WAC-Boss: "Muss nachdenken, in welcher Form es weitergeht"
Dietmar Riegler lässt aufhorchen - und sinniert sogar darüber, beim WAC kürzer zu treten.
Dietmar Riegler wird am Samstag 60 Jahre alt - den runden Geburtstag feiert er nach dem Spiel gegen den GAK (ab 17:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>) mit 90 Minuten Freigetränken für die Fans. Wirklich viel zu feiern gibt es ansonsten aber nicht.
Mit 16 Punkten liegt der Wolfsberger AC auf dem letzten Tabellenplatz, das direkte Duell mit Blau-Weiß Linz ging am Dienstag 0:3 verloren.
WAC taumelt: "Mit so einer Mannschaft, das ist unbegreiflich" >>>
"Mir ist es schon Jahre nicht so schlecht gegangen – ich bin wirklich schockiert", sagt Riegler im Interview mit der "Kronen Zeitung", angesprochen auf die aktuelle Situation.
So wirklich verstehen könne er nicht, wieso man jetzt so tief im Schlamassel stecke - große Kaderveränderungen seien nach dem Cupsieg und dem Fast-Meistertitel im Vorjahr ausgeblieben.
Allerdings: "Was mir abgeht, ist das Miteinander der Truppe – genau das zeichnet andere Teams, die vielleicht etwas weniger individuelle Klasse haben, aus. Die halten zusammen!"
Probleme an mehreren Fronten
Doch der aktuelle Tabellenplatz ist nicht das einzige Problem, mit dem der WAC zu kämpfen hat.
Neben der sportlichen Misere in der Kampfmannschaft fehle es auch an Eigenbauspielern, die man im Nachwuchs entwickle, in Klagenfurt sei die Akademie nicht mehr erwünscht, Förderungen seien massiv eingespart worden.
"Wir mussten bisher 1,2 Millionen Euro vom eigenen Geld dazuzahlen – nun werden es gut 1,5 Millionen sein. Das geht sich momentan alles hinten und vorne nicht aus", so Riegler.
Auch beim Bau von Trainingsplätzen in Wolfsberg würden sich die Behörden querlegen. "Mir geht die Bereitschaft von Stadt und Land ab, mitzuziehen."
Wie schaut Riegler-Zukunft beim WAC aus?
Angesichts dessen lässt Riegler aufhorchen. Was in den letzten 14 Jahren in Wolfsberg passiert sei, sei grandios. Aber: "Als Einzelkämpfer muss man sich schon oft fragen, für was man sich das antut. Meine Stimmung ist getrübt."
Der liebe Gott habe ihn sein Leben lang bei guten Entscheidungen geführt, "vielleicht wäre es dann ein Zeichen, dass man sportlich einen Schritt zurückmacht und ich auch über meine Zukunft nachdenken muss."
Ist ein Abschied von Dietmar Riegler beim WAC also denkbar? "Es kann sein, dass ich mal die Lust verliere – jetzt kommt auch noch der sportliche Verlust dazu", so Riegler.
Den Verein lasse er aber nicht im Stich. "Dietmar Riegler wird es weiterhin geben – aber ich muss nachdenken, wie und in welcher Form es weitergeht."
Unabhängig vom Ausgang der Saison müsse man ein neues Konzept aufstellen. "Von ganz unten im Nachwuchs bis rauf! Und dann schauen wir, ob wir mit der AKA weitermachen oder nicht", so Riegler.
"Dann werden wir nichts holen!"
Bevor es am Samstag Freibier gibt, steht mit dem GAK das nächste wichtige Spiel an.
Mit Neo-Trainer Thomas Silberberger (Riegler: "Er ist genau so, wie ich mir einen Trainer vorstelle. Er ist kein Schönredner, sondern spricht Tacheles!") soll die Wende doch noch gelingen.
Riegler sehe, dass manche Spieler wissen würden, um was es geht. "Bei ein paar anderen verstehe ich es nicht. Ich will nur Leute, die bereit sind, den Kampf anzunehmen, um es zu schaffen!", sagt er.
Das wird es auch brauchen. "Wenn wir so weiterspielen wie in den letzten Wochen, werden wir nichts holen!"