Auch Milan, Inter und Atletico sind offiziell raus

Auch Milan, Inter und Atletico sind offiziell raus Foto: © getty
 

Nach den sechs Klubs der Premier League gibt es jetzt auch erste offizielle Rückzüge von den restlichen Teilnehmern der Super League. Inter und Atletico erklären quasi zeitgleich ihren Rückzug vom Projekt.

Wenige Minuten später veröffentlicht auch der AC Milan seinen Rückzug aus der Super League. Auch Juve musste in einer Stellungnahme klein beigeben.

Im Gegensatz zu den englischen Klubs geht aus dem Statement der Madrilenen hervor, dass die aktuellen Entwicklungen Anlass zum Rückzug sind. "Atletico hat den Beschluss zum Beitritt auf Basis von Voraussetzungen getroffen, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr gegeben sind", heißt es.

"Für den Klub ist die Harmonie, die alle Gruppen der rot-weißen Familie eint, essentiell - speziell unsere Fans", so die Aussendung weiter.

Inter erklärt sich wie folgt: "Wir sind immer dem Ziel verschrieben, den Fans das beste Fußball-Erlebnis zu bieten. Innovation und Inklusion sind Part unserer DNA seit unserer Gründung. Unser Engagement mit allen Stakeholdern, die Fußballindustrie zu verbessern, wird sich niemals ändern. Inter glaubt, dass Fußball immer ein Interesse haben muss, seine Bewerbe zu verbessern, für Fans aller Altersklassen rund um die Welt aufregend zu bleiben - innerhalb eines Rahmens finanzieller Nachhaltigkeit."

Von Stadtrivale Milan heißt es: "Änderungen sind nicht immer einfach, aber Evolution ist wichtig für den Fortschritt. Die Strukturen des europäischen Fußballs haben sich über die Jahrzehnte verändert. Aber die Stimmen und Bedenken der Fans überall auf der Welt wurden bezüglich der Super League klar zum Ausdruck gebracht - der AC Milan muss diesen Stimmen gegenüber empfänglich sein."

Von den zwölf Vereinen, die sich zusammengeschlossen hatten, um die Fußball-Welt zu revolutionieren, war am Mittwochnachmittag nur noch wenig über. Beim FC Barcelona stellte Präsident Joan Laporta eine Abstimmung der Mitglieder in Aussicht, die wohl ebenfalls klar gegen eine Beteiligung ausfallen würde.

Real Madrid und Juventus galten als die größten Treiber hinter der neuen Liga, die in direkter Konkurrenz zur Champions League der UEFA gestanden wäre. Reals Präsident Florentino Perez war als Vorstandsvorsitzender vorgesehen, Agnelli als sein Stellvertreter. "Ich bleibe überzeugt von der Schönheit dieses Projektes", sagt Agnelli der Nachrichtenagentur Reuters. Es hätte den besten Wettbewerb der Welt kreiert. "Aber zugegeben - ich glaube nicht, dass das Projekt immer noch läuft."

Agnelli: "Viele Klubs haben mich kontaktiert, um aufgenommen zu werden"

Agnelli betonte allerdings, dass der europäische Fußball eine Veränderung brauche. Vor dem Rückzug der englischen Vertreter seien zahlreiche andere Clubs an ihn herangetreten, um Aufnahme in den elitären Kreis zu finden, erklärt der Fiat-Manager. Neben den zwölf genannten Gründern wären noch drei weitere ständige Mitglieder vorgesehen gewesen. Fünf Plätze in der 20er-Liga hätten jährlich auf Basis der sportlichen Leistungen vergeben werden sollen.

"Ich werde nicht sagen, wie viele Klubs mich alleine in den vergangenen 24 Stunden kontaktiert haben", sagte Agnelli. "Vielleicht lügen sie, aber viele haben mich kontaktiert und gefragt, was sie machen können, um aufgenommen zu werden." Topclubs aus Deutschland und Frankreich, darunter der entthronte Champions-League-Sieger Bayern München oder Paris Saint-Germain, hatten sich am Dienstag öffentlich klar gegen die Super League deklariert.

Juventus betont, dass der Klub von der Legalität und den Erfolgsaussichten des Projektes überzeugt bleibt. Klubchef Agnelli machte den Druck, den die britische Regierung angeführt von Premier Boris Johnson auf die sechs englischen Klubs ausgeübt hatte, für das Aus mitverantwortlich. Eine Teilnahme der "Big Six" hätte in deren Augen wohl auch die englische Premier League gefährdet, spekulierte der 45-Jährige. "Die Politik hätte das als einen Angriff auf den Brexit und auf ihr politisches Schema gesehen."

Die Reaktionen der Fans auf die Pläne waren in England besonders ablehnend ausgefallen. Als Folge will die britische Regierung auch über eine stärkere Regulierung der Geldflüsse im englischen Fußball nachdenken. So werde man laut Sportminister Oliver Dowden auch über die in Deutschland gültige 50+1-Regel nachdenken, wonach Investoren nicht die Mehrheit an einem Fußballklub halten dürfen - im Milliarden-Business des englischen Fußballs eine Revolution.

Liverpools Eigentümer John W. Henry musste seinen Fehler, sich den Super-League-Plänen angeschlossen zu haben, kleinlaut eingestehen. "Es tut mir leid. Ich alleine bin für die unnötige Negativität, die in den vergangenen Tagen aufgekommen ist, verantwortlich", sagte der US-Amerikaner mit etwas Drama in einer Videobotschaft auf der Klubwebsite. Die jüngsten Ereignisse hätten die Kraft, die die Fans haben, gezeigt. "Wir haben euch gehört, ich habe euch gehört."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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