7 Klubs raus! Super League kündigt Änderungen an

7 Klubs raus! Super League kündigt Änderungen an Foto: © getty
 

Das Projekt einer europäischen Super League ist schon zwei Tage nach seinem Bekanntwerden in sich zusammengebrochen.

Nachdem am Dienstagabend Manchester City, Liverpool, Arsenal, Manchester United, Tottenham und kurz darauf auch Chelsea ihren Rückzug verkündeten, hat sich am Mittwoch mit Inter auch das siebente von zwölf Gründungsmitgliedern verabschiedet - Tendenz steigend.

In Spanien sind die Reihen ebenfalls nicht mehr geschlossen. Der FC Barcelona und Atletico Madrid gelten als Absprung-Kandidaten. Auch der AC Milan gilt als Wackelkandidat.

Die Super League antwortet in der Nacht mit einem Statement: "Wir überlegen Schritte, wie wir das Projekt verändern können", heißt es darin. "Wir schlagen einen neuen europäischen Wettbewerb vor, weil das bestehende System nicht funktioniert".

"Angesichts der aktuellen Umstände werden wir die am besten geeigneten Schritte zur Neugestaltung des Projekts überdenken und dabei stets unser Ziel im Sinn haben, den Fans die bestmögliche Erfahrung zu ermöglichen und dabei die Solidaritätszahlungen für die gesamte Fußballgemeinschaft zu erhöhen", betonten die Organisatoren in ihrer Stellungnahme. Die Super League sei davon "überzeugt, dass sich der aktuelle Status quo des europäischen Fußballs ändern muss".

Super League soll fortgesetzt werden: "Es gibt eine Blutsbrüderschaft"

Die größten Treiber des Projektes scheinen nach den diversen Rückzügen nur noch Real Madrid und Juventus Turin zu sein. Real-Präsident Florentino Perez sollte auch Vorstandsvorsitzender der neuen Liga werden, Juves Andrea Agnelli einer von dessen Stellvertretern.

Agnelli bestätigt, dass das Projekt fortgesetzt wird. "Es gibt eine Blutsbrüderschaft zwischen unseren Klubs", sagt der Juventus-Präsident der italienischen Zeitung "La Repubblica" (Mittwoch-Ausgabe). Die Super League habe eine 100-prozentige Erfolgschance. "Fahren wir fort." Der Fiat-Manager will nach dem Ausstieg zahlreicher Partner aber in einen Dialog mit den Fußballinstitutionen FIFA und UEFA treten. "Wenn sie uns einen Vorschlag machen, werden wir ihn bewerten."

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin begrüßt den Rückzug der englischen Vereine und hofft auf eine dauerhafte Kooperation mit den Fußball-Spitzenklubs. "Ich habe gestern gesagt, dass es bewundernswert ist, einen Fehler zuzugeben, und diese Vereine haben einen großen Fehler gemacht", sagte der Slowene. "Aber sie sind jetzt wieder auf Kurs, und ich weiß, dass sie nicht nur unseren Wettbewerben, sondern dem gesamten europäischen Spiel viel zu bieten haben", betont der 53-Jährige.

UEFA sieht wohl von Konsequenzen ab

Ceferin will offenbar von unmittelbaren Konsequenzen für die einsichtigen Abtrünnigen absehen. "Das Wichtigste ist jetzt, dass wir weitermachen, die Einheit, die das Spiel zuvor genossen hat, wieder aufbauen und gemeinsam vorankommen", sagt der UEFA-Boss. Als Drohkulisse hatte er zuvor selbst einen Ausschluss aus der noch laufenden Europacup-Saison sowie eine EM- und WM-Sperre für alle Profis der Clubs ins Spiel gebracht.

Die UEFA hatte ihrerseits am Montag eine Reform der Champions League ab 2024 beschlossen. Demnach wird die bestehende Königsklasse von 32 auf 36 Klubs aufgestockt und die erste Phase nicht in Gruppen aufgeteilt, sondern in einem Ligaformat bestritten. Zwei der vier zusätzlichen Startplätze werden nicht über aktuelle Leistungen, sondern über die UEFA-Fünfjahreswertung vergeben. Diese Sicherheit scheint den ganz großen Klubs aber zu wenig.

Agnelli, der bei Juve aufgrund des kapitalen Fehlstarts der Super League selbst bereits vor dem Aus stehen soll, will laut eigenen Angaben damit fortfahren, den "schönsten Wettbewerb der Welt zu schaffen". Dieser würde der gesamten Fußballpyramide Vorteile bringen. "Die Verteilung der Ressourcen an andere Vereine wird erhöht und er bleibt offen." Fünf der 20 Startplätze der Super League sollten planmäßig jährlich im Dialog mit den Fußballverbänden neu vergeben werden.

Klubs entschuldigen sich bei Fans

Mit Blick auf die Fans argumentierte der 45-Jährige, dass die Anziehungskraft des Fußballs derzeit eine Krise bei den jungen Generationen durchlebe. "Die Jüngsten wollen die großen Events sehen und sind weniger mit den Elementen des Lokalpatriotismus verbunden, die die vorangegangenen Generationen - inklusive meiner - geprägt haben", sagt Agnelli.

Dennoch wandten sich die englischen Klubs am Dienstagabend - keine 48 Stunden nach Veröffentlichung der Pläne - auf Druck ihrer Fans und auch der britischen Regierung von der Super League ab. "Wir haben einen Fehler gemacht und wir entschuldigen uns dafür", entschuldigt sich Arsenal. Chelsea ergänzt, dass man zu dem Schluss gekommen sei, dass die Pläne "nicht im besten Interesse des Klubs, unserer Fans und der breiteren Fußballgemeinschaft sind."

Liverpools US-amerikanischer Haupteigentümer John Henry nimmt die Schuld für das Tohuwabohu auf seine Kappe und entschuldigt sich bei den Fans und Trainer Jürgen Klopp. "Es tut mir leid, ich alleine bin für die unnötige Negativität, die in den vergangenen Tagen aufgekommen ist, verantwortlich", sagt der Chef der Fenway Sports Group in einem Video auf der Klub-Website. "Das ist etwas, das ich nicht vergessen werde. Und es zeigt die Kraft, die die Fans heute haben und zurecht weiterhin haben werden."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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