Diese Änderung führte Leclerc zum Erfolg
Dass der Monegasse um die Pole mitkämpfen würde, hatte sich bereits angedeutet. Leclerc holte sowohl im zweiten Training am Freitag, als auch im dritten am Samstagvormittag die Bestzeit - wenn auch nur knapp vor Lewis Hamilton.
"Wir waren seit FP2 dabei, aber es ist immer schwierig, in Q3 die Runde zusammenzubringen, wenn es zählt. Aber das habe ich", freut sich Leclerc.
Bisher war es dem 21-Jährigen im Qualifying nur selten gelungen, sein Können im richtigen Zeitpunkt abzurufen. In Spielberg ging Leclerc jedoch mit einer geänderten Herangehensweise in die Quali - mit Erfolg.
"Ich denke, dass ich seit Paul Ricard einen Schritt nach vorne gemacht habe. Ich kann das auch im Auto spüren. Es geht darum, Schritt für Schritt an die Sache heranzugehen, mit dem Setup auf die Streckenentwicklung zu reagieren. Das ist in der Formel 1 sehr wichtig. So habe ich eine ordentliche Portion Zeit gefunden", erklärt Leclerc.
Doch nicht nur Leclerc selbst, auch Ferrari reagierte. "Wir haben ein ziemlich anderes Setup ausprobiert, eine andere Philosophie“, verrät Leclerc. "Das muss andernorts kein Riesenschritt sein, aber hier hat es recht gut funktioniert. Ich denke, mit der Änderung an der Vorderachse haben wir im zweiten Sektor im Vergleich zu den jüngsten Rennen am meisten Zeit gutgemacht."
Ferraris gewagte Strategie
Das muss auch die Konkurrenz, allen voran Mercedes, zur Kenntnis nehmen. "Sie machen uns vor allem auf den Geraden fertig. Ihre Extraleistung macht sich auf dieser Strecke bezahlt. Aber sie haben mittlerweile rausgekriegt, ihr Auto jetzt auch in mittelschnellen und schnellen Kurven schnell zu machen. Gratulation an Charles, er war das ganze Wochenende schnell", sagt Hamilton.
Der Brite kann das Rennen ebenso wie sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas und Max Verstappen auf dem Medium-Reifen in Angriff nehmen, Ferrari muss hingegen auf den Soft-Pneus starten. Eine gewagte Strategie der Scuderia, hatte der Soft in der vergangenen Woche in Frankreich bei ähnlichen Bedingungen doch schnell abgebaut.
"Nach FP2 haben wir es analysiert, und der Soft sah ganz gut aus. Also bin ich zufrieden mit der Strategie. Es ist anders als das von Mercedes und Red Bull, aber wir sind zufrieden damit", gibt sich Leclerc diesbezüglich entspannt.
Man werde jedoch erst im Rennen am Sonntag (15:10 Uhr im LIVE-Ticker) sehen, wer am Ende die richtige Wahl getroffen hat. Entscheidend würde der Start sein, der müsse sitzen, sagt der Youngster. "Der Start wird sicherlich nicht einfach, denn nach dem Losfahren folgt bereits eine lange Gerade. Aber normalerweise sind wir ja schnell auf den Geraden. Hoffentlich kann ich die Position da halten über die ersten drei Kurven. Ich werde natürlich alles geben, um vorne zu bleiben."
Leclerc liebt Spielberg
Leclerc scheut den Kampf mit Mercedes und Red Bull jedenfalls nicht. "Es sah schon seit dem Freitag nicht schlecht aus im Vergleich zu Mercedes und Red Bull Racing. Wir sind recht happy damit und dieses Wochenende ziemlich konkurrenzfähig", sagt Leclerc selbstbewusst. "Die Pace sieht vielversprechend aus!"
Dem stimmt auch Teamkollege Sebastian Vettel trotz seines Defekts im Qualifying ("Das ist frustrierend") zu. "Die Pace ist da und wir sind schneller als die anderen Autos - wir werden im Rennen mit Sicherheit ein bisschen Spaß haben."
Spaß wird Leclerc wohl so oder so haben, denn: "Österreich ist meine Lieblingsstrecke, sie passt auch besser zu meinem Fahrstil."
Die Kombination Leclerc-Ferrari-Österreich scheint also erfolgsversprechend.