User Endzone: Wilde Wild Cards!

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Da sind wir wieder - natürlich auch in den Playoffs!

Auch nach der Wild-Card-Runde in der NFL gibt es viel zu besprechen. Gut also, dass es in dieser Saison die "User Endzone" gibt - das NFL-Format von EUCH für EUCH.

Diesmal geben sechs User in ihre Expertisen, Meinungen und Ansichten zu den jeweiligen Duellen zum besten.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und gerne auch Anregungen, schließlich will auch dieses Format weiterentwickelt werden.

Und jetzt der Rückblick auf das wilde Wild-Card-Wochenende:

PITTSBURGH STEELERS (3) vs. CLEVELAND BROWNS (6) 37:48

by "laolawolfi"

Auf dieses Spiel hab ich mich, obwohl eigentlich Seahawks-Fan (aber nach den letzten Jahren steckt doch in jedem von uns ein kleiner Browns-Fan), am meisten gefreut. Ein Duell mit Divisional-Rivalität und direkt in der Vorwoche bereits gegeneinander gespielt. Da gewannen die Browns gegen ein Steelers-Backup-Team knapper als nötig.

Dazwischen lagen Corona-Infektionen bei den Browns, wodurch diese in dieser Woche nur einmal trainieren konnten, und weswegen sie unter anderem auf Head Coach Kevin Stefanski verzichten mussten. Somit lagen die Vorzeichen eher auf Seiten Pittsburghs, sie hatten eine Woche Zeit auf die Browns zu reagieren, die letzte Woche schon im Playoff-Modus spielen mussten, während die Browns nun gegen ein komplett anderes Team als in der Vorwoche antraten, da diese viele Starter schonten.

Dies änderte sich mit dem ersten Snap (siehe auch noch "Worst Play of the Game"). Fehlerhafte Steelers ließen die fehlerlosen Browns im ersten Viertel mit 28 Punkten davonziehen.

Erst in der zweiten Halbzeit spielten die Steelers wie man sie erwartet hatte, für die ganz große Aufholjagd reichte es aber nicht mehr.

Star of the Game: Nick Chubb (RB Cleveland Browns)

Stellvertretend für das gesamte Team der Browns, das bis auf wenige Ausnahmen ein sehr gutes Spiel zeigte, keinen Turnover fabrizierte, aber fünf des Gegners forcierte, steht hier Nick Chubb.

Mit seinen 76 Rushing- und 69 Receiving Yards war er einer der sichersten Spieler der Browns. Sein Highlight war ein 40-Yard-Catch-and-Run-TD nach einem Screenpass, um den gegnerischen Blitzer ins Leere laufen zu lassen.

Worst of the Game: Ben Roethlisberger (QB Pittsburgh Steelers)

Ein Spieler, der 70 Prozent seiner unglaublichen 68 Pässe für über 500 Yards und 4 TDs anbringt als Wost of the Game? Leider ja, denn seine 4 Interceptions (wovon eine auf die Kappe des WR Diontae Johnson geht) haben den Steelers jede Chance auf einen Sieg genommen.

Ansonsten wäre "Butterfinger-WR" der Browns, Rashaad Higgins, der nur 2 seiner 7 (durchaus fangbaren) Targets fing, mein Worst of the Game gewesen.

Best Play of the Game: Touchdown Kareem Hunt (RB Browns)

Nachdem die Browns den Ball nach dem ersten 3 and out der Steelers schon an der Mittellinie bekamen, war es zwar Chubb, der die Browns mit 2 Läufen für 17 und 20 Yards in Scoring Range brachte, aber es war Hunt, der den Ball über 11 Yards zum Touchdown trug und dabei alleine 4 Defender mit in die Endzone schob (gut - 2 dieser Defender stellten sich nur alibihalber dazu, vielleicht um später sagen zu können, dass sie auch dabei waren...).

Worst Play of the Game: Fumble Maurice Pouncey (Center Steelers)

Das erste Play des Spiels, Maurice Pouncey snappte den Ball so hoch, dass nichtmal "Big Ben" herankam, weder er noch James Conner konnten den Ball vor der Endzone sichern, und ließen ihn in die Endzone kullern, wo sich die Browns für einen Defensiv-Touchdown nur noch draufwerfen mussten. Pouncey und Roethlisberger setzten letzte Woche aus, ob der fehlende Spielrhythmus den Fehler verursachte?

Ausblick:

Für die Browns geht es nun gegen die Chiefs. Wie die Steelers liefen auch die Chiefs in den letzten Wochen nicht ganz rund, wenngleich sie trotzdem als haushoher Favorit in die Divisional Round gehen. Mahomes und einige andere Starter haben aber nun 2 Wochen nicht gespielt, vielleicht spielt deren fehlender Spielrythmus den Browns wieder in die Karten, auf jeden Fall haben sie Blut geleckt.

NEW ORLEANS SAINTS (2) vs. CHICAGO BEARS (7) 21:9

by "kloisg11"

Die Bears sind dank Arizona in die Playoffs gerutscht. Natürlich kommen acht Siege auch nicht von alleine, aber was eine souveräne Playoff-Qualifikation betrifft, können sie was von New Orleans lernen. 12 Siege stehen vier Niederlagen gegenüber, außerdem konnte man sich als erstes NFC-Team für die letzten 14 qualifizieren. Ganz ordentlich. Eigentlich sehr ordentlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die drei besten Spieler (Michael Thomas - WR, Avin Kamara - RB und Drew Brees - QB) gerade einmal zehn Viertel (von möglichen 64) gemeinsam bestritten haben.

Star of the Game: Deonte Harris (WR New Orleans Saints)

Sieben Catches bei gleich vielen Targets und 83 Yards. Keine herausragenden Werte, aber für den eigentlichen Nummer-4-Receiver schon fast ein "Career Game". Der All-Pro Punt Returner von 2019 war ebenso wie die halbe Saints-Offense während der Saison zumindest einmal verletzt, und scheint nun rechtzeitig zu den Playoffs auch als Wide Receiver aufzuzeigen.

Worst of the Game: Javon Wims (WR Chicago Bears)

The Drop. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Best Play of the Game: Nickelodeon

Der One-Handed-Catch von Jimmy Graham in der letzten Sekunde? Was das Sportliche betrifft mit Sicherheit. Was das Spiel als Ganzes betrifft war mein "Best Play" die Übertragung von Nickelodeon. Auch hier gilt wieder: Film ab!

Worst Play of the Game

Ein wirkliches "THE Worst Play" hat es eigentlich nicht gegeben. Turnover sollten nicht passieren, aber leichtfertig wurde in diesem Spiel weder ein Turnover on Downs noch ein Fumble produziert. Einzig zwei Strafen der Bears waren - um es nett zu auszudrücken - sinnlos.

Ein Kinnhaken gegen einen Spieler pro Saison ist vielleicht noch Zufall, aber Saints-CB C.J. Gardner-Johnson scheint hierfür ein Näschen zu haben: Diese Saison haben ihn schon zwei Spieler der Bears "verprügelt". Die Konsequenz? Ausschluss der Bears-Spieler. Unnötig war auch eine Neutral Zone Infraction der Bears bei 4th&3 im dritten Quarter. Was folgte, war ein Saints-TD zwei Plays später.

Ausblick:

Brady vs. Brees - Teil 3. Muss mehr gesagt werden? Wohl kaum. Tampa spielt mit den besten Football der Saison und die Saints sind am aufsteigenden Ast. In so engen Spielen entscheidet dann oft das Kicking Game, und hier sind die Saints in letzter Zeit ein wenig anfällig. Aber mal schauen, ich hoffe, ich verschreie es nicht.

TENNESSEE TITANS (4) vs. BALTIMORE RAVENS (5) 13:20

by "Snoob"

Im Vorfeld zu diesem Spiel wurde viel über die letzten beiden Begegnungen geschrieben. Noch in Erinnerung ist das letztjährige Playoff-Spiel der beiden Teams, in dem die Ravens als haushoher Favorit ins Spiel gegangen waren, um am Ende zu verlieren. Auch in dieser Sasion haben die Ravens gegen die Titans verloren. In beiden Spielen konnte sich Derrick Henry als Star auszeichnen.

Aber dieses Spiel lief anders, zumindest ab dem zweiten Viertel. Bis dahin deutete viel darauf hin, dass die Ravens nichts aus den letzten beiden Spielen gelernt hatten. Doch sie taten es. Henry wurde komplett aus dem Spiel genommen, man konzentrierte sich auf eigene Stärken, also den Run, angeführt von Lamar Jackson. So ließ man am Ende den Titans keine Chance, auch wenn das Ergebnis knapper aussieht, als es für mich gewirkt hat.

Star of the Game: Lamar Jackson (QB Baltimore Ravens)

Der erste Postseason-Sieg für Jackson sollte nun auch all die Stimmen verstummen lassen, die immer wieder darauf hingewiesen haben, dass er keine Siege, aber zwei Niederlagen in den Playoffs hat. Und bei diesem Sieg war er für mich der "Star of the Game". Er führte das Team im Lauf an, 16 Versuche für 136 Yards und einem TD standen am Ende zu Buche.

Interessanter Fact ist auch, dass Jackson der erst dritte Spieler in der Geschichte der NFL ist, der einen Liga-MVP-Titel plus einen Playoff-Win vor dem 23. Geburtstag erringen konnte. Dies ist zuvor nur Dan Marino und Patrick Mahomes gelungen.

Worst of the Game: Derrick Henry (RB Tennessee Titans)

Viel wurde von Rush Leader der Season erwartet, geliefert hat er aber dieses Mal nicht. Am Ende des Spiels standen magere 40 Yards bei 18 Versuchen. Für einen Rusher seines Kalibers muss man diese Leistung als herbe Enttäuschung sehen.

Man muss natürlich auch der Defense der Ravens ein Kompliment aussprechen, sie haben es geschafft, die Box zu "stacken" und trotzdem das Passspiel der Titans unter Kontrolle zu halten. Es mag auch geholfen haben, dass mit Corey Davis einer der besten WR der Titans unter dem Spiel verletzt das Spielfeld verlassen musste.

Best Play of the Game: Touchdown Lamar Jackson

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Wenn es ein Play in diesem Spiel gab, dass das Momentum zugunsten der Ravens beeinflusste, war es dieser Run. Bis dahin konnte die Offense der Ravens lediglich drei Punkte verbuchen, dieser Run war aber die Initialzündung, die die Ravens gebraucht hatten.

Gesnappt von der 50-Yard-Linie ließ sich Jackson in der Pocket fallen, nur um dann den Turbo zu zünden und über die Mitte(!) des Feldes sämtlichen Linebackern und auch der gesamten Secondary der Titans für effektive 57 Yards Lauf zu entwischen.

An solchen Plays sieht man, was für ein außergewöhnlicher Athlet Jackson ist.

Worst Play of the Game: Titans-Punt 10 Minuten vor Ende

Mit einem Score Rückstand an der 40-Yard-Linie der Ravens. Eigentlich muss man sagen: Die Titans haben nicht sehr viel falsch gemacht in diesem Spiel. Die Ravens waren an diesem Tag einfach besser. Aber was Mike Vrabel zu diesem Punt bewogen hat, weiß wohl nur er.

Seiner Defense vertrauen, die in der zweiten Halbzeit die Ravens nicht unter Kontrolle bringen konnte, wenn man selber einen Derrick Henry und nur zwei Yards zu bewältigen hat, ist zumindest zu hinterfragen. Vor allem, wenn der Gegner einen Lamar Jackson hat,der in Hälfte zwei zu seinem Rhythmus fand.

Außerdem: Seit 1994 hat kein einziges Team in den Playoffs in einer ähnlichen Situation gepuntet. In all diesen Situationen wurde der vierte Versuch ausgespielt. Dieser Fakt lässt auch am Playcalling von Vrabel zweifeln.

Ausblick:

Für die Ravens geht es nun weiter in den Playoffs, der nächste Gegner sind die Buffalo Bills auswärts. Da ich die Bills stärker einschätze als die Titans, bin ich der Meinung, dass die Ravens eine Leistungssteigerung benötigen werden, um auch diese Hürde zu nehmen. Die Titans müssen sich nun wieder sammeln und die Planung für die neue Saison starten. Mit Clowney, Davis, Gostkowski und Jones stehen einige Spieler vor der Free Agency. Das Front Office wird also auch in der Offseason genug zu tun haben.

WASHINGTON FOOTBALL TEAM (4) vs. TAMPA BAY BUCCANEERS (5) 23:31

by "TheLuky"

Star of the Game: Tom Brady (QB Tampa Bay Buccaneers)

Tom Brady krönt sein erstes Auftreten im fremden Stadion in der Wild-Card-Round mit einer souveränen Leistung und hat nun Siege gegen 17(!) verschiedene Teams in der Postseason vorzuweisen - kein anderer Spieler hat mehr als 16 Playoff-Siege insgesamt. Mehrere Playoff Rekorde aufgestellt bzw. aufgebessert – Brady ist einfach in bestechender Form und harmoniert immer mehr mit seinen Offensiv-Kollegen. Er wurde den Ball immer wieder schnell los und umging so der starken Front Washingtons - deswegen ist der Traum von der Heim-Super-Bowl für Brady immer noch aufrecht.

Worst of the Game: Defense Washington Football Team

Dieses Spiel war zwar enger als gedacht, das lag aber weniger an der – mit einigen Vorschusslorbeeren ins Spiel gegangenen – Defense Washingtons, sondern eher an der Offensive des "Football Teams". Chase Young spuckte vor der Partie große Töne, konnte aber sein Versprechen, Brady zu bekommen, nicht wirklich einhalten – zu wenig half ihm die Secondary.

Best Play of the Game: Touchdown Taylor Heinicke (QB Washington)

Lange konnte ich mich nicht zwischen dem 36-Yard-Touchdown-Pass von Brady auf Brown (immerhin war dies Bradys längster Tochdwon-Pass seit 2011) und dem Rushing-TD von Taylor Heinicke entscheiden. Allerdings sollte auch die Leistung von Heinicke gewürdigt werden (es war sein erstes Playoff-Spiel überhaupt und er zeigte in diesem gleich mal eine ordentliche Leistung – vielleicht reicht es ja für eine Festanstellung auf dem Spielfeld).

Das Play: Spät im dritten Quarter und mit 8 Punkten Rückstand setzte Heinicke an der 8-Yard-Linie zum Pass an, aber die Pocket hielt nicht stand und so musste Heinicke improvisieren, mehrere Gegner abschütteln, um dann an der Seitenlinie Richtung Endzone zu gehen und im Stile Supermans den Ball an die Pylone zu befördern – leider schlug danach die 2-Point-Conversion fehl und Washington konnte nicht ausgleichen.

Worst Play of the Game: Drops Buccaneers-WRs

Hier könnte eigentlich einige Spielzüge stehen, da sowohl bei den Bucs, als auch bei Washington eine 2-Point-Conversion fehlschlug und zudem auch ein Extra Punkt der Bucs nicht verwertet wurde. Aber, und das sollte gegen die Saints nicht mehr passieren, es waren die Drops der Buccaneers-Receiver,die das Spiel spannender gestalteten als nötig – alleine Godwin ließ den Ball viermal fallen.

Ausblick

Für Washington, als Sieger der eh schon oft besprochenen NFC East in die Playoffs getorkelt, ist nach der Wild-Card-Round Schluss. Somit haben sie nun genug Zeit, um sich mit der Kaderplanung zu beschäftigen – der Fokus dabei sollte auf der Offensive liegen. Ich denke: Egal, welcher Quarterback am Ruder ist (ob Alex Smith nochmals eine Saison als Starter fungiert oder aber Heinicke die Chance bekommt), es muss ein besseres Waffenarsenal her. Für Brady uns seine Bucs geht es nun nach New Orleans gegen Brees – zwei Altmeister unter sich. Es wird auf alle Fälle ein spannenderes Spiel als die letzte Begegnung, denn Brady lässt sich sicher nicht noch einmal so abspeisen. Die Defense muss versuchen, Brees unter Druck zu setzen, dann macht auch dieser Fehler. Sollte das gelingen, kann Brady mit seinem Offensiv-Waffenarsenal wieder einige Punkte aufs Board zaubern.

SEATTLE SEAHAWKS (3) vs. LOS ANGELES RAMS (6) 20:30

by "mundafinga"

Die Los Angeles Rams mussten in der Wild-Card-Round zu den favorisierten Seattle Seahawks. Beide Teams kennen sich bestens, schließlich handelt es sich um ein Duell zweier Kontrahenten aus der selben Division, der NFC West. Erst vor zwei Wochen unterlag Los Angeles an gleicher Stelle relativ chancenlos mit 9:20. Dieses Mal sollte es in einer ungleich bedeutenderen Partie anders kommen. Trotz massiver Verletzungsprobleme setzten sich die Rams mit 30:20 durch und sorgten für die erste größere Überraschung der diesjährigen Playoffs. Und das, obwohl Starting Quarterback John Wolford bereits im ersten Viertel verletzt raus musste und die etatmäßige Nummer 1 - Jared Goff - noch sichtlich mit seiner frisch operierten Hand zu kämpfen hatte.

Player of the Game: Cam Akers (RB Los Angeles Rams)

Der Rookie beendete das Spiel mit 131 Rushing Yards und 45 Receiving Yards inklusive einem Touchdown am Boden und war von der Seahawks-Defense kaum zu bremsen. Diese 176 Scrimmage Yards sind übrigens die zweitmeisten eines Rookies in den Playoffs in der Super-Bowl-Ära! Diese Explosion war auch nötig, da das Passspiel der Rams nie wirklich in die Spur fand. Somit musste es Akers in Zusammenarbeit mit der eigenen Defense richten. Stellvertretend für die bärenstarke Defensiv-Leistung könnte hier auch der überragende Aaron Donald stehen.

Loser of the Game: O-Line Seattle Seahawks

Die Offensive Line der Seahawks war zu keiner Zeit imstande, Russell Wilson zu beschützen - oder ihm wenigstens ein bisschen Zeit zu verschaffen. Seattles Quarterback wurde 5 Mal gesackt und stand auch abgesehen davon unter Dauerdruck. Seine Leistung war zwar auch keineswegs fehlerfrei, aber mit einer besseren O-Line hätten die Seahawks dieses Spiel gegen einen keineswegs unschlagbaren Gegner gewinnen können.

Best Play of the Game: Touchdown Darious Williams (CB Rams)

Im zweiten Viertel sorgte Rams-Cornerback Darious Williams auf spektakuläre Art und Weise für den ersten Touchdown des Spiels. Er las einen Screen Pass von Russell Wilson auf D.K. Metcalf perfekt, fing das Ei ab und trug es direkt für 42 Yards in die Endzone zurück. Es war zwar noch keine Vorentscheidung, aber ein toller Moment und ein seltener noch dazu: Williams ist der erste Spieler, der in dieser Saison einen Screen Pass abgefangen hat. Kurioserweise war es seine dritte Interception gegen Wilson in dieser Saison. Dieses Kunststück gelang in den letzten zehn Jahren keinem Verteidiger gegen denselben Quarterback.

Worst Play of the Game: Fumble D.J. Reed (CB Seahawks)

Es waren noch sieben Minuten auf der Uhr und Seattle bekam mit 10 Punkten Rückstand den Ball per Punt zurück. Ein guter Return wäre zu diesem Zeitpunkt Gold wert gewesen, aber noch wichtiger wäre es gewesen, zumindest den Ball zu behalten. Leider hatte sich D.J. Reed zuviel vorgenommen, ließ sich von Samson Ebukam das Spielgerät aus der Hand schlagen und schenkte L.A. tief in Seattles Hälfte den Ball zurück. Es folgte ein Touchdown-Pass von Goff auf Woods zum 30:13, und die Messe war gelesen. Dieser Moment besiegelte die Niederlage für das Heimteam.

Ausblick

Die Los Angeles Rams müssen in der Nacht von Samstag auf Sonntag auswärts gegen die an Nummer 1 gesetzten Green Bay Packers ran. Als wäre das nicht schon schwer genug (vor allem im Jänner im eiskalten Wisconsin), gibt es auch noch Fragezeichen hinter den Einsätzen von Star-Defensive Tackle Aaron Donald und Wide-Receiver-Ass Cooper Kupp. Beide mussten im Spiel gegen Seattle verletzt vom Platz und sind zumindest fraglich. Ausserdem wird die Quarterback-Frage zu klären sein: Wird Wolford wieder starten, sofern er rechtzeitig fit wird? Oder hat Goff bewiesen, dass er nach seiner Operation fit genug ist, um von Beginn an zu spielen?

Auf Seiten der Seahawks ging eine imposante Serie zu Ende: Nach zehn Playoff-Heimsiegen in Folge muss Russell Wilson erstmals überhaupt zuhause eine Playoff-Niederlage einstecken. Nun geht der Blick bereits Richtung kommende Saison. Wenn uns dieses Playoff-Spiel etwas gelehrt hat, dann, dass die Seahawks endlich Geld in die O-Line stecken müssen. Jahrelang wurde hier gespart, meiner Meinung nach am falschen Ende. Wenn Wilson am Ende seiner Karriere tatsächlich nur mit einem Ring da steht, ist das ein wesentlicher Grund dafür. Außerdem wird man die Secondary verstärken müssen, ansonsten sind auf dem Papier nicht viele Schwachstellen da. Das Playcalling in der Offense ist wieder ein anderes Thema...

BUFFALO BILLS (2) vs. INDIANAPOLIS COLTS (7) 27:24

by "Neo"

Endlich wieder NFL Playoffs - und das Super-Wild-Card-Wochenende hat auch gleich mit einem spektakulären Spiel angefangen, das Lust auf mehr gemacht hat. Wenn beide QBs über 300 yards werfen, kommt es eben auf Kleinigkeiten an. Und diese Kleinigkeiten haben vielleicht die Bills abgezockter verwertet. Das Spiel war ansonsten an Drama kaum zu überbieten, und auch, wenn man sich gegen Ende des Spiels keinen Verlierer gewünscht hat: Genau dieser K.o.-Modus macht die Playoffs aus.

Star of the Game: Josh Allen (QB Buffalo Bills)

Wie er sich in den letzten beiden Jahren entwickelt hat, ist einfach sagenhaft. Kaum zu glauben, dass er 2018 im Draft hinter Mayfield und Darnold gepickt wurde. Was er mittlerweile abliefert, verdient echt Respekt und gipfelte nun in diesem ersten Playoff-Sieg für die Bills nach 25 Jahren.

Aber was zeichnet den QB der Bills aus? Neben der soliden O-Line trifft Allen derzeit einfach gute Entscheidungen mit dem Ball und passt trotz unorthodoxer Wurfbewegung äußerst akkurat und unerschrocken in enge Wurffenster. Er hat die Power im Arm, um das Feld tief zu attackieren und jederzeit ein Big Play aus dem Ärmel zu schütteln. Außerdem hat er momentan großes Vertrauen in sich und seine Receiver: Mit Stefon Diggs steht ihm eine wirklich gute erste Option zur Verfügung, und auch Davis und Beasley können gute Routen laufen und den Ball fangen. Zudem gibt es in der Red Zone mit Tight End Knet, der meist Blocking-Aufgaben erfüllt, eine weitere brauchbare Anspielstation.

Zu Fuß agiert er ebenfalls unerschrocken und ist sich nicht zu schade, selbst wichtige Yards zu erlaufen. Das alles ergibt derzeit ein relativ variables Offense-Paket, das schwer auszurechnen ist. Die gegnerische Secondary hat keine Zeit sich ausruhen, da die Deep-Ball-Gefahr groß ist. Gespannt darf man jedoch sein, wie die wohl derzeit beste Defense der NFL (jene der Baltimore Ravens) in der nächsten Runde mit Allen fertig wird.

Loser of the Game: Philip Rivers (QB Indianapolis Colts)

Es ist hart, einen QB nach 400 Passing Yards ohne Interception und einem Passer-Rating von über 95,0 in die Loser-Sparte zu schreiben. Aber in diesem Fall muss es leider geschehen. Philip Rivers hat seit jeher den Ruf, ein talentierter QB zu sein, der gute Zahlen auflegt – nur bräuchte er mal ein gutes Team um sich, um sich wirklich beweisen zu können. Dieses Team hatte er nun zum zweiten Mal in seiner Karriere zweifellos um sich, nachdem es vorher in San Diego bzw. L.A. mit den Chargers selten (mit Ausnahme von 2008-2011) der Fall war. Aber er konnte auch – wie schon in der Vergangenheit für San Diego – im entscheidenden Moment (also im letzten Drive) die Kohlen für sein Team nicht aus dem Feuer holen. Und das unterscheidet Rivers halt von den großen seiner Zunft: Wenn's drauf ankommt, fehlt halt doch irgendwas, auch wenn es diesmal sicher äußerst unglücklich und nicht nur seine Schuld war, vor allem wenn man das 4. Quarter nochmal Revue passieren lässt. Böse Zungen behaupten jedoch, ihm fehle das "Sieger-Gen" und Spiele wie dieses gegen die Bills nähren diese Behauptungen natürlich. Und obwohl Rivers aufgrund seiner herausragenden Karriere-Stats seinen Namen in den Annalen der NFL sicher hat, bezweifle ich, dass er es in die NFL Hall of Fame schafft. Dazu fehlt ihm einfach ein richtig tiefer Playoff-Run, ganz zu schweigen vom Super-Bowl-Sieg.

Wie es mit dem !9-fachen! Familienvater weitergeht, bleibt abzuwarten. Mir würde der Gedanke gefallen, dass Rivers vielleicht noch eine Saison bei den Colts anhängt. Aber Rivers wird im Dezember halt auch schon 40 und viele Möglichkeiten, sich auf höchstem Niveau mit einem brauchbaren Team zu beweisen, wird es nicht mehr geben. Es fehlt leider dieser eine Ausreißer nach oben um aus einer guten Karriere eine sehr gute zu machen. Das ist sehr schade, irgendwie eine "unvollendete" Karriere, die sich nun dem Ende zuneigt. Nur eines ist klar: Finanziell hat der gute Mann ausgesorgt, da bleiben auch für 9 Kinder genügend "Erbe". Aber Geld ist vor allem im Sport halt nicht alles.

Worst Play of the Game: Missed FG Rodrigo Blankenship (Kicker Colts)

Ein Missed Field Goal ist immer schmerzhaft, aber in den Playoffs ist das halt doppelt bitter. Rodrigo "Blankendoink" hat ansatzweise erlebt, was jeden Bills-Fan als "Wide Right" aus dem Superbowl XXV wohl noch in lebhafter Erinnerung ist. 4 Sekunden vor Ende hatte damals Kicker Scott Norwood die Möglichkeit, seine Bills gegen die New York Giants zum Pokal zu schießen. Doch ihm versagten die Nerven und der Rest ist Sportgeschichte. Klar war es bei Blankenship am Samstag nicht ganz so dramatisch, weil genug Zeit auf der Uhr war, dass seine Kollegen seinen Fehler ausmerzen hätten können. Wenn man dann am Ende mit 3 Punkten unterschied verliert, findet und sucht man die fehlenden Punkte trotzdem als erstes bei Blankenship. Bitter.

In den Sozialen Medien gab es dann noch die Diskussion betreffend den Turnover on Downs bzw den 2 Point Conversions der Colts. Ich bin der Meinung: In den Playoffs muss man Risiko und auf Sieg spielen und wenn es aufgeht, ist der Coach der Held. Jetzt ist Frank Reich natürlich der Depp der Nation, weil er die Punkte nicht mitgenommen hat. Man muss natürlich auch anmerken: Die Plays, die bei den vierten Versuchen bzw. bei den 2 Point cCnversions gecalled wurden, waren nicht besonders kreativ. Aber fehlenden Mut kann man Reich nicht vorwerfen, manchmal geht es auf, manchmal – so wie diesmal – eben nicht.

Best Play of the Game: 2xStefon Diggs (WR Bills)

Die beiden Würfe von Allen auf Diggs, die jeweils zu TDs führten, waren natürlich erste Sahne. Der tiefe Ball von Allen, und wie Diggs sich da durchsetzte - das war einfach unwiderstehlich und für jede Defense schwer zu verteidigen. Ich denke, dass diese ständige Deep-Ball-Gefahr, welche Allen und Diggs das ganze Spiel über ausgestrahlt haben, mitentscheidend war. Am Ende bin ich froh, dass die Bills als Sieger vom Platz gegangen sind, denn es gab kurz vor Schluss noch einen Aufreger um die Refs: Ein klarer Fumble der Colts wurde nicht gepfiffen, das hätte fast noch zur Wende führen können. Da aber die Hail Mary von Rivers in die Hose ging, brauchen wir heute nicht mehr darüber zu diskutieren.

Ausblick:

Viel hängt bei den Colts davon ab, wie man in Sachen QB entschiedet: Spielt man noch ein Jahr mit Rivers oder schaut man sich nach anderen, jüngeren Optionen um. Das QB-Karussell wird sich auch heuer wild drehen, Namen wie Cam Newton, Josh Rosen, Sam Darnold, Ryan Fitzpatrick, Tua Tagovailoa, Matt Stafford usw. sind auf dem Markt, und dazu kommt ein Draft, bei welchem auch sehr gute Talente auf der QB-Position abzugreifen sind. Wenn man sich jedoch dafür entscheidet, eine weitere Saison mit Rivers zu bestreiten und man das Team zusammenhält, wird man auch nächstes Jahr wieder um die Playoffs spielen und einen Neuaufbau – der früher oder später kommen wird – noch ein Jahr hinauszögern. Die Bills haben nun die Ravens vor der Brust, die sich über die sehr starke Defense und das Laufspiel definieren. Für mich ist das ein 50:50-Spiel, der Gewinner dieser Partie ist für mich ein heißer SB-Tipp. Aber egal, wie das Spiel in der Divisional Round ausgeht: Die Bills schauen in eine rosige Zukunft. Wenn man sich in der Offseason in der Defense verstärkt und vielleicht noch einen starken Mann für die O-Line holt, wird man auch in den kommenden Jahren das "Team to Beat" in der AFC East sein.

Textquelle: © LAOLA1.at

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