"Keine Gleichheit vor dem Gesetz" - Kritik an Tschofenig und FIS
Bei den Olympischen Spielen wurde der Kärntner nicht nur disqualifiziert. Er hat zudem eine Verwarnung erhalten, was für die Konkurrenz aus Norwegen zu wenig ist.
Neues Kapitel im Vorwurfsregister im Skisprungsport!
Diesmal die Hauptfigur: Daniel Tschofenig. Worum es geht? Bekannt ist, dass der Kärntner beim Großschanzen-Bewerb bei den Olympischen Spielen aufgrund eines zu großen Skisprungschuhs disqualifiziert wurde.
Neues Dokument, neuer Vorwurf
Nun taucht aber ein weiteres, bisher unbekanntes Vergehen auf. So wird dem Gesamtweltcupsieger der Saison 2024/25 in einem FIS-Dokument "Manipulation beim Start durch Ziehen am Rennanzug und unzulässiges Dehnen im Ausgangsbereich" vorgeworfen.
Beides sei "nicht mit den Wettkampfregeln und dem sportlichen Verhaltenskodex vereinbar, da es die Chancengleichheit aller Teilnehmer beeinträchtigen kann".
Bereits vor Ort wurden Tschofenig sowie Cheftrainer Andreas Widhölzl zu einer Anhörung bestellt, erklärten dort, "dass ihrer Meinung nach auch andere Teilnehmer auf dieselbe Weise dehnen" würden.
Seitens der Jury gab es folglich neben der Disqualifikation vom Bewerb auch eine Verwarnung für den Österreicher.
"Keine Gleichheit vor dem Gesetz"?
Damit ist aber nicht jeder zufrieden. Wie schon so oft kommt wieder Kritik aus dem norwegischen Lager, das 2025 während der Weltmeisterschaft selbst wegen Manipulation den Stein ins Rollen brachte.
Die damals betroffenen Athleten fühlen sich demnach ungerecht behandelt: "Ich habe am eigenen Leib gespürt, wie hart man bestraft werden kann, und da ist es natürlich ärgerlich zu sehen, dass es keine Gleichheit vor dem Gesetz gibt", sagt etwa Johann Andre Forfang, der nach Trondheim für drei Monate gesperrt wurde.
Halvor Egner Granerud meint: "Es klingt unbestreitbar sehr speziell, wenn das die gesamte Sanktion ist, die er erhält, wenn er bewusst dabei erwischt wurde, illegale Dinge zu tun."
Kontrolleur: "Das ist der Unterschied"
Mathias Hafele, Kontrolleur bei der FIS, stellt sich hingegen hinter das Handeln des Verbands: "Die Manipulation dessen, wie der Anzug sitzt, ist etwas ganz anderes als die Manipulation eines Anzugs, nachdem er genehmigt wurde. Das ist der Unterschied."
Daniel Tschofenig selbst zeigt sich nach seiner Verwarnung jedenfalls einsichtig, er werde es nicht wieder tun.