Thierno Ballo wechselt zu Chelsea - Die Details

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Seit Thierno Ballo vor eineinhalb Jahren als 14-Jähriger für das U17-Nationalteam des ÖFB debütiert hat, gilt er als eines der größten Talente des Landes.

Am 2. Jänner 2018 hat der Offensivspieler seinen 16. Geburtstag gefeiert und geht nun den nächsten Schritt in seiner Karriere. Der in Linz aufgewachsene Youngster hat beim FC Chelsea einen Vierjahres-Vertrag unterschrieben.

Eine Woche lang befindet sich Ballo nun mit der ÖFB-U17 auf Trainingslager in Spanien, am 10. Jänner steigt ein Testspiel gegen die Altersgenossen aus Deutschland. "Sobald er zurück ist, geht es nach London, es ist bereits alles geregelt", sagt Peter Huemerlehner, Ziehvater und gleichzeitig Berater des Talents.

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Der 16-Jährige, dessen Mutter aus Guinea und dessen Vater von der Elfenbeinküste stammt, hatte die Qual der Wahl. Praktisch kein Top-Klub, der sich nicht um ihn bemüht hätte. Real Madrid, Paris St. Germain, Manchester City, Manchester United, Bayern München, Borussia Dortmund, AC Milan und Juventus Turin wollten ihn haben.

"Chelsea hat den besten Eindruck hinterlassen"

"Wir haben ein paar Vereine in die engere Auswahl genommen und uns dann nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Trainingsarbeit genau angesehen. Da hat Chelsea den besten Eindruck hinterlassen", sagt Huemerlehner. Nachsatz: "Das Thema Individualisierung ist im Ausbildungsprozess fest verankert. Dort wird sehr innovativ mit einem irrsinnigen Knowhow gearbeitet."

Der Oberösterreicher gibt ein Beispiel: "Der Spieler hat einen Account, loggt sich ein und hat zwei Stunden nach dem Spiel schon die Szenen geschnitten und kann sich das ansehen."

"Er muss nicht in den nächsten drei, vier Jahren den Sprung in die erste Mannschaft machen"

Der ÖFB-Nachwuchsteamspieler ist im Sommer 2016 von Bayer Leverkusen zu Viktoria Köln gewechselt, jetzt folgt der große Sprung auf die Insel. Huemerlehner will die Bäume nicht in den Himmel wachsen lassen, setzt realistische Ziele: "Es wäre auch ein längerer Vertrag möglich gewesen, aber das ist Unsinn. Er soll vier Jahre lang eine ordentliche Ausbildung genießen, im Youth-Team die nächsten zwei, drei Jahre auf höchstem Niveau spielen. Er muss nicht in den nächsten drei, vier Jahren den Sprung in die erste Mannschaft machen, sondern soll im Youth-Team zum Leistungsträger heranwachsen."

In der U18 und im Team für die UEFA Youth League hat Ballo bereits mittrainiert und auch Freundschaftsspiele bestritten. "Er hat sich dort gut verkauft, ist aber weit entfernt, ein Leistungsträger zu sein. Er spielt ordentlich mit, ist aber vom Alter her zwei, drei Jahre hinten nach", so Huemerlehner, der Ballo einst als Erziehungsberechtigter mit nach Deutschland genommen hat (Hier die Details zum Werdegang Ballos).

"Sie sehen ihn auf der Neun"

Ganz trennen sich die Wege trotz des Wechsels nach London nicht. "Er kommt alle zwei Wochen für zwei, drei oder vier Tage zurück, vielleicht auch einmal in der Woche für zwei Tage. Wir werden in dieser Zeit intensiv an seinen Stärken und Schwächen arbeiten. Wir wollen ein Gefühl dafür behalten, wie es ihm geht. Er soll selbst bestimmen können, soll selbst an der Stellschraube drehen können, wieviel er sich zumutet. Er soll das Gefühl haben, jederzeit nach Hause kommen zu können."

In der englischen Hauptstadt wird der Teenager bei einer Gastfamilie unweit des Trainingszentrums leben. Auf dem Feld ist er in der Offensive daheim. "Sie sehen ihn primär auf der Neun, aber auch im zentralen Mittelfeld auf der Zehn", sagt Huemerlehner.

Die Gefahr, dass der Youngster abhebe, bestehe nicht: "Bisher haben ihn Pressebberichte und Lob nie beeinflusst. Er ist sehr auf sich selbst fokussiert, was links und rechts geschrieben wird, hat ihn bisher noch nicht so erreicht. Ich denke, dass wird sich nicht so schnell ändern."

Textquelle: © LAOLA1.at

ÖFB-Talent Thierno Ballo - Kein gewöhnlicher Junge

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