Rossi-Abschied aus Österreich - fast mit Podium

Rossi-Abschied aus Österreich - fast mit Podium Foto: © GEPA
 

Das MotoGP-Rennen beim Grand Prix von Österreich ist auch zu einem emotionalen Abschied der österreichischen Fans von Valentino Rossi geworden.

Der 42-jährige Motorrad-Superstar wird nach 26 Saisonen zum Jahresende aufhören und war deshalb am Sonntag zum letzten Mal in Österreich als aktiver MotoGP-Pilot zu sehen. Im Regen-Chaos gelang dem Italiener mit Platz acht prompt eine Saison-Bestleistung.

Rossi will in naher Zukunft eine Familie gründen und ab 2022 verstärkt Autorennen fahren.

Fast noch ein Podestplatz

Nicht zuletzt Rossis letzter Rennauftritt in Österreich hatte dafür gesorgt, dass in dem Event ohne Zuschauer-Beschränkungen die Tribünen auf dem Red Bull Ring voll waren. Durch das Regenchaos am Ende war Rossi für kurze Zeit sogar auf Platz drei und einem Podestplatz unterwegs gewesen. Über 86.000 Fans alleine am Sonntag sowie 145.000 über das Wochenende waren so oder so vom "Doktor" begeistert.

Rossi ging das sehr nahe, nachdem er eine Woche zuvor in Spielberg mangels guter Ergebnisse schweren Herzens sein Karriere-Ende bekannt gegeben hatte. "Ich bin noch immer traurig. Das mit dem Rücktritt war kein leichter Moment, denn ich wäre gerne nochmals 20 Jahre gefahren", sagte Rossi vor dem zweiten Spielberg-Rennen in einem Gespräch mit Ex-Pilot Alex Hofmann im ServusTV.

"Auf der anderen Seite bin ich happy, wenn ich zurückblicke. Und auch stolz auf das, was ich erreicht habe."

"VR46" bleibt der MotoGP erhalten

Und das war nicht wenig. Der Fahrer mit der legendären Nummer 46 fährt seit 1996 in der WM, ist neunfacher Weltmeister sowie Gewinner von 115 GP-Rennen. Noch mehr als mit seinem sportlichen Erfolg hat Rossi aber mit seinem Charisma für Furore und weltweite Begeisterung gesorgt.

"Wo er hinkommt, wird es gelb", sagte Österreichs Zweirad-Legende August "Gustl" Auinger über Rossi. In der Tat hat Rossi so viele Menschen erreicht und berührt wie kaum ein anderer Motorrad-Sportler vor ihm. "Er hat den Motorradsport in unglaubliche Regionen getragen. Dass das jetzt emotionale Wellen schlägt, ist ja klar", ergänzte Auinger.

Die gelben Rossi-Shirts und Kappen werden auch in den kommenden Jahren Abnehmer finden. Alleine schon wegen dem VR46-Team Rossis mit seinem Halbbruder Luca Marini als Pilot. "Das macht meinen Abschied wenigstens etwas erträglicher", so Rossi.

GT3 als neue Liebe? DTM nicht unmöglich, "wird aber schwer"

Vermutlich sieht man Rossi künftig nicht nur weiter auf seiner legendären Zweirad-Ranch in Tavullia, sondern verstärkt auch im Rennauto. Ob Le Mans, GT3 oder DTM, man werde sehen, hielt sich Rossi aber noch bedeckt. "Ich bin mit Gerhard Berger immer im Gespräch. Die DTM wird schwierig, das Niveau dort ist sehr hoch."

Sein Bruder und auch andere nahestehende Personen hätten ihn sehr gedrängt, weiterzumachen, bestätigte Rossi in Spielberg noch einmal. Nachdem der Abschied fest stand, hätten dann alle geweint, berichtete Rossi.

Mit Lebensgefährtin Francesca will er nun eine Familie gründen. "Ich wollte immer ein Vater sein. Nun ist mehr oder weniger der Moment gekommen." Zuerst gibt es aber Urlaub. "Ich habe nach dem Ende im November in Valencia dann ja 26 Jahre Arbeit hinter mir."

Abschied in Misano wird emotional

In Österreich wurde Rossi von gelbem Nebel der Fans begleitet, ein Hubschrauber flog mit einer riesigen "Danke-Fahne" über den Ring.

Speziell feiern mit seinen Fans will Rossi im September beim Heimrennen in Misano. Allerdings sind dort im Gegensatz zu Spielberg nur 26.000 Fans erlaubt. "Schade, aber besser als Null", meinte Rossi. "Wir werden trotzdem etwas für die Fans organisieren. Es wird sehr emotional. Das Beste was ich tun kann, ist ein gutes Ergebnis."

Hans Knauß ist nach seiner Ski-Karriere selbst ins Rennauto gestiegen und hofft, dass Rossi das auch tut. "Es wäre ein Traum, ihn irgendwo im Kreis fahren zu sehen. Er wird auch dort die Massen bewegen", ist Knauß überzeugt.

Textquelle: © APA/LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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