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Skisprung-Trainer rechnet mit der Konkurrenz ab

Der Cheftrainer der polnischen Mannschaft sieht die ständigen Regeländerungen kritisch, vielmehr müsse innerhalb der Verbände ein Umdenken stattfinden.

Skisprung-Trainer rechnet mit der Konkurrenz ab Foto: © GEPA

Mit Ausnahme der Olympischen Winterspiele verlief die abgelaufene Skisprung-Saison für das polnische Team alles andere als nach Wunsch.

In einem Interview mit dem polnischen Medium "Interia" hat Cheftrainer Maciej Maciusiak nun die Ereignisse des Weltcup-Winters Revue passieren lassen.

"Ob man es glaubt oder nicht, diese Saison war ein echter Kampf für uns. Ich wusste aber, dass wir, egal wie schlecht die Weltcup-Saison verlaufen würde, bestens vorbereitet zu den Olympischen Spielen fahren würden. Und was die Rückschläge vor und nach den Olympischen Spielen angeht, haben wir viel gelernt. Niederlagen motivieren uns, härter zu arbeiten, denn wir wollen das nicht noch einmal erleben", betont der 44-Jährige.

Spitze an die Konkurrenz

Als Hauptgrund für die Auf und Abs im Laufe der Saison sieht Maciusiak das Verhalten der Konkurrenz, die das Regelwerk häufig bis ans Limit ausgereizt habe.

"Die Regeln, die Ausrüstung, die Technik - all das ändert sich, und zwar sehr schnell", so die Erklärung des 44-Jährigen, warum sich die polnischen Altstars Kamil Stoch und Dawid Kubacki trotz starker Frühform heuer nicht im Spitzenfeld etablieren konnten.

Die aktuelle Dynamik innerhalb der Skisprung-Szene sieht er extrem kritisch. "Wir müssen uns an die geltenden Regeln halten, aber wenn jemand anderes es übertreibt und sich dadurch einen Vorteil verschafft, werden alle dafür bestraft", ärgert sich Maciusiak.

Die wiederkehrenden Regeländerungen der FIS würden den Ist-Zustand regelmäßig auf den Kopf stellen, was allen Nationen schaden würde.

Maciusiak: "...wird dieser Sport aussterben"

Im Zuge des Interviews richtet er einen klaren Appell an die FIS: "Wir brauchen bessere Kontrollen, anstatt immer neue Regeln zu erfinden."

Auf die Nachfrage, warum Polen nicht ähnlich agiere wie andere Nationen, warnt der 44-Jährige vor den möglichen negativen Folgen für den gesamten Skisprungsport.

"Wenn wir anfangen, gleich zu denken, wird dieser Sport aussterben. Wir haben uns den Spielregeln angepasst. Wir bewegen uns am Rande, aber immer noch innerhalb der Regeln. Und ich würde es vorziehen, wenn andere unserem Beispiel folgen, anstatt dass wir uns allen anpassen müssen", so Maciusiak.

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