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Millionenregen! Die Hintergründe zu Ndukwes Transfer

Ifeanyi Ndukwe wechselt im Sommer zum FC Liverpool. Und die Austria kassiert Millionen.

Millionenregen! Die Hintergründe zu Ndukwes Transfer Foto: © ÖFB/Andreas Pichler

Es ist der 6. Oktober 2025. Ifeanyi Ndukwe sitzt am ÖFB-Campus bei einem Interview mit LAOLA1. "Wo siehst du dich in fünf Jahren?", wollen wir wissen. "Als Profi in der Premier League", antwortet der Innenverteidiger. Wo? "Bei Liverpool!", sagt er.

Nur zwölf Wochen später unterschreibt der 17-Jährige tatsächlich einen Vertrag beim englischen Rekordmeister – und spült Millionen in die Kassen der Austria. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer unglaublichen Entwicklung.

Rasanter Aufstieg

Vor einem Jahr kennen nur absolute Insider den 1,98 Meter großen Wiener, Sohn einer Russin und eines Nigerianers, er spielt in der U18 der Wiener Austria.

Im März ziehen ihn die Veilchen zu den Young Violets in die Regionalliga Ost hoch, es folgen der Aufstieg in die ADMIRAL 2. Liga und die ersten Testspiel-Einsätze bei den Profis, unter anderem gegen Hertha BSC.

Im Herbst spielt Ndukwe sieben Mal für die Amateure, ist in der Kampfmannschaft immer wieder im Spieltagskader.

"Es ist bemerkenswert, wie klar er schon im Kopf ist"

Violets-Coach Max Uhlig

"Es ist bemerkenswert, wie klar er schon im Kopf ist. Im letzten Jahr ist extrem viel passiert bei ihm, es ist sehr schnell gegangen. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ihn das belastet oder er glaubt, dass er supertoll ist. Er ist immer der Gleiche, sehr bodenständig", sagt Violets-Coach Max Uhlig Ende Oktober über ihn.

Großes Lob von Arsene Wenger

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Wenger traut ihm eine große Karriere zu
Foto: ©GEPA

Was in den Wochen danach folgt, ist nicht nur eine Sensation, sondern auch ein Katalysator für Ndukwes sowieso schon rasanten Aufstieg: die ÖFB-U17 schafft es in Katar bis ins WM-Finale, der Austrianer ist Leistungsträger und eines der Gesichter des Erfolgs.

Arsene Wenger, Trainer-Ikone und Direktor der FIFA, schwärmt vom 17-Jährigen, ist sich sicher, dass er es in eine Top-5-Liga schafft. Der Franzose sagt, Ndukwe sei einer der besten Verteidiger, die er jemals in dem Alter gesehen habe.

Die Details zur Ablösesumme

Die Austria weiß, welch Talent sie da entwickelt hat. Schon vor der U17-WM lehnt sie eine Offerte aus der deutschen Bundesliga ab – 1,5 Millionen Ablöse wurden geboten.

Auch Liverpool bietet zunächst nicht viel mehr, doch die neue Sportdirektion (Michael Wagner, Robert Urbanek, Manuel Takacs) verhandelt gut.

Die "Reds" bezahlen rund drei Millionen Euro Ablöse, einen ordentlichen Aufschlag kann es dank diverser Boni geben. Zudem hat der FAK eine Weiterverkaufsbeteiligung ausverhandelt.

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Kein U18-Österreicher war teurer als Ndukwe
Foto: ©GEPA

Ndukwe spielt im Frühjahr noch für die Violetten, wechselt im Sommer als 18-Jähriger dann an die Anfield Road. Nur noch allerletzte Formalitäten sind zu klären, der Medizin-Check wurde bereits vor Weihnachten erfolgreich absolviert.

Quantensprung für die Austria

Der Transfer ist ein Quantensprung für die Wiener Austria und ein Ausrufezeichen der neuen Sportdirektion.

Ndukwe ist hinter Omer Damari (im Jänner 2015 für 7 Mio. zu RB Leipzig), Nacer Barazite (im Jänner 2012 für 4,5 Mio. zu Monaco) und Larry Kayode (im Sommer 2017 für 3,8 Mio. zu Man City) der viertteuerste Abgang in der Klub-Historie.

Teuerster U18-Österreicher aller Zeiten

Es sind Dimensionen, die der FAK schlichtweg nicht gewohnt ist. In den vorangegangenen neun (!) Transferzeiten wurden Ablösesummen von gerade einmal etwas mehr als zehn Millionen Euro generiert.

Zudem ist der Abwehrspieler mit Abstand der teuerste U18-Spieler Österreichs. Bisher hielt Robert Gucher den Rekord, der im Februar 2010 um 1,7 Millionen Euro von Frosinone zu Genoa wechselte.

Bei Liverpool ist Ndukwe ab Sommer nach Alexander Manninger und dem so tragisch verstorbenen Besian Idrizaj nicht nur der dritte Österreicher in der Vereins-Geschichte, sondern trifft auch auf sein großes Vorbild Virgil van Dijk.

Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht…

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