Generali-Arena: "Heimkehr" der Ex-Austrianer

 

Das ÖFB-Nationalteam gastiert in der neuen Generali-Arena.

In der Theorie ist es eine gute Idee, für einen Test wie gegen Schweden (ab 20:45 Uhr im LIVE-Ticker) in ein modernes Stadion dieser Größe zu gehen. In der Praxis kann man allerdings nicht behaupten, dass diese Premiere friktionsfrei vonstatten geht - zumindest im Vorfeld.

Die Austria-Fans protestieren gegen das Gastspiel des ÖFB, beim Fußball-Bund zeigt man sich ein wenig überrascht und lässt weitere Länderspiele in Wien-Favoriten offen. Der Vorverkauf lief eher schleppend - am Mittwoch waren erst 11.000 der rund 14.500 Tickets abgesetzt.

Bei aller Skepsis vor diesem "Experiment": Mancherorts herrscht auch Vorfreude auf den Austragungsort dieser Partie - zum Beispiel bei den Ex-Austrianern David Alaba, Aleksandar Dragovic und Heinz Lindner.

Für Alaba hat dort viel begonnen

Genau wir Andreas Ulmer wurde das Trio in der Austria-Akademie ausgebildet und kehrt somit an die alte Wirkungsstätte zurück.

Alaba als Austrianer gemeinsam mit Christoph Knasmüllner
Foto: © GEPA

Am längsten kein Veilchen mehr ist Alaba. Über zehn Jahre ist sein Abschied in Richtung FC Bayern München inzwischen her. Im April 2008 setzte ihn Trainer Didi Constantini beim Auswärtsspiel in Altach sogar einmal auf die Bundesliga-Bank - im Alter von 15 Jahren.

Im Horr-Stadion, wie die Arena am Verteilerkreis damals hieß, kickte er 2007/08 in der zweiten Leistungsstufe für die Austria Amateure in Heimspielen gegen die RB Juniors (mit Stefan Ilsanker), Gratkorn und den FC Kärnten (mit Guido Burgstaller), ehe er seine fußballerische Weltkarriere hinlegte.

"Ich habe mit den Amateuren dort gespielt, deshalb ist diese Rückkehr etwas Besonderes für mich. Ich freue mich schon sehr, wieder in der Generali-Arena auflaufen zu dürfen. Ich habe natürlich meine Erinnerungen und Momente", erklärt der mittlerweile 26-Jährige.

Nachsatz: "Irgendwo hat dort sehr viel begonnen."

Bundesliga-Diskussionen in der Bayern-Kabine

Der Gedanke, die Karriere vielleicht dort zu beenden, wo alles begonnen hat, kostet ihn einen Schmunzler: "Okay, ich bin jetzt ein bisschen älter geworden, aber da habe ich schon noch Zeit. Darüber mache ich mir noch keine Gedanken."

Kontakte zu aktuellen Spielern oder Funktionären der Austria pflegt Alaba eher weniger, die Verbundenheit zu seiner Heimatstadt ist jedoch auch nach einem Jahrzehnt in München umso größer - eine Rückkehr nach der Karriere nicht ausgeschlossen: "Ich bin in Wien geboren und aufgewachsen und sicherlich auch noch hier zu Hause. Was in zehn Jahren sein wird, ist schwierig zu sagen."

Ganz aus den Augen verloren hat der ÖFB-Kapitän des Schweden-Spiels den FAK natürlich noch nicht, auch weil die österreichische Bundesliga in der Kabine des FC Bayern ein größeres Thema ist, als man vielleicht glauben mag: "Unser Trainer Niko Kovac hat in der Bundesliga gespielt. Unser Co-Trainer Peter Hermann verfolgt die Liga wirklich intensiv. Da haben wir schon unsere Diskussionen."

Die umgebaute Generali-Arena bekommt Alaba erst mit der Fahrt zum Stadion am Matchtag erstmals zu Gesicht, womit es ihm nicht anders geht als Dragovic und Lindner.

Dragovic freut sich auf Muhr

Dragovic mit 17 im Sommer 2008, ein Jahr später war er bereits Nationalspieler
Foto: © GEPA

Dragovic verließ die Austria im Jänner 2011 in Richtung FC Basel, davor war er quasi ein Leben lang ein Veilchen: "Ich habe meinen ganzen Nachwuchs von der U7 bis zur Kampfmannschaft bei der Austria verbracht. Die Austria bleibt immer in meinem Herzen und ich freue mich natürlich, das neue Stadion zu sehen. Bis jetzt kenne ich es nur aus dem Fernsehen. Im TV schaut es gut aus, jetzt hoffe ich, dass es auch live gut ausschaut."

Seine Rückkehr zur Austria kündigt der Leverkusen-Legionär augenzwinkernd für in acht Jahren an, mit 35. Wie sein Ex-Verein abschneidet, verfolgt der Innenverteidiger natürlich, derzeit halten sich die Kontakte zu Spielern oder Trainern jedoch in Grenzen.

Dennoch hofft er, ein paar bekannte Gesichter zu sehen: "Es gibt viele, über die ich mich freue. Ralf Muhr war früher mein Nachwuchs-Chef, jetzt hat er eine neue Position in der Kampfmannschaft. Ich würde mich freuen, wenn ich ihn sehen würde."

2009 krönte sich Dragovic mit der Austria zum ÖFB-Cupsieger, Meistertitel folgten erst im Ausland - insgesamt deren fünf (drei Mal mit Basel, zwei Mal mit Dynamo Kiew). Einen Meistertitel in Violett kann dafür Lindner vorweisen.

Lindner: "In der Vergangenheit sehr viel richtig gemacht"

2013 gelang es der Austria als bislang letztem Bundesligisten, Serienmeister Red Bull Salzburg zu stoppen. Ein Coup, der in den Erinnerungen des ÖFB-Goalies naturgemäß einen Ehrenplatz einnimmt:

Lindner bei der Meisterfeier 2013
Foto: © GEPA

"Ich habe durchwegs positive Erinnerungen an dieses Stadion und die Austria-Zeit generell. Wir sind Meister geworden, hatten dort die Meisterfeier, haben uns später für die Champions League qualifiziert. Ich bin glücklich, wieder nach Favoriten zurückzukehren - speziell mit dem neuen Stadion, das wirklich wunderschön ist. Ich freue mich einfach, wieder dort aufzulaufen."

Mit 15 übersiedelte der Oberösterreicher aus der Linzer Akademie kommend nach Favoriten, wo er die traditionell gute Torhüter-Ausbildung genoss. In der Akademie sei jedoch generell gut gearbeitet worden:

"Mit David, Drago, Andreas Ulmer und mir sind es vier aktuelle Nationalspieler, die ihre Wurzeln in der Austria-Akademie haben. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Austria in der Vergangenheit sehr viel richtig gemacht hat, speziell in der Jugendarbeit."

Jenen Fans, die kommen, einen Sieg schenken

Vor drei Jahren verließ Lindner die Austria in Richtung Eintracht Frankfurt, inzwischen ist er Stamm-Goalie bei Grasshoppers Zürich. Auch wenn sein Abschied noch nicht so lange her ist wie jene von Alaba und Dragovic, sind die Kontakte zum Verteilerkreis nicht mehr so intensiv.

Dies hat jedoch einen logischen Grund. "Seither hat es bei der Austria diverse Umbrüche gegeben", betont Lindner, "es sind nicht mehr viele Spieler dort, mit denen ich zusammengspielt habe. Alexander Grünwald ist noch dort, auch Patrick Pentz. Der Austausch ist nicht mehr so intensiv, aber ich verfolge die Austria natürlich ununterbrochen."

Nach dem Kräftemessen mit Schweden werde es sicher die Gelegenheit geben, mit dem einen oder anderen bekannten Gesicht von früher zu plaudern. In den 90 Minuten davor hofft der Tormann auf zahlreiche Unterstützung der Fans.

Zum Umstand, dass zahlreiche Austria-Fans gegen das Länderspiel in der Generali-Arena sind, meint Lindner: "Es gibt natürlich diverse Fan-Gruppierungen, denen das Spiel ein Dorn im Auge ist. Das ist jedoch nicht generell unser Problem. Wir versuchen jenen Fans, die ins Stadion kommen, um uns tatkräftig zu unterstützen, ein gutes Spiel zu zeigen und einen Sieg zu schenken."

Textquelle: © LAOLA1.at

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