"Noch nie erlebt!" Fans feiern Senft mit Sprechchören
Nach dem Sieg gegen Rapid im Hinspiel des Europacup-Playoffs war die Stimmung in Ried ausgezeichnet. Dennoch ist man sich bewusst, dass nichts entschieden ist.
Die SV Ried ist vor dem Final-Rückspiel um den Europacup nicht nur noch im Rennen, sondern sogar in der besseren Ausgangsposition!
Dank des 2:1-Heimsiegs gegen Rapid (zum Spielbericht >>>) ist die erste Teilnahme am internationalen Geschäft seit 2012 für den Aufsteiger zum Greifen nahe.
Geholfen haben am Freitag einmal mehr die Stärke nach Standards und der Teamgeist, wie der Torschütze zum 1:0, Nikki Havenaar, im "Sky"-Interview anmerkte.
"Wir haben super Standard-Trainer, trainieren jede Woche Standards, und das merkt man auch im Spiel, dass das Training belohnt wird. Ich bin sehr froh, dass die Mannschaft sehr viel Vertrauen hat in meine Kopfbälle, sie bringen immer super Bälle", so der Japaner, der nach einer Ecke die Führung besorgte.
Der Sieg sei hart erkämpft, auch Rapid habe einige Chancen gehabt. Nun habe man eine gute Ausgangslage, aber gewonnen sei noch lange nichts: "Ich glaube, das nächste Spiel auswärts wird noch schwieriger, wir müssen eine noch bessere Leistung als heute bringen."
Senft: "Noch nie erlebt"
Ein besonderes Spiel war die Partie für Trainer Maximilian Senft, war es doch das letzte für den Coach der Innviertler vor eigenem Publikum, der 36-Jährige gab am Donnerstag bekannt, dass er nach der Saison Trainer des Karlsruher SC in der 2. deutschen Bundesliga wird.
"Es war sehr emotional für mich. Die Fans haben mich mit Chören verabschiedet, das habe ich so in der Form als Trainer noch nie erlebt. Das war schon sehr speziell, die Fans wussten zuerst gar nicht, wie sie Maximilian Senft singen sollen, weil es etwas zu lange ist", lachte der Wiener, sie hätten sich dann aber auf "Maxi Senft" geeinigt.
Es sei einfach ein wunderschöner Moment gewesen, er wolle sich auch bei den Fans bedanken: "Es war nicht immer leicht in den letzten Jahren, wir haben echt schwierige Zeiten gemeinsam durchgemacht, aber die Unterstützung war immer da, und auch heute - sensationeller Support."
Spielerische Weiterentwicklung
Immerhin stieg Senft mit den Riedern 2023 aus der Bundesliga ab, blieb aber auch in der 2. Liga Chefcoach, führte die Oberösterreicher wieder zurück in die höchste Spielklasse und könnte am Ende sogar die Europacup-Teilnahme schaffen.
Die Entwicklung der letzten Wochen freute Senft besonders, genauso wie die Resilienz, nach dem Gegentor gleich wieder zurückzuschlagen:
"Die Mannschaft hat heute einfach in der Art und Weise eine unglaubliche Leistung gebracht. Wir haben unsere Grundtugenden und die Stärke bei Standards aufleben lassen, aber ich glaube, auch spielerisch hat man die Weiterentwicklung dieser Mannschaft gesehen. Also das war heute schon sehr dominant auch mit Ball aus meiner Sicht."
Das Rückspiel werde nicht leichter, dennoch habe man einige Argumente, um am Ende siegreich aus dem Duell zu gehen. "Die Art und Weise, wie die Mannschaft auftritt und der Teamspirit, das sind genug Gründe, um den Goliath wackeln zu lassen."
Mitteilung des Trainers nicht einfach
Auch Ausfälle könne man mittlerweile gut wegstecken, ein Joris Boguo sei da gewesen, als er gebraucht wurde. Ebenso wenig brachte die Verletzung von Michael Sollbauer die Rieder ins Wanken, der mit Schmerzen im Knie ausgewechselt wurde und der am Montag in Wien wohl auch eher nicht dabei sein dürfte.
Obwohl das Knie weh tat, feierte auch der Routinier den Sieg mit: "Gegen Rapid zuhause so eine Leistung zu bieten, am Ende einer langen, kräftezehrenden Saison - Hut ab!" Die Mitteilung des Trainers in dieser entscheidenden Phase, dass er den Verein verlassen würde, sei nicht leicht gewesen, es habe einen Tag gebraucht, um das zu verdauen.
"Aber dann war der klare Fokus auf das, was wir gemeinsam noch vorhaben und dass die Saison noch nicht aus ist. Wir wollen eine gute Leistung bieten bis zum Schluss, und jetzt fahren wir nochmal gemeinsam nach Wien", so Sollbauer.