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Marko: "Max spricht mehr über den Nürburgring als die Formel 1"

Der Steirer ist nun Botschafter des Red Bull Rings, hat aber noch losen Kontakt zu seinem Schützling. Das sagt er zur Lage bei Red Bull Racing:

Marko: "Max spricht mehr über den Nürburgring als die Formel 1" Foto: © GETTY

Helmut Marko lässt der Motorsport einfach nicht los. Wer geglaubt hat, dass es nach dem Abschied des Doktors tatsächlich in eine Art Ruhestand geht, der irrt.

Im Gegenteil: Der Steirer hat seinen Fokus nur verschoben. Zurück in die Heimat. Zum Red Bull Ring. Für diesen tritt der 82-Jährige nun als Botschafter auf. Und hat seine Fühler damit nicht mehr nur bei der Formel 1, sondern auch der MotoGP, der DTM und den anderen Highlights, die auch 2026 wieder in sein Heimatbundesland kommen.

Aber natürlich bleibt die "Königsklasse" ein zentrales Thema. Auch, weil viele Niederländer Stammgäste in Spielberg sind und sich um deren Liebling und Markos Ex-Schützling aktuell viel dreht.

"Er spricht mehr über den Nürburgring als über die Formel 1", berichtet auch Marko von den letzten Gesprächen mit Max Verstappen, zu dem noch loser Kontakt besteht.

"Er ist ein Vollblut-Racer und das jetzige Reglement ist auf Energiemanagement ausgelegt, das geht aber nur im Einvernehmen mit den Ingenieuren. Dem Fahrer ist die dominierende Rolle weggenommen worden", merkt auch der ehemalige Motorsport-Beauftragte im Hause Red Bull den Frust.

"Es werden Adaptionen durchgeführt, aber ob man das so hinkriegt, dass wieder der Fahrer das Entscheidende ist, kann ich derzeit nicht beurteilen", will auch er sich nicht auf endgültige Ansagen festnageln lassen, wie es mit der Zukunft des Vierfach-Weltmeisters weitergeht.

Red Bull wird aufholen - trotz der Abgangswelle

Dass just während des Pressegesprächs am Wiener Rathausplatz - wo der Red Bull Ring eine "Energy Station" im Rahmen des Steiermark-Frühlings aufgebaut hat - die Nachricht durchbricht, dass mit Gianpiero Lambiase der engste Vertraute Verstappens auch noch Reißaus bei Red Bull Racing nehmen wird, verbessert die Aussichten auf einen Verbleib nicht.

"Das ist noch wirklich harter Sport. Da ist der Mann massiv integriert, wenn sie mit der Maschine kämpfen, sliden, schwarze Striche in den Asphalt machen und unglaubliche Schräglagen haben."

Marko über die MotoGP

"Die Beiden waren wie ein altes Ehepaar. Sie hatten auch ihre Diskussionen und Dispute, aber 'GP' ist ein ganz wesentlicher Faktor in der Fahrzeugentwicklung und Abstimmung, der seine eigenen Wege gegangen ist - nicht immer im Einvernehmen mit der restlichen Technik-Crew. Das ist schon ein großer Wertverlust", unterstreicht Marko.

Das heißt aber nicht, dass er sich Sorgen um sein Ex-Team mache, von dem Marko stellenweise immer noch im "Wir" spricht. Auch nicht um die kurzfristige Zukunft in dieser Saison.

"Red Bull hat eine Tradition und mehrfach bewiesen, wieder rankommen zu können. Und der Start in Melbourne war ja in Ordnung. Die Updates haben das Auto dann in die falsche Richtung gebracht. Aber jetzt ist ein paar Wochen Pause, und im Laufe der Europa-Saison ist schon anzunehmen, dass Red Bull wieder vorne dabei sein kann."

An Mercedes werde aber für niemanden ein Weg vorbeiführen. Nicht 2026.

MotoGP-Begeisterung flammt beim Doktor auf

Aus nächster Nähe verfolgen wird Marko all das nach Jahrzehnten im Zirkus aber ganz anders: "Ich sitze bequem zuhause, habe die permanenten Flugreisen und die Zeitverschiebung nicht mehr. Es ist ein angenehmerer und wesentlich relaxterer Zugang."

Nur Ende Juni, da wird der Botschafter des Red Bull Rings auf jeden Fall direkt in Spielberg zugegen sein. Genau wie im September, dem neuen Datum für die MotoGP. Auch die andere "Königsklasse" will sich Marko nicht entgehen lassen.

"Das ist noch wirklich harter Sport. Da ist der Mann massiv integriert, wenn sie mit der Maschine kämpfen, sliden, schwarze Striche in den Asphalt machen und unglaubliche Schräglagen haben."

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