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Schiri-Chef Kassai: "Haben ein hohes Niveau, aber brauchen mehr"

Der Technische Direktor, der beim ÖFB für die Schiedsrichter zuständig ist, spricht vor dem Start der neuen Saison über Regeländerungen, Erkenntnisse aus der WM und den Umgang mit Fehlern.

Schiri-Chef Kassai: "Haben ein hohes Niveau, aber brauchen mehr" Foto: © GEPA

Die Weltmeisterschaft ist zu Ende, eine neue Saison steht vor der Tür. Am Wochenende starten die Bundes- und Zweitligisten in den UNIQA ÖFB Cup.

Viktor Kassai, seit 2023 Technischer Direktor im Referee Department des ÖFB, blickt vor dem Start der neuen Saison nochmal auf die vergangene Spielzeit zurück.

"Unsere Elite-Referees haben in der Saison 2025/56 sowohl in der ADMIRAL Bundesliga als auch der ADMIRAL 2. Liga sehr stabile Leistungen gezeigt", sagt der 50-Jährige in einem Interview auf der ÖFB-Webseite.

Der Ungar fügte hinzu: "Es gibt immer Bereiche, in denen wir uns verbessern können. Ein schwerwiegender Fehler beeinflusst schnell unsere Akzeptanz und unser Image. Wir können zehn Spiele sehr gut leiten. Wenn dann ein Fehler passiert, richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit darauf."

Neue Spielregeln im Fokus

Die Erwartungen an die Schiedsrichter seien sehr hoch. "Was oft übersehen wird: Wir haben bereits ein hohes Niveau, aber wir brauchen noch mehr", so Kassai. Er spricht auch den Generationenwechsel an. Jedes Jahr würden junge Talente in den Elitebereich nachrücken. "Dass sie dabei Fehler machen, gehört zu ihrer Entwicklung."

In Vorbereitung auf die neue Saison standen vor allem die neuen Spielregeln im Fokus. "Weltweit besteht Einigkeit, dass es zu viele Spielverzögerungen gibt und die effektive Spielzeit erhöht werden muss. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Schiedsrichter:innen bestmöglich auf diese Änderungen vorbereiten", sagt Kassai.

"Dazu gehören auch die neuen Public Announcements. Auf diesem Niveau geht es nicht mehr um die Grundlagen der Spielregeln, sondern darum, neue Vorgaben konsequent und einheitlich umzusetzen."

WM nicht mit einer Liga vergleichbar

Bei der WM fanden die neuen Regeln erstmals Anwendung. Diese sorgten zum Teil für Diskussionen, so wie die meist großzügige Auslegung der Unparteiischen, wenn die Gangart des Spiels härter wurde.

Kassai dazu: "Als ehemaliger WM-Schiedsrichter kann ich sagen, dass das Turnier nicht mit einer Liga vergleichbar ist. Entscheidend ist, nach welchen Richtlinien gearbeitet wird. Von außen kennen wir diese Vorgaben der FIFA nicht im Detail, zudem gibt es zwischen einer WM, einer EM und den einzelnen Verbänden unterschiedliche Interpretationen."

In Österreich wolle man jedenfalls den UEFA-Guidelines folgen. "Im Mittelpunkt stehen der Schutz der Spieler:innen, das Image des Spiels und der konsequente Umgang mit Unsportlichkeiten", sagt Kassai.

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