Lindner klare Nummer eins? Foda zögert weiter

 

Um es vorweg zu nehmen: Auch nach dem 2:0-Sieg gegen Schweden samt zweier Glanzparaden von Heinz Lindner weigerte sich ÖFB-Teamchef Franco Foda, den Grasshoppers-Legionär zur offiziellen Nummer eins zu befördern.

So bleibt der Oberösterreicher weiterhin "nur" die gefühlte Nummer eins.

Ob es spätestens nach dieser Leistung nicht fällig sei, als Stammtormann deklariert zu werden? "Das wirst du von mir nicht hören", schmunzelt Lindner, "ich bleibe bei der Antwort, die ich bereits vor dem Spiel schon gegeben habe."

Die kann der 28-Jährige inzwischen im Prinzip schon auswendig runterbeten.

Zeigt Fodas Strategie Wirkung?

Das klingt dann so: "Grundsätzlich bin ich froh, dass mir der Trainer das Vertrauen geschenkt hat. Ich habe versucht, das zurückzubezahlen. Ich glaube, das ist mir wieder gut gelungen. Ich habe mir wieder nichts zu Schulden kommen lassen und habe ein gutes Spiel abgeliefert. Aber auch wenn der Trainer irgendjemanden als klare Nummer eins deklarieren würde, würde sich für mich nichts ändern, weil ich weiter an meinen Weg glaube, weiter meinen Weg gehe und weiter versuche, das geschenkte Vertrauen mit guten Leistungen zurückzuzahlen."

Irgendwie ist es verständlich, dass Lindner keine öffentlichen Ansprüche anmeldet. So lange er spielt, gibt es ohnehin keinen Grund dazu. Und irgendwie könnte man auch auf die Idee kommen, dass Fodas Strategie, seinen Goalie bezüglich klarer Nummer eins ein wenig zappeln zu lassen, ihre Wirkung nicht verfehlt.

Gegen Schweden hatte der nunmehr 20-fache Nationalspieler wenig zu tun. In beiden Szenen, in denen er bei Weitschüssen eingreifen musste, bewahrte er das ÖFB-Team jedoch vor einem womöglich ungünstigeren Spielverlauf - erst verhinderte er das 0:1, dann das 1:1.

Foda will nicht jedes Mal über Nummer eins diskutieren

"Ich muss jetzt nicht jedes Mal darüber diskutieren, wer Nummer eins ist und wer nicht. Auch zu meinen Torleuten habe ich absolutes Vertrauen und Heinz hat in meinen Länderspielen, seit ich Teamchef bin, bis jetzt einen guten Eindruck hinterlassen. Insofern gab es bis jetzt keinen Grund, in diese Richtung etwas zu verändern."

Franco Foda

Vor allem die Parade beim Hammer von Marcus Rohden kurz nach der Pause hatte es in sich: "Ich habe gesehen, dass der Ball immer länger und länger wird und habe versucht, noch einen Sidestep zu machen, dann abzuspringen und den Ball noch irgendwie zu erreichen. Dadurch, dass der Ball so lange geworden ist, habe ich ihn nicht richtig lenken können, sondern er ist mir nach vorne weg gesprungen. Aber ich bin froh, dass ich überhaupt noch rangekommen bin und so der Mannschaft helfen konnte."

Was ging eigentlich Foda bei dieser Szene durch den Kopf? "Erst habe ich überlegt, ob er ihn nicht festhalten hätte können", scherzte der Deutsche, um danach Lindner zwar als Torhüter für das Bosnien-Spiel zu bestätigen, ihm jedoch - eh schon wissen - die Beförderung zur klaren Nummer eins zu verweigern:

"Ich muss jetzt nicht jedes Mal darüber diskutieren, wer Nummer eins ist und wer nicht. Auch zu meinen Torleuten habe ich absolutes Vertrauen und Heinz hat in meinen Länderspielen, seit ich Teamchef bin, bis jetzt einen guten Eindruck hinterlassen. Insofern gab es bis jetzt keinen Grund, in diese Richtung etwas zu verändern. Aber wir haben gute Torleute. Strebinger und Stankovic haben bei ihren Vereinen gut gehalten, zudem haben wir auch noch Siebenhandl. Insofern haben wir schon eine ganz gute Auswahl."

Strebinger oder Stankovic? Foda würde keine Sekunde zögern

Der Teamchef bestätigte, dass er vor dem Spiel überlegt habe, entweder Rapid-Tormann Richard Strebinger oder Salzburg-Schlussmann Cican Stankovic zu ihrem Länderspiel-Debüt zu verhelfen. Letztlich bevorzugte er jedoch, sechs Feldspieler zu wechseln.

Im Notfall würde er jedoch keine Sekunde zögern, einem der beiden Debütanten auch beim Pflichtspiel in Bosnien-Herzegowina das Vertrauen zu schenken: "Das wäre kein Problem! Strebinger und Stankovic spielen international - Champions-League-Quali, Europa League. Ich glaube, das ist hoch genug. Also welches Problem sollte es da geben? Sollte etwas passieren, wird einer der beiden spielen. Ich gehe aber davon aus, dass Heinz weiterhin fit ist."

Lindner hofft tendenziell, dass er auch in Zenica eine derart effektive Unterstützung seiner Vorderleute genießen wird. Zumindest weiß er, dass er sich bei seinen Vorderleuten bedanken darf, dass er gegen Schweden abseits seiner beiden Glanzparaden wenig Arbeit hatte:

"Es ist ein Zeichen, dass nicht nur unsere Verteidigung, sondern wirklich die komplette Mannschaft, kompakt spielt, gut gegen den Ball arbeitet, jeder für den anderen Meter läuft und die Gegner wenig Möglichkeiten haben, sich Chancen herauszuarbeiten. Das war nicht nur in diesem Spiel so. Mit Ausnahme Brasilien hatten wir sehr wenig zu tun. Und falls es doch einmal zu Chancen kommt, steht hinten ja noch ein Torhüter, der vielleicht mal den einen oder anderen halten kann."

Emotionale Rückkehr in die Generali-Arena

Dass er für seine Performance von den Fans an alter Wirkungsstätte mit "Heinzi-Lindner"-Sprechchören gefeiert wurde, freute den Keeper natürlich ungemein. Die "Heimkehr" des Ex-Austrianers war jedenfalls eine emotionale:

"Ich habe bereits vor dem Spiel angesprochen, dass es ein besonderes Spiel für mich werden wird. Nach dem Spiel bin ich derselben Meinung. Es war ein tolles und emotionales Spiel für mich. Ich bin natürlich dankbar, dass mich die Austria-Fans hinter dem Tor noch verabschiedet haben. Das wird mir sicherlich in Erinnerung bleiben."

Die neue Generali-Arena bekam Lindner erstmals zu Gesicht. "Wunderschön! Ein Schmuckkästchen. Es ist ein Aushängeschild für den österreichischen Fußball, so ein wunderschönes Stadion zu haben", zeigt er sicht begeistert.


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Textquelle: © LAOLA1.at

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