"Vor heimischer Kulisse zu spielen, ist immer besonders", betont der 22-Jährige und bringt es zugleich auf den Punkt: "Dieses Jahr haben wir ja leider kein großes Event in Österreich."
Kein großes Turnier in Österreich: "Tut schon weh"
Gerade die Tatsache, dass Events wie einst am Wörthersee oder auf der Donauinsel beziehungsweise am Wiener Heumarkt gerade jetzt, wo sich das Duo in der Weltspitze etabliert hat, nicht mehr vorhanden sind, nagt an ihnen.
"Es tut schon weh, weil wir jetzt im Elite-Level angekommen sind und genau jetzt gibt es keines", sagt Hammarberg.
Im nächsten Jahr soll sich die Lage wieder ändern. "Der ÖVV bemüht sich, wir haben großes Vertrauen, dass es klappt", ergänzt er.
Berger erzählt zudem über die Entwicklung der Sportart in Österreich: "Ich kann jetzt nur davon reden, was mir mein Vater erzählt hat. Ich glaube schon, dass es damals schon ein wenig besser gelaufen ist. Damals war noch Hannes Jagerhofer dabei. Aber ich glaube, es bemühen sich genug Leute, das wieder aufzubauen."
"Kleine Krise" soll in ein paar Jahren beendet sein
"Jetzt ist gerade eine kleine Krise da, sicher auch wegen der Wirtschaft. Ich habe aber großes Vertrauen, dass es vielleicht in ein bis zwei Jahren dort sein kann, wo es einmal war", fügt er hinzu.
In Kitzbühel findet im September die Staatsmeisterschaft statt, wo das Duo an den Start gehen wird. Auch eine Teilnahme in Schladming wäre noch eine Option. Über die Fans in Österreich würden sie aufgrund der wenigen Teilnahmen im eigenen Land ihrerseits wenig mitbekommen.
Leidet der Nachwuchs?
Auf die Frage, ob es den Nachwuchs beeinflusst, wenn es keine großen Events mehr gibt, meint Hammarberg: "Das kann schon sein, irgendwie bin ich auch durch Clemens (Anm. Doppler) und Alex (Anm. Horst) dazu gekommen. Ich glaube schon, dass es sehr hilft, wenn es große Turniere gibt."
Um etwas zu verändern, müsse es von oben beginnen, zudem brauche es auch wieder ein Topteam wie einst Doppler und Horst, die unter anderem einen großen Erfolg bei der WM in Wien feierten.
Diese Aufgabe könnten die beiden schon bald übernehmen, denn in der Weltspitze sind die Youngsters längst kein ungeschriebenes Blatt mehr.
Weg in die Weltspitze ging "überraschend schnell"
In dieser Saison erreichten sie bei Elite-Turnieren drei Mal den fünften Platz. Das sei das Mindestziel gewesen. Mit einer kleinen Ausnahme beim letzten Turnier, welches nach einer kurzen Verletzungspause von Berger noch eine Nummer zu groß war, könne man zufrieden sein.
Der Weg in die Weltspitze sei ein harter. "Für das ging es überraschend schnell", meint Hammarberg, der seit der U18 mit seinem Partner zusammenspielt. Nachdem sie sehr unterschiedlich seien, würden sie sich gut ergänzen.
Berger kommt aus einer wahren Beachvolleyball-Familie. Sein Papa Nick Berger nahm zwei Mal an Olympischen Spielen teil und spielte einst mit der österreichischen Beachvolleyball-Legende Clemens Doppler.
"Ich weiß jetzt nicht, ob ich Beachvolleyballer geworden wäre, wenn mein Vater mich nie dazu gebracht hätte", sagt der 21-Jährige. Nach den Turnieren gäbe es immer ein kurzes Gespräch, über Dinge, die ihm aufgefallen seien.
Termine und Reisen müssen trotz Erfolg selbst organisiert werden
Seine jüngere Schwester Lia spielt ebenfalls erfolgreich Beachvolleyball. Ihre Ausbildung und ihre Karriere kombiniert sie in Zukunft in Amerika. Nachdem dieser Weg dort nur für Frauen möglich ist, sei dies für die beiden sowieso keine Option gewesen.
Hammarberg kam hingegen nach einem Besuch bei der WM 2017 in Wien zum Sport.
Neben zwei Trainings am Tag und der folgenden Regeneration müssen die Spieler noch Reisen organisieren und Termine vereinbaren.
EM als diesjähriges Ziel - Olympia als Gesamtziel
In dieser Saison steht mit der EM in Polen im August noch ein besonderes Highlight auf dem Programm. Nachdem beim letzten Mal der fünfte Platz herausschaute, sei es das Ziel, dieses Ergebnis mindestens zu wiederholen.
Als übergeordnetes Ziel blicken die beiden bereits auf die Olympischen Spiele 2028. Diese finden in Los Angeles statt. Die Qualifikation beginnt im November. Bei dem Großereignis dabei zu sein, "ist so ziemlich der Traum eines jeden Beachvolleyballers", erklärt Hammarberg.
Zuvor sei es allerdings noch das Ziel, technische Kleinigkeiten auszubessern und konstanter zu werden. "Dass wir in jedem Spiel genau das bringen können, was auf unserem Level ist und wie wir spielen können, wäre wichtig", sagt Berger abschließend.