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Titelverteidiger Argentinien: Wie viel Messi-Faktor ist noch da?

Der ÖFB-Gegner setzt auf Routine, 17 Mann von Katar sind noch mit dabei. Superstar Messi wird wohl in einer anderen Rolle zu sehen sein.

Titelverteidiger Argentinien: Wie viel Messi-Faktor ist noch da? Foto: © IMAGO / Newscom / GDA

Der Titelverteidiger reist als Mitfavorit zur WM-Endrunde 2026, die Fitness von Talisman Lionel Messi gibt aber Rätsel auf.

Den im Spätherbst seiner Weltkarriere stehenden 38-Jährigen plagten in den Wochen vor dem Turnier wieder Muskelprobleme, Schonung war angesagt.

Teamchef Lionel Scaloni wird die Bedeutung seines Kapitäns nicht schmälern, die Argentinier scheinen dank ihrer beeindruckenden Offensivkraft aber auch ohne Messi schwer zu bändigen. Fragezeichen bleiben dennoch.

Erfahrung pur

Im Kader der "Albiceleste" wird auf Erfahrung gesetzt. 17 Akteure, die vor vier Jahren in Katar den Pokal in die Höhe stemmten, sind auch in Nordamerika dabei.

Rekordmann Messi bestreitet seine sechste WM, Stützen der Elf sind auch Torhüter Emiliano Martinez (Aston Villa) und der ebenfalls auf die 40 zugehende Abwehrchef Nicolas Otamendi (38/River Plate).

Im starken Mittelfeld sollen Liverpools Alexis Mac Allister, Chelseas Enzo Fernandez und der wie Messi bei Inter Miami spielende Rodrigo de Paul ankurbeln, vorne agieren die Torjäger Julian Alvarez (Atletico Madrid) und Lautaro Martinez (Inter Mailand).

Messi-Faktor schwindet mehr und mehr

Rund um den Kern seines Kaders nominierte Scaloni jüngere Akteure. Festzuhalten ist dennoch, dass Argentinien auf Routine und seine Qualität im Angriff setzt. Es ist ein Team, das zwei Jahre nach dem WM-Titel auch die Copa America zum zweiten Mal in Folge gewann.

Ein Faktor, den auch Ralf Rangnick vor dem zweiten Gruppenspiel Österreichs gegen den Titelverteidiger am 22. Juni in Dallas berücksichtigen muss, bleibt Messis Rolle.

Spielt der zwei Tage später seinen 39. Geburtstag feiernde Altmeister, ist alles auf ihn als taktischem Freigeist ausgerichtet. Spielt Messi nicht, ist Argentinien schwerer auszurechnen – und womöglich gar nicht so geschwächt.

Die beste Vorstellung in der souverän geschafften Südamerika-Qualifikation für die WM lieferte der Weltmeister ohne den Kapitän ab. Beim 4:1 gegen Brasilien fehlte Messi verletzt.

Vorne richteten es neben Alvarez auch Giuliano Simeone (23), Thiago Almada (25) und Nico Paz (21). Simeone und Almada stehen bei Atletico Madrid unter Vertrag, für Comos Paz besitzt Real eine Rückkaufklausel.

200er gegen Österreich?

Messi bewusst nicht einzusetzen, wird dennoch keine Option bleiben. Der Superstar hatte seine sechste WM-Teilnahme lange offen gelassen.

Noch Anfang April meinte Scaloni: "Es wäre ein Privileg, wenn Leo sich entscheidet, bei der WM zu spielen." Tage davor hatten die argentinischen Fans beim Testspiel gegen Mauretanien in Buenos Aires praktisch durchgehend Messis Namen skandiert.

Im letzten Heimspiel vor der WM gegen Sambia schoss Messi zur Freude seiner Anhängerschaft dann das 116. Tor im Teamtrikot. Noch vor dem WM-Start könnte er in den Testspielen gegen Honduras und Island die Marke von 200 Länderspielen (derzeit 198) knacken.

Argentinische Medien gehen jedoch davon aus, dass Messi noch geschont wird. Der 200er könnte demnach gegen Österreich fallen.

Albiceleste seit Montag in USA

Seit Montag bereiten sich die Argentinier im WM-Camp in Kansas City auf die Titelverteidigung vor. Mit dabei ist auch der ehemalige Salzburger Nicolas Capaldo.

Der auf Abruf nominierte HSV-Profi darf sich im Fall eines Ausfalls noch Hoffnungen machen. Der 48-jährige Scaloni könnte der erste Trainer werden, der zwei WM-Titel in seine Vita schreibt.

Bisher gelang dieses Kunststück nur Italiens Vittorio Pozzo 1934 und 1938. Der ehemalige Teamverteidiger Scaloni - bei der WM 2006 in Deutschland noch Teamkollege von Messi - warnte jedoch: "Es wird eine harte WM, eine sehr fordernde. Es wird entscheidend, dass jeder physisch und mental in guter Verfassung ist."

Mit Wehwehchen plagen sich nach einer langen Saison in Europas Topligen mehrere WM-Starter herum. Mit Cristian Romero von Tottenham kuriert der wichtigste Abwehrmann eine Knieblessur aus. Gerade in der Defensive wird die große Schwachstelle Argentiniens vermutet.

Bereits in Katar taten sich unter Druck Risse auf, hochkarätiges Personal ist dünn gesät. Neue Gesichter gibt es in Argentiniens Abwehr in den USA keine zu sehen.

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