schon knapp am ICE-Abschied, um sich dann mit vermehrter Eiszeit wieder zu steigern. Meat-and-potatoes D. Eiszeit auch spielstandabhängig.

Gabriel Nitz (ITA, 19, SR)

Während der Saison sechs Mal aus Sterzing angefordert, wäre bei Verletzungen der erste Nachrücker. Kaum Pucksills, aber jetzt schon körperlich solide, könnte ICE-Karriere als Defensive D vor sich haben.

Angriff (nach Linien):

Nick Saracino (ITA, 34, LW)

Ein Produkt des Projekts Asiago, saß als gebürtiger Amerikaner dort seine Wartefrist ab. Hat seine Stärken um das Tor herum, kann Goalie die Sicht nehmen, mangelnder Speed war zuletzt aber ein Faktor.

Cole Bardreau (USA, 32, C, SR)

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Pustertaler Allzweckwaffe: Cole Bardreau
Foto: ©GEPA

Absoluter Schlüsselspieler vom ersten Tag an. Nie versagender Motor, geht Gegner unter die Haut, holt Strafen heraus, selbst Vorbereiter und Torschütze. Durch gute Beine schwer zu handeln. Einer jener AHL-Spieler, deren nachlassende Offensive in Europa wiederbelebt wurde. Mit Henry Bowlby jetzt nur mehr im PK vereint, dort aber auch sehr stark.

Austin Rueschhoff (USA, 28, RW, SR)

Zwei-Meter-Mann, verwendet Reichweite exzellent zum Abdecken der Scheibe, kann Gegner abhalten und so größere Strecken mit Puck zurücklegen bzw. Räume für Mitspieler schaffen. Beine für so einen Riegel auch absolut in Ordnung. Zuletzt mit wichtigen Toren nach einer kleinen Durststrecke. Kein böser Spieler, setzt aber Größe gut ein. Im PP natürlich als Sichtschutz.

Henry Bowlby (USA, 28, LW)

Schon in Schweden ein Faktor und Publikumsliebling durch seinen Speed, dort aber mit weniger Offensivkraft. Einer der Top-Skater - vielleicht sogar der schnellste - in der ICE, selbst im PK immer wieder mit Antritten und Sololäufen. Er und Bardreau sind wohl die Cracks, die am ehesten das Tempo der 99ers gehen können.

Rok Ticar (SLO, C, 36)

Pikant: In Graz im Sommer aussortiert, jetzt ein wichtiger Faktor beim Playoff-Run des HCP. Weiter ein smarter Playmaker und Halfwall-Spieler im PP, zuletzt aber auch mit satten Schüssen und Abflälschern erfolgreich, daher weniger ausrechenbar. Bringt auch bei seiner fünften EBEL-/ICE-Station seine Leistung.

Tommy Purdeller (ITA, 21, RW, SR)

Im Offensivbereich sehr gut mit kurzen Drehungen und ansatzlosen Schüssen, kann Offensive aus wenig kreieren. Hat seine ganze Karriere noch vor sich, muss aber, um außerhalb der ICE zu reüssieren, sein Spiel im eigenen Drittel verbessern.

Alan Lobis (ITA, 21, LW)

Als gebürtiger Bozner vor der Saison aus der AlpsHL gekommen, sicherte sich sofort einen Stammplatz. Sehr klein, aber mit schnellen Beinen und unerschrocken im Zweikampf. Sollte in den nächsten Jahren auch scorermäßig weiter nach oben klettern.

Mikael Frycklund (ITA, 32, C)

Italienisch-schwedischer Doppelstaatsbürger, daher auch bei Olympia mit dabei. Solider und körperlich starker Zwei-Weg-C mit sehr guten Faceoff-Qualitäten. Kann sich durch Verkehr fräsen, Offensive hat aber abgenommen. Gleichzeitig auch ruhiger geworden, nimmt viel weniger undisziplinierte Strafen.

JC Lipon (CAN, 32, RW, SR)

Wohl die einzige Enttäuschung im Kader heuer - oft ein Non-Factor, kaum Offensivbeiträge und nicht annähernd so aggressiv wie erwartet. Gegen Ljubljana aber wenigstens im Skandalspiel mittendrin. Vom Top-Linien-Winger zum Rollenspieler mutiert, allerdings im PK erste Wahl.

Ivan Deluca (ITA, 28, LW)

Körperlich stark, einer der Cracks, die für Abrieb beim Gegner sorgen können, ohne selbst ein großer Offensivfaktor zu sein. Im Nahkampf und an der Bande wichtig.

Raphael Andergassen (ITA, 32, C, SR)

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Der Leitwolf: Raphael Andergassen
Foto: ©GEPA

Kapitän, Schlüsselkraft für die Kabine und Charakterspieler. Kaum Offensive, aber einer der vielen soliden Faceoff-Guys im Team und mit Mantinger ein starkes PK-Duo. Kennt Rolle und füllt diese mit Hingabe aus.

Matthias Mantinger (ITA, 29, RW)

Seit Jahren schon im PK gesetzt, wird wohl Rest seiner Karriere in vierter Linie zurücklegen. Hatte im Gegensatz zu etwa Eigengewächs Simon Berger (vor zwei Jahren aus der ICE ausgeschieden) immer die weit besseren Beine.

Alex Ierullo (ITA, 28, W)

Nach einer Verletzung meist als 13. Stürmer gelistet, aber rotiert natürlich immer wieder ins Lineup. Geschickte Hände, gute Plays von der Seite, körperlich limiitert. Könnte auch jederzeit ins PP rücken.

Powerplay-Formationen:

                Bowlby                                                                                 Saracino                              

Purdeller-Rueschhoff-Ticar                                           DiTomaso-Bardreau-Frycklund

                Blum                                                                                      Almquist

Penalty-Killing-Paare:

Frycklund-Lipton                              Lauridsen-Glira

Mantinger-Andergassen                DiTomaso-Zanatta

Bardreau-Bowlby                             Osmanski

(Rueschhoff)

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