Österreich Österreich AUT
Tunesien Tunesien TUN
Endstand
1:0
0:0 , 1:0
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Warum Rangnick fast froh über Laimers Ausschluss war

Österreich musste knapp zwei Drittel des letzten Testspiels vor der WM in Unterzahl bestreiten - und siegte dennoch. Die positiven Lehren, die Rangnick zieht:

Warum Rangnick fast froh über Laimers Ausschluss war Foto: © GEPA

Schlussendlich war es eine gelungene WM-Generalprobe.

Obwohl das ÖFB-Team im finalen Testspiel vor der Endrunde 45 Minuten lang keine gute Figur abgab, kann es nach dem 1:0 über Tunesien (Spielbericht>>>) mit einem Erfolgserlebnis und entsprechend viel Selbstvertrauen in den Flieger über den Atlantik einsteigen.

"Das war ein anderer Test, als wir erwartet haben", gibt Nicolas Seiwald danach zu. Entscheidender Nachsatz: "Aber es war ein guter Test."

Und das aus gleich mehrerlei Gründen.

Ähnlichkeiten zu Jordanien, aber auch zu Algerien

Teamchef Ralf Rangnick wählte Tunesien als Testgegner deshalb aus, weil er von den "Adlern von Karthago" eine ähnliche Spielanlage wie bei Auftaktgegner Jordanien erwartete.

Auch mit dem letzten Gruppengegner, Algerien, seien die Nordafrikaner "ein Stück weit vergleichbar".

"Sie haben technisch gute Spieler und waren taktisch sehr diszipliniert. Ich habe heute gelesen, dass Tunesien als das Italien Afrikas gilt - nur mit dem Unterschied, dass Tunesien bei der WM ist und Italien nicht", zwinkert Rangnick. "Wir haben uns diesen Gegner bewusst ausgesucht, um entsprechend gefordert zu werden."

Nicht so gespielt, wie man es normalerweise kann

Gegen die erwartetet tiefstehenden Tunesier wies das ÖFB-Team zu Beginn viel Ballbesitz, aber wenige Kreativmomente auf. Im Gegenzug ließ man die ein oder andere "konterähnliche Situation" zu, wie es Rangnick ausdrückt.

Gleich drei Mal musste das Aluminium für Österreich in Durchgang eins retten.

"In der ersten Halbzeit haben wir es nicht so gespielt, wie wir es normalerweise können. Vor allem das Passspiel im letzten Drittel war nicht sauber genug, wir haben manchmal die falschen Entscheidungen getroffen", analysiert Rangnick.

Rangnick über Laimer-Rot: "War ganz gut, dass..."

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Konrad Laimer wird im nächsten Freundschaftsspiel Österreichs, nicht aber bei der WM fehlen
Foto: ©GEPA

Und dann gab es auch noch die Rote Karte für Konrad Laimer nach 38 Minuten - die übrigens für die WM keine Auswirkungen haben wird.

"Wenn es streng nach dem Regelwerk geht, kann man dafür vielleicht Rot zeigen", knirscht Rangnick über den Ausschluss gegen den Bayern-Legionär für ein Handspiel als letzter Mann.

Wobei der Deutsche im Endeffekt sogar fast froh darüber war: "Es war ganz gut, dass wir auf so eine Probe gestellt worden sind. Das kann bei der WM ja auch mal passieren, dass du so eine Rote Karte kriegst."

War sich Tunesien zu sicher?

Trotz - oder womöglich sogar wegen - der Unterzahl habe Österreich gezeigt, "dass wir in der Lage sind, so einen technisch starken Gegner wie Tunesien zu dominieren", so Rangnick.

Die Gäste hätten nach dem Ausschluss in der Pausenbesprechung womöglich gedacht: "Jetzt sind wir einer mehr, technisch sind wir eh gut, jetzt spielen wir sie halt ein bisschen aus", mutmaßt der 67-Jährige.

Tatsächlich kam es aber ganz anders: "Da haben unsere Jungs halt nicht mitgemacht. Das lag auch ein Stück weit an unserer Spielweise. Ich habe den Jungs in der Pause gesagt: 'Lasst uns ein bisschen weiter hinten attackieren, eher im Mittelfeldpressing, und trotzdem unsere Chancen nach vorne suchen.'"

"Das spricht für den Charakter der Mannschaft"

Gesagt, getan: Das ÖFB-Team ließ über den gesamten zweiten Durchgang kaum mehr etwas zu und fand trotz numerischer Unterlegenheit mehrere Torchancen vor, von denen Marcel Sabitzer eine zum Goldtreffer nutzen konnte.

"Das spricht für den Charakter der Mannschaft, wir haben uns nicht verunsichern lassen", zieht der zu diesem Zeitpunkt schon ausgewechselte Philipp Lienhart den Hut vor seinen Teamkollegen.

Rangnick sagt: "Die erste Halbzeit war nicht so gut, dafür die zweite umso besser. Das war ein richtig guter Test, was Dagegenhalten, was Resilienz angeht."

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