Endstand
3:1
2:1 , 1:0
NEWS

Tor-Debütant Schuster - "Ein Arschtritt tut ihm gut"

Der junge Tiroler ist eine der wenigen Konstanten in einer so inkonstanten Salzburger Saison. Am Mittwoch konnte er erstmals anschreiben.

Tor-Debütant Schuster - "Ein Arschtritt tut ihm gut" Foto: © GEPA

"Endlich!"

Daniel Beichlers Reaktion auf das Premieren-Tor von Jannik Schuster beim 1:1 gegen die Wiener Austria (Spielbericht>>>) kann gleichzeitig als Kritik aufgefasst werden.

"Der Jannik rennt ja selbst schon länger einem Tor nach. Er ist Innenverteidiger, aber er hat eine richtig gute Qualität im Kopfballspiel", lässt der Steirer durchblicken, dass er sich schon das ein oder andere Tor mehr vom jungen Innenverteidiger des FC Red Bull Salzburg gewünscht hätte.

Schuster unter Beichler gesetzt

Das ändert freilich nichts daran, dass Beichler vom Tiroler Abwehrspieler absolut überzeugt ist. Seit seiner Übernahme als "Bullen"-Coach hat Schuster - wenn fit - nur vier Spielminuten verpasst und dadurch unter anderem Zehn-Millionen-Mann Joane Gadou auf die Bank verdrängt.

"Das ist natürlich ein gutes Gefühl. Aber bei uns ist es extrem eng - wenn du am Wochenende keine Leistung bringst, kann es sein, dass man wieder rausfällt. Das ist das Gute am Konkurrenzkampf, dass man immer ans Leistungs-Limit gehen muss", so der Salzburger Matchwinner, der auch abseits von seinem Tor eine starke Leistung abspulte.

Hin und wieder braucht es einen Arschtritt

Um immer ans Leistungs-Limit zu kommen, dürfte es in der Vergangenheit der ein oder anderen Maßnahme seitens Beichler bedurft haben. "Ihm tut es immer wieder gut, einen leichten Arschtritt zu bekommen. Dafür bin ich gerne bereit", grinst der Jungtrainer.

Sein Weg und jener Schusters kreuzten sich schon vor fast fünf Jahren, als Beichler dessen Coach in der Salzburger U16 wurde: "Ich bin sehr kritisch mit ihm, ich kenne den Burschen schon lange."

Gleichzeitig hält der 37-Jährige fest: "Er hat seine Qualität und seinen Wert für die Mannschaft."

Gute Harmonie mit Drexler

test
Mit Tim Drexler und Jannik Schuster in der Innenverteidigung scheint sich Salzburg defensiv zu stabilisieren
Foto: ©GEPA

In einem anderen Zusammenhang spricht Beichler am Mittwoch von "Spielern, die am Platz stehen müssen, damit wir stabile Leistungen zeigen". Schuster ist einer davon.

"Jannik hat gemeinsam mit Tim (Drexler, Anm.) eine Stabilität zurückgewonnen, die gegen Hartberg (2:1, Anm.) und den LASK (2:3, Anm.) nicht da war - das gehört auch zur Wahrheit dazu", so Beichler.

"War extrem überrascht, dass der Ball zu mir durchgekommen ist"

Zur Wahrheit gehört auch, dass Schuster sein Premierentor nicht gerade schwer gemacht wurde.

Nach einer mit viel Schnitt getretenen Ecke von Maurits Kjaergaard kam es im FAK-Strafraum zu einem Missverständnis zwischen Aleksandar Dragovic und Schlussmann Samuel Sahin-Radlinger, der Ball fiel direkt auf Schusters Kopf herunter und von dort ins Tor.

"Ich war extrem überrascht, dass der Ball zu mir durchgekommen ist. Ich habe mir gedacht, der Tormann hat ihn, plötzlich ist er auf meinem Kopf. Ich habe irgendwie versucht, ihn Richtung Tor zu bringen. Das ist ist mir gelungen", strahlt der 19-Jährige.

Stadionsprecher wollte Schuster sein Tor "unterschlagen"

Auch ein kleiner Fauxpas von Salzburg-Stadionsprecher Dietmar Ziesel, der fälschlicherweise zunächst Tim Trummer als Torschütze durchsagte, trübte die Freude freilich nicht.

"In der Halbzeit hat man mir gesagt, Trummer hat das Tor gemacht. Ich habe mir gedacht: 'Was redet ihr?'", lacht Schuster.

Schlussendlich sei er "extrem glücklich", endlich getroffen zu haben. "Ich hoffe, ich kann schnell eins drauflegen."

Kommentare