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Linzer kümmert sich bei WM um Stadion in Atlanta

Dietmar Exler seit 2019 Chef des Mercedes-Benz-Stadiums. Der Oberösterreicher erklärt, wie man sich ideal auf die WM vorbereitete.

Linzer kümmert sich bei WM um Stadion in Atlanta Foto: © IMAGO / Belga

Das Mercedes-Benz Stadium in Atlanta ist mit acht Partien inklusive einem Halbfinale eine der Hauptspielstätten der Fußball-WM.

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Für den reibungslosen Ablauf im über 70.000 Zuschauer fassenden Stadion in der Hauptstadt von Georgia ist ein Oberösterreicher verantwortlich. Dietmar Exler ist seit 2019 Chief Operating Officer (COO) und für alles außer Kartenverkauf und Sponsoring zuständig.

Der 58-Jährige ist Chef von bis zu 4.500 Leuten, die bei großen Events im Stadion arbeiten.

Seit vielen Jahren in den USA

Nach einem Auslandssemester ist der Linzer Jurist in Amerika geblieben, arbeitete zunächst für die Unternehmensberatung McKinsey und wechselte danach zu Mercedes-Benz.

In 19 Jahren beim deutschen Autokonzern arbeitete er sich bis zum CEO für Nordamerika hoch, vor sieben Jahren wechselte Exler schließlich ins Imperium von Arthur Blank.

Der Milliardär ist Mitgründer der Baumarktkette The Home Depot und Besitzer des 1,4 Milliarden Dollar teuren Stadions in Atlanta sowie der dort spielenden Clubs Atlanta Falcons aus der National Football League und Atlanta United aus der Major League Soccer.

Stadien großteils in NFL-Besitz

Exler war ab 2019 in die Gespräche mit dem Weltverband FIFA eingebunden und als einziger Europäer unter den Stadien-Betreibern auch so etwas wie Vermittler zwischen den unterschiedlichen Kulturen.

"Die erste große Challenge war die kulturelle. Überall, wo die FIFA hingeht, wird ihr der rote Teppich ausgerollt. Außer in den USA. Weil da ist halt Fußball ein viel kleinerer Sport", sagte Exler im APA-Interview.

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Das Mercedes-Benz-Stadium von außen
Foto: ©IMAGO / Photo News

In Russland 2018 und Katar 2022 habe es zentrale Ansprechpartner oder Institutionen gegeben, "die elf Stadien in den USA gehören elf unterschiedlichen Einheiten, die meisten NFL-Eigentümer, die meisten gewinnorientiert. Das Stadion ist privat organisiert, es muss sich rentieren. Sport und Entertainment ist halt auch Business."

"WM nicht unser profitabelstes Stadion-Event"

"Die Fußball-WM ist nicht unser profitabelstes Stadion-Event", sagt Exler auch. Denn das Stadion ist von 16. Mai bis 22. Juli, also rund zehn Wochen, für die FIFA reserviert.

Einnahmen von anderen Events fehlen, davon gibt es normalerweise viele. Atlanta habe "das meistbeschäftigte Stadion in Nordamerika". NFL inklusive Super Bowl oder Konzerte von Weltstars stehen da über Fußball.

Dennoch soll die Weltmeisterschaft eine Win-Win-Situation werden. "Unser Eigentümer Arthur Blank betont das ganz stark: Wir wollen die größten internationalen Sport-Events bei uns haben", sagte Exler.

Zudem biete Atlanta sehr gute Infrastruktur mit zwei U-Bahn-Stationen direkt beim Stadion. Der Flughafen mit dem weltweit größten Passagieraufkommen ist mit der U-Bahn in 25 Minuten zu erreichen und innerhalb von 15 Minuten Gehzeit gibt es 15.000 Hotelbetten.

Erfahrung durch Copa America und Klub-WM

Atlanta, das 2024 das Eröffnungsspiel der Copa America mit Argentinien und ein Match von Gastgeber USA organisierte, beherbergte im vergangenen Sommer sechs Spiele der FIFA Klub-WM. Viel haben FIFA und lokale Organisatoren dabei voneinander gelernt.

Herausforderungen blieben. Für Fußball musste das Spielfeld verkleinert werden. Andere Stadien, die nur von American Football bespielt werden, benötigten dagegen eine Verbreiterung. Die Umstellung von Kunst- auf Naturrasen stellte sein Team auch vor einige Aufgaben, denn nur bei geschlossenem Dach ist ausreichendes Wachstum gewährleistet.

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Das Stadion ist aber bestens geeignet für Sport im Sommer und zur Mittagszeit, zu der in Atlanta fünf Spiele angepfiffen werden. Es verfügt über ein verschließbares Dach und Aircondition, die großteils durch Solarenergie betrieben wird.

"Wir haben 35 oder 40 Grad und wenn du in der Sonne sitzt, da wirst du schon gegrillt. Wir können das Dach zumachen, haben dann so 22 Grad, das ist schon deutlich angenehmer für die Zuschauer, aber natürlich auch für die Spieler", betonte der COO. Gewitter, die bei der Klub-WM in sechs Partien zu längeren Unterbrechungen geführt haben, können Atlanta nichts anhaben.

Faire Preisgestaltung

Den Zuschauern wird auch die Preisgestaltung der Verpflegung gefallen, die unter "street level pricing" und "fan friendly pricing" laufen. "Du zahlst also im Stadion nicht mehr, als du in der Umgebung zahlst. Und darüber hinaus haben wir ein Dutzend Speisen und Getränke, die sind dann noch einmal fan friendly", erklärte Exler.

Also gibt es einen Hotdog oder ein Cola um zwei Dollar, einen Hamburger um vier Dollar. Zwei Drittel der Lokale werden vom Stadion selbst betrieben, weil "du findest keine Partner, die dir Hamburger für vier Dollar machen. Das ist kein Gewinnbringer".

Die Konsumation fällt genauso in seinen Verantwortungsbereich wie der gesamte Technik-Bereich, Event-Organisation oder das Thema Sicherheit. "Wir haben keine Hooligans, keine Sicherheitsprobleme. Das gibt es bei uns eigentlich nicht", betonte Exler.

Für die WM hat man sich aber gerüstet. Der Linzer war mit einem Security-Team je drei Tage bei Manchester United und in Deutschland, um sich deren Matchvorbereitung anzuschauen. Bei der Klub-WM wurde ein Spiel als Hochrisikobegegnung abgehandelt.

Polizeipferde im Einsatz

"Wir haben jetzt auch wieder Polizeipferde im Einsatz. Bei Sicherheit kannst du halt nie schlafen, da sind wir besser gut vorbereitet. Dann war es vielleicht eine Ecke zu viel, aber das ist mir schon ganz recht", meinte Exler.

Von den neun Nationalteams, die in der Gruppenphase in Atlanta spielen, habe lediglich "Marokko manchmal vielleicht, sagen wir, sehr lebhafte Fans". In der ersten K.o.-Runde könnte England in Atlanta gastieren, eventuell auch das ÖFB-Team als Gruppendritter.

Den Abschluss im Mercedes-Benz-Stadion gibt es mit dem zweiten Halbfinale am 15. Juli. Ob die WM danach zu einem längeren Schwung für Fußball in den USA führt, muss sich erst zeigen.

Das Engagement von Lionel Messi bei Inter Miami in der Major League Soccer (MLS) hat "auf alle Fälle zu größerer Begeisterung geführt. Ist er ein richtiger Bringer, auch nachhaltig, oder ist das wieder nur so eine Welle, die dann wieder abebbt?", fragt sich Exler. Er ist zuversichtlich: "Die Finanzkraft der Liga steigt Jahr für Jahr. Und die Amerikaner sind schon sehr, sehr gut im Sport vermarkten."

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