Spieler | JOR | ARG | Gesamt |
Sabitzer | 90 | 90 | 180 |
Schmid | 83 | 78 | 161 |
Wanner | 31 | 68 | 99 |
Gregoritsch | 0 | 85 | 85 |
Arnautovic | 44 | 22 | 66 |
Kalajdzic | 46 | 0 | 46 |
Chukwuemeka | 31 | 5 | 36 |
Wimmer | 7 | 12 | 19 |
MARKO ARNAUTOVIC
Der Altstar hat sein WM-Tor bereits in der Tasche. Seine bisherigen Auftritte bei der Endrunde sind klar durch die Rolle als Strafraum-Finisher geprägt.
Arnautovic ist praktisch überhaupt nicht ins Spiel mit dem Ball eingebunden: In 66 Minuten bot er sich lediglich 15 Mal für ein Zuspiel an und erhielt davon nur drei.
Eindimensionales Bewegungsprofil
Auffällig ist sein sehr eindimensionales Bewegungsprofil. Er bietet sich kaum zwischen den Linien an, sondern sucht überwiegend die Tiefe oder kommt situativ entgegen (0 Zwischenlinien-Läufe, 7 Tiefenläufe, 5 Entgegenbewegungen).
Eine verbindende Rolle im Offensivspiel nimmt er damit nicht ein. Gegen Argentinien hatte er in 22 Minuten lediglich zwei Ballkontakte.
Kein Einfluss auf Progression
Zudem fehlt ihm jeglicher Einfluss auf die Progression des Spiels. Arnautovic verzeichnet weder Line Breaks noch Ball Progressions oder Dribblings und trägt damit nichts zur Raumüberwindung bei.
Seine Laufleistung wirkt auf den ersten Blick solide, ist jedoch wenig intensiv. Er läuft viel, aber selten mit hoher Geschwindigkeit oder Explosivität.
Entsprechend bleibt auch seine Pressingintensität gering (496 m Sprintdistanz, 38 Sprints, 23 indirekte Pressings, nur 1,4 direkte Pressings - alle Zahlen pro 90 Minuten).
MICHAEL GREGORITSCH
Seine Aufgabe gegen Argentinien bestand in erster Linie darin, das Pressing auszulösen - und das tat er mit Bravour.
Rund 50 indirekte Pressingaktionen pro 90 Minuten sind ein klarer Topwert und unterstreichen seine hohe Aktivität gegen den Ball.
Geöffnete Räume, nur ein Abschluss
Auch mit seinen Tiefenläufen erfüllte er eine wichtige taktische Funktion, indem er Räume für seine Mitspieler öffnete (11 Tiefenläufe, insgesamt 20 Offers, aber nur 4 Receptions). Allerdings blieb er selbst nur selten in Abschlusspositionen oder wurde überhaupt ins Spiel eingebunden.
Ein einziger Abschluss - ein Kopfball nach Flanke neben das Tor - ist für einen Mittelstürmer entsprechend wenig.
Vor allem gegen den Ball wertvoll
Am Ball bleibt sein Einfluss gering: Trotz vieler Bewegungen kommt er kaum zu Aktionen, weder in der Progression noch im Kombinationsspiel (4 Line Breaks, 2 erfolgreich | 0 Ball Progressions).
In Summe ergibt sich das Profil eines extrem arbeitsintensiven Zielspielers, der vor allem gegen den Ball und in der Raumöffnung wertvoll ist, bislang aber nur begrenzten direkten Impact im Ballbesitz entwickelt.
SASA KALAJDZIC
Kalajdzic hat in den 45 Minuten gegen Jordanien richtig geackert. Sowohl die Anzahl der Sprints als auch die zurückgelegte Sprintdistanz sind für einen Stürmer seines Profils außergewöhnlich hoch (59 Sprints, 828 m Sprintdistanz - alle Zahlen pro 90 Minuten).
Das erklärt auch, warum er der Intensität bereits gegen Ende der ersten Hälfte Tribut zollen musste.
Im Pressing zeigte er sich aktiv, dazu kamen viele Läufe in die Tiefe. Dennoch wurde er nur selten angespielt und blieb insgesamt wenig ins Offensivspiel eingebunden (5 Tiefenläufe, insgesamt 13 Offers bei nur 3 Receptions).
Dynamischer als er wirkt
Auffällig ist, dass Kalajdzic deutlich dynamischer agiert, als es seine Statur vermuten lässt. Seine Qualitäten gegen den Ball und in der Raumöffnung kamen klar zum Tragen, während er seine Stärken am Ball bisher kaum einbringen konnte (2 Line Breaks, 1 erfolgreich | 0 Ball Progressions).
In Summe zeigt sich das Profil eines vertikal arbeitenden Zielspielers mit überraschend hoher Laufintensität, der dem Spiel Tiefe gibt, aktuell aber noch wenig direkten Einfluss im Ballbesitz entfaltet.
Laufleistung der Spieler
Distanz (in Metern) pro 90min
Chukwuemeka (14.960)
Wanner (11.593)
Kalajdzic (10.835)
Arnautovic (10.733)
Sabitzer (10.369)
Schmid (10.155)
Gregoritsch (8.667)
Sprintdistanz (in Metern) pro 90min
Wimmer (2.468)
Chukwuemeka (1.425)
Sabitzer (928)
Schmid (857)
Kalajdzic (828)
Wanner (601)
Gregoritsch (548)
Arnautovic (496)
Sprints pro 90min
Wimmer (109)
Chukwuemeka (70)
Sabitzer (60)
Kalajdzic (59)
Schmid (51)
Wanner (42)
Arnautovic (38)
Gregoritsch (35)
MARCEL SABITZER
In praktisch jeder relevanten Statistik zeigt sich, warum Marcel Sabitzer DER Schlüsselspieler in der ÖFB-Offensive ist.
Der Steirer erreicht sowohl bei der Gesamtdistanz als auch bei der Intensität Spitzenwerte und verbindet diese physische Präsenz mit enormer Spielwirkung (10.369 m, 928 m Sprintdistanz, 60 Sprints - alle Zahlen pro 90 Minuten).
Raumgewinne auf viele Weisen
Mit dem Ball liefert er ein außergewöhnlich breites Progressionspaket: vertikale Pässe, Spielverlagerungen und eigene Ballvorträge sorgen konstant für Raumgewinn (32 Line Breaks, 20 erfolgreich | 5 Ball Progressions | 25 Pass-Line-Breaks).
Zudem ist der BVB-Legionär der aktivste Flankengeber der österreichischen Offensive bei diesem Turnier (4 Flanken im Spiel gegen Argentinien - Höchstwert im Team).
Starke Pressingzahlen
Auch gegen den Ball prägt er das Spiel. In seinen Länderspielen Nummer 99 und 100 zeigte sich einmal mehr, dass intensives Pressing Teil seiner DNA ist: Sabitzer läuft Gegner nicht nur aggressiv an, sondern kommt auch zu Ballgewinnen und lenkt Pressingphasen aktiv (7 direkte Pressings, 24,5 indirekte Pressings, 16,0 Pushing-into-Pressing, 2 Ballgewinne, 3 Interceptions - alle Zahlen pro 90 Minuten).
Sabitzer vereint damit als einziger Spieler der Offensive hohe Intensität, Spielgestaltung, Vertikalität und Abschlussgefahr (4 Abschlüsse in zwei Spielen, davon 3 gegen Argentinien).
ROMANO SCHMID
Der Schütze des ersten österreichischen Tors bei dieser WM ist jener Mann, der sich am besten zwischen den Linien bewegt.
Schmid kommt auf 36 Bewegungen in diesen Räumen - Bestwert unter den Offensivspielern - und bietet sich insgesamt so häufig wie kein anderer an (47,5 Offers pro 90 Minuten).
Kaum Zuspiele
Während Schmid seine Stärke im Dribbling bisher kaum zur Geltung bringen konnte (2 Ball Progressions, 2 Take-Ons), liegt seine größte Qualität im Finden und Besetzen von Räumen.
Zwischen den Linien ist er permanent anspielbar, wird von seinen Mitspielern aber nur selten gefunden (nur 18 Receptions bei 85 Offers).
Viel und schnell unterwegs
Seine Laufwerte zählen zu den besten aller Offensivspieler - sowohl was Distanz als auch Intensität betrifft (10.155 m, 857 m Sprintdistanz pro 90 Minuten).
Dabei bewegt er sich weniger in die Tiefe als Sabitzer, sondern vor allem intelligent zwischen den Linien und horizontal durch die Halbräume.
Starke Antizipation
Auch im Gegenpressing hat Schmid bei dieser WM mehrfach aufgezeigt. Besonders seine Antizipation sticht heraus (7 Interceptions - Höchstwert unter den Offensivspielern, dazu 32,4 indirekte Pressings pro 90 Minuten).
Der Steirer ist damit der zentrale Raumfinder in der ÖFB-Offensive. Kaum ein Spieler bewegt sich so konstant in anspielbare Zonen - allerdings wird er dort noch zu selten effektiv eingebunden, wodurch sein Einfluss auf das Offensivspiel unter seinen Möglichkeiten bleibt.
Spieler | Pressingaktionen |
|---|---|
Carney Chukwuemeka | 150 |
Michael Gregoritsch | 135,5 |
Patrick Wimmer | 127,9 |
Paul Wanner | 94,5 |
Romano Schmid | 92,8 |
Marcel Sabitzer | 64 |
Sasa Kalajdzic | 60,7 |
Marko Arnautovic | 50,5 |
PAUL WANNER
Der jüngste Spieler im ÖFB-Kader hat sich mit einer starken Vorstellung als Einwechselspieler gegen Jordanien seinen Startelf-Platz gegen Argentinien verdient.
Dort kam er zum ersten Mal in seiner noch jungen ÖFB-Karriere als Zehner zum Einsatz.
Dribblings und gute Pässe
Ihn zeichnet seine starke Kombination aus Dribbling und Passprogression aus. Wanner kommt auf auffällig viele Ballvorträge und Durchbrüche mit dem Ball (9 Ball Progressions, 9 Take-Ons) und gehört damit zu den aktivsten Spielern in dieser Disziplin.
Wanner ist viel unterwegs und oft anspielbar (64 Offers, 21 Receptions). Besonders häufig bewegt er sich zwischen den Linien und in entgegenkommenden Bewegungen (28 In-Between-Läufe, 21 In-Front-Angebote).
Viel unterwegs, aber geringe Sprintintensität
In Sachen Top-Speed und Tiefenläufe ist aber (noch) wenig zu sehen (Top Speed 28,1 km/h, nur 11 Tiefenläufe). Seine Dynamik zeigt sich eher über konstante Bewegung und Ballaktionen als über explosive Tiefensprints.
Seine Laufwerte sind dennoch auffällig hoch, vor allem in der Gesamtdistanz und bei intensiven Läufen (11.593 m und 155 intensive Läufe pro 90 Minuten), wenngleich die echte Sprintintensität unter den Spitzenwerten im Team liegt (42 Sprints, 601 m Sprintdistanz pro 90 Minuten).
Wanner überzeugt damit als moderner Allround-Verbindungsspieler, der das Spiel mit Ball vorantreibt und sich konstant als Anspielstation anbietet, aktuell aber noch weniger über Tiefe und Explosivität kommt.
CARNEY CHUKWUEMEKA
Gerade einmal 36 Spielminuten hat der Dortmund-Kicker in den Beinen.
In seiner Rolle als Joker hat Chukwuemeka aber bereits unter Beweis gestellt, was er dem ÖFB-Team geben kann.
Ordentlich umgerührt
Er hat bei seinen Kurzauftritten ordentlich umgerührt, war extrem viel unterwegs und hat sehr viele Sprints angezogen (70 Sprints, 1.425 m Sprintdistanz pro 90 Minuten). Ohne Ball hat er versucht, ständig anspielbar zu sein (72,5 Offers und 22,5 Receptions pro 90 MInuten).
Auch mit Ball zeigte er starke Ansätze, vor allem in der Eigenprogression (6 Line Breaks in 36 Minuten, 6 Ball Progressions, 5 Take-Ons).
Vorsicht bei seinen Zahlen
Im Spiel gegen den Ball lässt sich nach zwei Kurzeinsätzen wenig Substanzielles feststellen, wenngleich starke Ansätze erkennbar sind (67,5 indirekte Pressings pro 90 Minuten).
Chukwuemeka kann ein Impact-Spieler sein. Allerdings sind alle Zahlen aufgrund der wenigen Spielminuten mit Vorsicht zu genießen.
PATRICK WIMMER
Ähnlich wie bei Chukwuemeka verhält es sich auch bei Wimmer, der überhaupt erst 19 WM-Minuten in den Beinen hat.
Diese hat er aber genutzt, um sich für mehr Spielzeit zu empfehlen.
Schnell und viele Linien-Durchbrüche
Wimmer war praktisch ständig anspielbar (80,5 Offers, 18,9 Receptions pro 90 Minuten) und hat am Ball dann auch tatsächlich großen Erfolg in Sachen Linien-Durchbrüche (4 Line Breaks, alle erfolgreich).
Dass er pfeilschnell ist, ist keine Neuigkeit, die Anzahl seiner Sprints in kurzer Zeit ist beeindruckend (23 Sprints, Höchstgeschwindigkeit 31,5 km/h).
Vertikaler als Schmid
Der Niederösterreicher kann dem ÖFB-Team durch seine Spielweise viel Energie geben.
Er ist wesentlich vertikaler unterwegs als sein Hauptkonkurrent Schmid (6 Tiefenläufe bei nur 19 Minuten Einsatzzeit).