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Wie Leo Carlsson unverhofft zum neuen Top-Verdiener der NHL wird

Die Philadelphia Flyers legten dem jungen Schweden ein Offer Sheet vor, das alle bisherigen Verträge in den Schatten stellt. Aber warum?

Wie Leo Carlsson unverhofft zum neuen Top-Verdiener der NHL wird Foto: © IMAGO / Larry MacDougal

Inmitten von Draft, Free Agency und einigen Trades schlug ein Ereignis in der NHL wie eine Bombe ein.

Die Philadelphia Flyers legten Anaheim-Center Leo Carlsson ein Offer Sheet in Höhe von 90 Millionen US-Dollar, aufgeteilt auf die nächsten fünf Jahre, (jährlich 18 Millionen US-Dollar) auf den Tisch, was ihn zum derzeit höchstbezahlten Spieler der Liga macht.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller wirft einen näheren Blick darauf:

Was ist ein Offer Sheet?

Ein Angebot, das an sogenannte Restricted Free Agents gemacht wird, die gewisse Kriterien (Alter, NHL-Erfahrung) erfüllen. Sie stehen zwar noch auf der Reserve List ihrer Teams, haben aber noch keinen neuen Vertrag unterschrieben.

Der Spieler muss dieses Offer Sheet natürlich erst akzeptieren, bevor der weitere Vorgang ins Rollen kommt.

Was müssten die Flyers an Anaheim überweisen?

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Weder Geld noch irgendwelche Spieler. Die Gegenleistung sind immer Draft Picks, die vom neuen Gehalt abhängig sind. Die Picks müssen stets eigene sein, also keine, die von anderen Teams erworben wurden.

Im Falle von Carlsson und seinem Monumentalgehalt von 90 Millionen Dollar für einen Fünfjahres-Vertrag bedeutet das jährliche Mittel von 18 Millionen, dass die Flyers innerhalb der nächsten fünf Drafts vier Erstrundenpicks an die Ducks verlieren würden.

Wenn die Flyers diese Picks nicht hätten, hätten sie auch kein Offer Sheet legen können - das ist immer die Voraussetzung für ein solches Manöver.

Carlsson wird also ein Flyer ab der nächsten Saison?

Nix is fix: Die Ducks können nämlich dieses Offer Sheet innerhalb einer Woche - also bis diesen Donnerstag - matchen, sprich einfach übernehmen. Carlsson bleibt dann in Anaheim, die Flyers gewinnen oder verlieren nichts.

Können die Ducks nicht nachverhandeln?

Was liegt, das pickt - sie hätten mit ihm schon seit dem 1. Juli 2025 einen neuen Vertrag abschließen müssen, GM Pat Verbeek glaubte offenbar an gute Karten im Poker.

Gespräche mit Carlssons Agenten Ryan und Matt Keator brachten kein Ergebnis, auch als diese die Dringlichkeit der ganzen Sache unterstrichen.

Jetzt kann nicht mehr verhandelt werden, der Vertrag gilt automatisch für die nächsten fünf Jahre, egal ob in Anaheim oder Philadelphia.

Warum haben die Flyers das gemacht?

Aus mehreren Gründen: Die NHL-Gehaltsobergrenze steigt heuer von 95,5 auf 104 Millionen an, im nächsten Jahr noch einmal um 9,5 Millionen

Flyers-GM Danny Briere hat zwar noch Defender Jamie Drysdale und Winger/Center Trevor Zegras seinerseits als RFAs zu unterschreiben, gleichzeitig aber noch 29 Millionen Spielraum für die nächste Saison.

Carlssons Gehalt unterzubringen, wird kein Problem sein. Und je höher die angebotene Summe, desto geringer die Chance, dass diese gematcht wird.

Die Flyers verfügen über viele starke Winger (neben Zegras noch Supertalent Porter Martone, Owen Tippett, Travis Konecny, Tyson Foerster und trotz einiger Startschwierigkeiten Matvei Michkov), centermäßig stehen sie aber ärmlich da (Christian Dvorak als Nr. 1-Pivot?).

Einen Spieler von Carlssons Qualitäten gibt es am freien Markt nicht, auch in einem Trade wäre das nur sehr schwer möglich. Briere wird aber im Falle des Verbleibs des Schweden in Anaheim diesen Weg noch gehen müssen, Dylan Larkin könnte da wieder zum Thema werden.

Ist Carlsson nicht überbezahlt?

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Foto: ©IMAGO / Bildbyran

Unzweifelhaft, auch wenn die Gehälter immer mehr ansteigen (werden). Seine 18 Millionen pro Jahr machen ihn – zumindest jetzt – zum bestbezahlten Spieler der Liga vor Minnesotas Kirill Kaprizov (17 Millionen).

Der 21-jährige Schwede schaut auf eine Breakout-Saison (67 Punkte in 70 Spielen zurück), vereinigt Playmaker-Hände mit einem stabilen Körper. Die eisläuferischen Probleme, die ihm in seinem Draftjahr nachgesagt wurden, haben sich in Luft aufgelöst.

Ein immens starkes Paket also bereits in jungen Jahren - aber kommt er wirklich an Cracks wie Leon Draisaitl oder gar Connor McDavid heran? Wohl eher kaum.

Was bedeutet dieser Deal für die Ducks und die Liga?

Die Ducks haben für Carlssons neuen Vertrag zwischen 12 und 13 Millionen veranschlagt gehabt, jetzt müssen sie tiefer in die Tasche greifen.

GM Pat Verbeek lehnte sich schon vor dem Offer Sheet aus dem Fenster und sagte, dass er ein solches auf jeden Fall matchen würde. Bleibt es wirklich dabei?

Sein Spielraum von zehn Millionen wird zu wenig sein, noch dazu braucht Winger Cutter Gauthier (41 Tore, Offer Sheet nicht möglich) einen neuen Vertrag und der wird nicht billig ausfallen. Gerade erst unterschrieb Defender Pavel Mintyukov einen neuen Fünf-Jahres-Deal um jeweils 7,2 Millionen.

Bei bereits 21 Spielern unter Vertrag muss Verbeek im Falle des Verbleibs von Carlsson den Kader erst einmal reduzieren, bevor er in die Saison gehen kann.

Die Folgen dieses Offer Sheets für die anderen NHL Teams:

Alle Teams werden in Zukunft noch früher als ohnehin schon ihre RFAs verlängern (wollen) – das hinauszuschieben kommt eben teuer. Kann auch Marco Kasper in Detroit heuer von diesem Trend profitieren?

Die Flut hebt alle Boote und Carlsson wird nicht lange der höchstbezahlte Spieler der Liga bleiben.

Connor Bedard, Adam Fantilli, Cale Makar und Macklin Celebrini brauchen spätestens ab nächsten Juli neue Deals und die werden endgültig nicht mehr mit früheren Verträgen ihrer Liga-Kollegen vergleichbar sein.

Sogenannte Bridge Deals sollten bei überdurchschnittlichen NHL-Spielern endgültig kein Thema mehr sein, zu groß ist die Gefahr eines Szenarios wie bei Carlsson jetzt. Youngsters können mit langfristigen und hochdotieren Verträgen rechnen

Ranked: Die Top-Verdiener der NHL

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