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ORF setzt bei WM-Experten auf ÖFB-Vergangenheit

Ein ehemaliger Nationalteam-Kapitän und eine Ex-Spielerin, die mit dem ÖFB-Team im EM-Halbfinale stand, verstärken bei der WM das gewohnte Expertenteam.

ORF setzt bei WM-Experten auf ÖFB-Vergangenheit Foto: © GEPA

Es ist eine WM gigantischen Ausmaßes, die auf Fans von 11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA wartet.

Das verdeutlicht auch der Umstand, dass der ORF trotz 50:50-Aufteilung mit ServusTV 150 Live-Stunden im Gepäck hat. Mit dem Salzburger Privatsender kooperiert das öffentlich-rechtliche Medienhaus auch in den Bereichen Produktion und Technik, was mehr Mittel für Experten und ein optimiertes ORF-Studio übrig lässt.

Man wolle umfassende multimediale Berichterstattung - "informativ und unterhaltsam" und mit österreichischer Authentizität - in die Wohnzimmer liefern, sagte ORF-Sportchefin Veronika Dragon-Berger am Montag bei einer Pressekonferenz. Dafür soll u.a. das vielköpfige Expertenteam sorgen. Darin finden sich etliche Routiniers wie Helge Payer, Roman Mählich, Viktoria Schnaderbeck und natürlich Herbert Prohaska.

"Wer keinen Bock auf solche Ereignisse hat, sollte es nicht machen. Ich habe immer Bock auf Fußball - vor allem bei einer WM", ließ Prohaska keinerlei Ermüdungserscheinungen durchblitzen. Seinen neuen Kolleginnen und Kollegen - darunter Ex-Nationalteamkapitän Andreas Ivanschitz und Ex-Nationalteamspielerin Jasmin Eder - will er nichts mit auf den Weg geben. "Sie brauchen keine Tipps. Sie haben zu ihrer Zeit zu den besten Fußballern Österreichs gehört und wissen fast so viel wie ich über Fußball", schmunzelte er.

Ivanschitz: "Nicht zu verkopft angehen"

Ivanschitz will seine Rolle für den ORF "nicht zu verkopft angehen, sondern authentisch und unterhaltsam" und hofft auf spannende Spiele, damit das Kommentieren noch mehr Spaß macht.

Kein Spaß werden jedenfalls die Anpfiffzeiten, mit denen Fußball-Fans und damit auch die Kommentatoren und Experten konfrontiert sind. Die beiden vom ORF übertragenen Gruppenspiele der ÖFB-Elf gegen Jordanien (17. Juni, 6 Uhr Früh) und Algerien (28. Juni, 4 Uhr Früh) starten nicht gerade zur Primetime. "Ja, es wird für uns alle herausfordernd - auch für die Fans", seufzte Peter Stöger, der wieder für den ORF vor die Kamera tritt.

Andreas Herzog wurde für die WM von Sky ausgeliehen. Er selbst kickte einst in den USA und war dort auch als Trainer beschäftigt. "Ich verfolge noch stark, was drüben abläuft. Sportlich wird das ein richtig tolles Event", zeigte er sich sicher, dass das Einschalten dennoch lohnt.

Szerencsi nimmt Spitzenspiel bei ServusTV sportlich

Dass der Kracher der Gruppenphase in Form von Österreich gegen Argentinien zur besten Sendezeit bei ServusTV zu sehen ist (22. Juni, 19 Uhr) nimmt ORF-Sportchef Martin Szerencsi sportlich: "Wenn man eine Kooperation ernsthaft anstrebt, gehört es dazu, dass man auch zu vereinbarten Dingen steht."

Die Spielaufteilung erfolgte zu einer Zeit, als die Auslosung noch nicht fixiert war. Generell zeigte er sich sehr froh über die Kooperation, befinde man sich im Medienbusiness doch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten. "Es ist daher ganz wichtig, für so eine XXL-WM einen Kooperationspartner zu finden. Die Matchaufteilung hilft auch, die Grenzen der Belastbarkeit im ORF zu berücksichtigen."

Der Großteil wird im ORF-Zentrum in Wien abgewickelt, wo auch ein optimiertes WM-Studio untergebracht ist. Nach Übersee schickt der ORF ca. zehn Personen, wobei sich Moderator Rainer Pariasek und Herzog vom österreichischen WM-Quartier in Santa Barbara melden. Als Kommentatoren kommen u.a. Thomas König (Finale), Oliver Polzer (Eröffnungsspiel, Österreich - Jordanien) oder auch Daniel Warmuth (Österreich - Algerien) und Anna Lallitsch zum Zug, wobei sie sich nur bei Österreich-Spielen, dem Eröffnungsspiel, beim Halbfinale und dem Finale aus den Stadien melden.

"Morning Show" auf ORF 2

Für eine tägliche "Morning Show" zur WM in ORF 2 um 9.10 Uhr setzt der ORF auf Kristina Inhof und Helge Payer sowie Christian Diendorfer und Michael Liendl. In der Sendung sind Zusammenfassungen und sämtliche Tore vom Vorabend bzw. der Nacht sowie Analysen und Ausblicke zu sehen. Dass die Sendung auf ORF 2 - und nicht wie alle Spiele auf ORF 1 - zu sehen ist, sei eine bewusste Entscheidung, so Dragon-Berger: "Sportfans finden das schon."

Häufiger zu hören gibt es auch den ORF-Sport-Fußball-Podcast "Box oder Strafraum". Er wird für die WM zum (werk-)täglichen Format auf ORF 1 und allen gängigen Podcast-Plattformen. Ö3 wartet mit Spezialsendungen zu den Spielen des ÖFB-Teams sowie zum WM-Finale auf und informiert abermals über jedes Tor, das fällt.

Dokus von "Universum" bis "Die Köglberger Story"

Auch für Dokumentationen ist im Umfeld der WM gesorgt. "Der Erste. Der Kämpfer. Die Legende. - Die Köglberger Story" widmet sich am 3. Juni um 21.05 Uhr in ORF 1 dem ersten schwarzen Fußball-Nationalspieler in Österreich: Helmut Köglberger. Er führte die ÖFB-Elf auch als Kapitän auf den Platz, war aber dennoch ständig mit Rassismus konfrontiert.

"WeltWeit" unternimmt einen Lokalaugenschein vor der WM (5. Juni, 21.20 Uhr in ORF 2). Dabei wird etwa geklärt, wie sich die USA als eines der Gastgeberländer schlagen, wobei die Ticketpreise schon jetzt negativ auffallen und die für Fans teuerste WM aller Zeiten verheißen. Auch für eine "ZiB Wissen" zur Fußball-WM (9. Juni, 20.15 Uhr, ORF 2) oder auch Ausgaben von "Universum" und "Der Professor und der Wolf" ist gesorgt.

Vier ehemalige Nationalspieler bei ServusTV im Einsatz

ServusTV gab am Montag ebenfalls sein 15-köpfiges Team, das vor der Kamera in Erscheinung treten wird, bekannt.

Dabei setzt der Privatsender unter anderem auf vier ehemalige Nationalspieler. "Einmal mehr gehen wir mit Top-Experten in ein Großereignis", wurde ServusTV-Sportbereichsleiter Christian Nehiba in einer Aussendung zitiert und versprach allen Fans "das ultimative Live-Erlebnis".

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